Orientierung

Innovationsförderung des Bundes

1. Förderberatung der Bundesregierung

Mit ihrer Förderberatung bietet die Bundesregierung Beratung für alle Fragen zur Forschungs- und Innovationsförderung an. Spezielle Fachprogramme fördern Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen meist in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Bei der direkten Projektförderung werden vorrangig Forschungsverbünde zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen unterstützt. Darüber hinaus werden KMU durch spezielle technologieoffene Programme gefördert. Die Antragstellung und die fachliche Begleitung der Vorhaben erfolgen über die jeweiligen Projektträger.

2. Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)

Mittelständische Unternehmen und Forschungseinrichtungen können Zuschüsse für anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die zu neuen Produkten, technischen Dienstleistungen oder besseren Produktionsverfahren führen, erhalten. Kernpunkte einer Bewilligung eines Antrags sind der technologische Innovationsgehalt sowie gute Marktchancen. Das Förderprogramm ist themen- und technologieoffen und beinhaltet die Förderung von Einzel- und Kooperationsprojekten sowie Projekte in innovativen Unternehmensnetzwerken (Management und Organisation).
Projektträger:
ZIM-Einzelprojekte: EuroNorm GmbH
ZIM-Kooperationsprojekte: AiF Projekt GmbH
ZIM Kooperationsnetzwerke: VDI / VDE Innovation + Technik GmbH

3. go-digital

Das Programm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Handwerksbetriebe (weniger als 100 Mitarbeiter) dabei, die betrieblichen Umstrukturierungen der Digitalisierung auf drei Feldern voranzutreiben:
  • IT-Sicherheit
  • Digitale Markterschließung
  • Digitalisierte Geschäftsprozesse
Unternehmen können von autorisierten Beratungsunternehmen Expertise und Unterstützung bei der Digitalisierung einholen: von der Analyse bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen. Praxiswirksam bietet das Programm Beratungsleistungen, um mit den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Online-Handel, Digitalisierung des Geschäftsalltags und dem steigenden Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung Schritt zu halten.

Gefördert werden Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul mit gegebenenfalls erforderlichen Nebenmodulen mit einem Fördersatz von 50 Prozent auf einen maximalen Beratertagesatz von 1.100 Euro. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Tage in einem Zeitraum von einem halben Jahr.

4. KMU-innovativ

Das BMBF fördert mit KMU-innovativ industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben der Spitzenforschung in KMU in Technologiefeldern wie Bio-, Nano-, Produktions-, Informations- und Kommunikationstechnik, Medizintechnik, Materialforschung, Photonik, Forschung für zivile Sicherheit sowie Technologien für Ressourceneffizienz und Klimaschutz. Bewertungsstichtage sind jeweils 15. April und 15. Oktober. Zur gezielten Beratung wurde für jedes Forschungsfeld ein Lotsendienst eingerichtet.
Tel. 0800 2623-009, lotse@kmu-innovativ.de

5. BMWi-Innovationsgutscheine

Mit den BMWi-Innovationsgutscheinen erhalten Unternehmen eine Förderung für externe Beratungsleistungen zum Innovationsmanagement. Unternehmen schließen mit einem autorisierten Beratungsunternehmen einen Beratungsvertrag ab und lösen den BMWi-Innovationsgutschein ein.
Mit dem Modul Innovationsmanagement "go-innovativ" werden externe Beratungen zur Vorbereitung und Durchführung von Produkt- und technischen Verfahrensinnovationen für kleine Unternehmen (weniger als 100 Beschäftigte und Jahresumsatz oder Bilanzsumme höchstens 20 Mio. EUR) gefördert.
Förderung in zwei Leistungsstufen:
  • Leistungsstufe 1: Potenzialanalyse, z. B. Stärken-Schwächen-Profil, Marktfähigkeit der geplanten Innovation, Zeitbedarf
  • Leistungsstufe 2: Realisierungskonzept und/oder Projektmanagement, z. B. Ermittlung geeigneter Technologiegeber, Projektcontrolling
Für einen Beratertag sind Ausgaben bis zu 1.100 EUR je Tagwerk bis zu 50 % förderfähig. Der Wert des Innovationsgutscheins beträgt max. 5.500 EUR für eine Potenzialanalyse, für ein Realisierungskonzept max. 13.750 EUR und für das Projektmanagement max. 8.250 EUR.

6. INNO-KOM

Gemeinnützige Forschungseinrichtungen mit Sitz in den GRW-Gebieten können bis zu 90 Prozent ihrer Gesamtkosten mit maximal 550.000 Euro bezuschussen lassen. Dabei unterstützt das BMWi Forschungs- und Entwicklungsprojekte der Vorlaufforschung, der marktorientierten Entwicklung und auch investive Maßnahmen zum Erhalt der Forschungsinfrastruktur. Gleichzeit profitieren gewerbliche Unternehmen: sie können auf diese Forschungsergebnisse aufbauen und in marktfähige Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen umsetzen.

