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Buschbrände in Australien - wirtschaftliche Auswirkungen

Die aktuellen Buschbrände sind sowohl zeitlich als auch in Hinblick auf die betroffene Fläche sehr viel umfangreicher als in den Jahrzehnten zuvor und machen sie damit zu einer „Jahrhundertkatastrophe“.
Schon seit Oktober 2019 gibt es ausgedehnte Brände und die bislang direkt betroffene Fläche umfasst über 100.000 Quadratkilometer. Die traurige Bilanz bislang: mindestens 28 Tote, über 2.200 zerstörte Wohnhäuser und Millionen betroffener Tiere. Hinzu kommt die erhebliche Rauchbelastung, zum Teil auf gesundheitsgefährdendem Niveau, in den Regionen der Buschfeuer und größeren Städten wie Sydney, Melbourne und Canberra. Die Rauchbelastung hat sich bis nach Neuseeland und darüber hinaus ausgedehnt.
Einer der wesentlichen Gründe für die katastrophale Ausbreitung der Buschbrände in dieser Saison ist die weitverbreite Trockenheit in den betroffenen Bundesstaaten.
Trotz der großen Dimension der Feuer in dieser Saison sollten die wirtschaftlichen Folgen und die Bedeutung für die deutsch-australische Wirtschaftsbeziehung realistisch eingeschätzt werden:
  • Aktuell sind nur die Gebiete außerhalb der großen Städte Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide, die die Zentren der australischen Wirtschaft darstellen, direkt betroffen. Diese Gebiete haben eine relativ geringe Bevölkerungsdichte und sind wirtschaftlich vor allem durch Landwirtschaft und Inlandstourismus geprägt.
  • Die deutschen Unternehmen in Australien sind vornehmlich in den Städten Melbourne, Sydney und Brisbane angesiedelt und nicht direkt von den Feuern betroffen.
  • Deutsche Firmen sind vor Ort auch in Bereichen aktiv, die zu einer Verringerung des CO2-Ausstosses beitragen, so u.a. als Betreiber, Finanzierer und Ausrüster von Solar und Windparks, Batterielieferanten und im Bereich Grüner Wasserstoff (Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen, der mit Hilfe von Elektrolyse gewonnen wird).
Volkswirtschaftliche Auswirkungen
Derzeit werden von den betroffenen Bundesstaaten sowie von der australischen Bundesregierung Hilfszahlungen an die betroffenen Einwohner, Firmen und Gemeinden verkündet. Bislang hat die australische Bundesregierung direkte Hilfszahlungen von etwa 2,5 Milliarden australische Doller (etwa 1,5 Milliarden EUR) verkündet, hinzu kommen Hilfszahlungen der Bundesstaaten im zusammengenommen etwa gleichen Umfang.
Damit ist es unsicher, ob der angekündigte Haushaltsüberschuss des Bundeshaushalts in diesem Haushaltsjahr (1. Juli bis 30. Juni) erreicht werden kann. Der Bundeshaushalt hat jedoch seit einigen Jahren keinen Überschuss und dies ist ohne Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik.
Mit einem BIP von 1.983 Milliarden AUD 20192 stellen sowohl die Hilfszahlungen wie auch die bislang eingereichten Versicherungsansprüche von über 1,3 Milliarden AUD nur einen sehr kleinen Anteil der Wirtschaftsleistung dar. Volkswirte sind sich über den Einfluss der Brände auf die Wirtschaftsentwicklung uneins, allgemein wird jedoch nur von einer leichten Eintrübung im aktuellen Quartal und stärkeren Einflüssen in künftigen Quartalen durch die Wiederaufbauaktivitäten ausgegangen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die  Deutsch-Australische IHK:         
Dr Michael Zettinig
Director Governmental Affairs
T: +61 2 8296 0448
Email: michael.zettinig@germany.org.au
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