Antragsberechtigt sind rechtlich selbständige gemeinnützige Forschungseinrichtungen im Rahmen ihrer nicht wirtschaftlichen Tätigkeit, die weder Teil einer Hochschule sind noch einer (grundfinanzierten) Wissenschaftsgemeinschaft angehören oder eine sonstige institutionelle Förderung von mehr als 20 Prozent (Grundfinanzierung) erhalten.

7. WIPANO-Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen

WIPANO fördert den Technologie- und Wissenstransfer durch Patente, Normung und Standardisierung zur wirtschaftlichen Verwertung innovativer Ideen von Hochschulen und Unternehmen. Schwerpunkt liegt auf der verbesserten wirtschaftlichen Nutzung von Erfindungen aus öffentlicher Forschung, sowie die Nutzung des kreativen Potenzials kleiner und auch mittlerer Unternehmen.

WIPANO forciert den Wissens- und Technologietransfer durch Förderung von Projekten:
  • zur Anmeldung und Verwertung von Schutzrechten
  • zur Weiterentwicklung von Erfindungen aus der öffentlichen Forschung zur Erhöhung der Vermarktungschancen
  • zur Diffusion von Forschungsergebnissen/Innovationen durch Normung
Die Zuwendung erfolgt, je nach Kategorie, als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Festbetragsfinanzierung oder Anteilsfinanzierung.

8. Messeprogramm junge innovative Unternehmen

Gefördert wird die Teilnahme junger innovativer Unternehmen an Gemeinschaftsständen auf internationalen Leitmessen in Deutschland.

9. High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert in technologieorientierte Unternehmensgründungen mit hohem Potenzial in Deutschland. Zielgruppe sind innovative, technologieorientierte KMU, die nicht älter als ein Jahr sind. Der Fokus liegt auf der Gründungsidee, dem Managementteam und dem Geschäftskonzept. Der High-Tech Gründerfonds beteiligt sich mit bis zu 600.000 EUR Seedkapital als nachrangiges Gesellschafterdarlehen. Bei Bedarf stellt der High-Tech Gründerfonds dem Management Unterstützung durch akkreditierte Coaches zur Verfügung.

10. Programme der KfW-Mittelstandsbank

ERP-Innovationsfinanzierung
Die ERP-Innovationsfinanzierung besteht aus zwei Produkten: dem "ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit" (Fremdkapital mit optionaler Haftungsfreistellung) und dem „ERP-Mezzanine für Innovation".
Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist zur Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben breit einsetzbar. Gefördert wird die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren – beispielsweise die Vernetzung der Produktionssysteme unter dem Stichwort Industrie 4.0. Auch Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie bzw. Unternehmensorganisation auf die Digitalisierung können begleitet werden. Darüber hinaus werden Innovationsvorhaben finanziert, bei denen Unternehmen neue oder substantiell verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln. Zudem steht das Programm allen Unternehmen, die im Sinne des Programms Horizon 2020 der Europäischen Union als innovativ gelten, zur Abdeckung ihres Finanzierungsbedarfs offen.
Im Programm ERP-Mezzanine für Innovation bietet die KfW Finanzierungspakete aus Fremd- und Nachrangkapital speziell zur langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen sowie ihrer wesentlichen Weiterentwicklung an. Aus dem Programm werden sowohl Vorhaben unterstützt, die für das antragstellende Unternehmen neu sind, als auch solche, die sich vom Stand der Technik in der EU abheben.
Beide Programme richten sich an etablierte Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Freiberufler in Deutschland mit einem jährlichen Gruppenumsatz von bis zu 500 Mio. Euro.
ERP-Startfonds
Der ERP-Startfonds stellt kleinen innovativen Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Deutschland Beteiligungskapital zur Deckung ihres Finanzierungsbedarfs zur Verfügung. Die Beteili­gung erfolgt stets zusammen mit einem weiteren Beteiligungsgeber. Die KfW beteiligt sich zu gleichen Konditionen wie der Co-Investor laut Vertrag, aber maximal bis zu fünf Millionen EUR in zwei Finanzierungsrunden.
Das Programm wendet sich an kleine (weniger als 50 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR) Technologieunternehmen, die zum Zeitpunkt der ersten Antragstellung nicht älter als zehn Jahre sind.
Beteiligungskapital für Wachstum, Innovation und Nachfolge
Die KfW stellt KMU in Deutschland Beteiligungskapital zur Deckung ihres Finanzierungsbedarfs für die Realisierung von Wachstums- und Innovationsvorhaben sowie Nachfolgeregelungen zur Verfügung. Die Beteiligung der KfW erfolgt stets zusammen mit einem weiteren Beteiligungsgeber. Das Programm richtet sich an etablierte Kapitalgesellschaften, die zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mindestens 10 Jahren am Markt aktiv sind, in der Regel einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR und ein nachhaltig ausgeglichenes Betriebsergebnis aufweisen.

11. Weitere Informationen

Förderdatenbank des Bundes
Die Förderdatenbank gibt einen aktuellen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für Unternehmen und Existenzgründer. Sie enthält vollständige Richtlinientexte sowie weiterführende Informationen.
Förderdatenbank
easy Online
Das elektronische Antragssystem „easy Online“ ist eine kostenlose Software zur einfachen Erstellung der Antragsformulare für Fördermittel des Bundes.
easy Online Formularsystem