Coronavirus

Informationen und Tipps für Gastronomie und Handel zur Bewältigung der Krise

Der Handel und das Gastgewerbe sind durch die Corona-Krise besonders stark betroffen. Ein Großteil der Geschäfte und die Gastronomie sind geschlossen, Übernachtungen in Hotels sind nur noch zu notwendigen Zwecken erlaubt. Viele Dinge müssen nun geregelt werden, um Ihre Kosten zu minimieren.
Die folgenden Ideen können Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, Ihre Liquidität zu sichern und in diesen Zeiten Ihre Mitarbeiter und Kunden zu binden. Ob und welche der Maßnahmen sich für Ihr Unternehmen eignen, liegt selbstverständlich in Ihrem Ermessen.

Mitarbeiter

  • Beantragen Sie für Ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld über die Bundesagenturen für Arbeit. Momentan geht eine telefonische Abwicklung am schnellsten:
    Infos über den erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier
  • Ihre Mitarbeiter können trotz Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit ausüben. Diese muss zwar versteuert werden, erhöht aber insgesamt das Einkommen des Mitarbeiters. Wenn die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt wurde, ergeben sich keine Auswirkungen, erfolgt also keine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld. Nehmen Beschäftigte während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit auf, wird das daraus erzielte Entgelt auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, denn es liegt eine Erhöhung des tatsächlichen erzielten Entgelts vor.
  • Beschäftigen Sie Mitarbeiter, die weiter dringend vor Ort im Betrieb sein müssen? Dann stellen Sie diesen Mitarbeitern vorsorglich einen so genannten Passierschein aus. Dieser berechtigt, dass der Mitarbeiter im Falle einer Ausgangssperre noch den Weg zum Betrieb aufnehmen kann.

Ware

  • Nehmen Sie Kontakt mit Ihren Lieferanten auf und versuchen Sie keine bzw. wenig Ware anzunehmen. Bei der Übergabe sind ebenfalls die gültigen Hygieneregeln zu beachten: Tipps hierzu finden Sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Möglicherweise können Sie Waren retournieren, um das Einkaufslimit bei einem Lieferanten zurückzuerhalten.
  • Versuchen Sie mit Ihren Lieferanten Valuta zu vereinbaren und erhalten Sie so einen Zeitplan für Ihre finanziellen Belastungen.
  • Wenn Sie ein Warenmanagement für Lieferanten nutzen, sollten Sie verhindern, dass ungefragt Ware nachgeliefert wird.
  • Ordern Sie vorausschauend für die zweite Jahreshälfte. Berücksichtigen Sie mögliche Lieferengpässe. Zu geringe Bestellungen könnten dazu führen, dass Sie zu wenig Ware haben.
  • Berücksichtigen Sie "Never-Out-of-Stock"-Systeme und reduzieren Sie Ihre Mindestmengen.

Kosten

  • Informationen über Sofortmaßnahmen bei finanziellen Problemen finden Sie in unseren Coronavirus-Informationen für Unternehmen – Finanzielle Unterstützung

    Darüber hinaus wären weitere Möglichkeiten:
  • Allgemein: Gehen Sie die Kosten anhand Ihres Finanzplans durch und schauen Sie nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen. Werbemaßnahmen, Events, Renovierungen, verschiebbare Instandhaltungsmaßnahmen etc.
  • Miete: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vermieter, um nach einer Stundung oder gar Reduzierung der Miete zu fragen. Sonderregelungen zu Mietverhältnissen während der Zeit der Corona-Pandemie werden gerade auf Bundesebene verhandelt. Erklären Sie Ihrem Vermieter, dass in der momentanen Lage keine neuen Mietabschlüsse möglich sind und auch zukünftig insbesondere Einzelhandelsflächen geringere Nachfrage haben werden. Für Mietverhältnisse wird das Recht der Vermieter zur Kündigung von Mietverhältnissen eingeschränkt. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch für Gewerberaummietverträge. Wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibt im Gegenzug im Grundsatz bestehen.
  • Nebenkosten: Reduzieren Sie laufende Nebenkosten so weit wie möglich (Beleuchtung, Wärme-/Kältetechnik, sonstige Geräte)
  • GEMA: Für Lizenznehmer ruhen für den Zeitraum, in dem Sie Ihren Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung der Pandemie-Ausbreitung schließen müssen, alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge. Es entfallen während dieses Zeitraums die GEMA-Vergütungen. Beantragen Sie dies schriftlich bei der GEMA: https://www.gema.de/musiknutzer/coronavirus-kundenunterstuetzung/
  • GEZ: Fragen Sie an, ob Ihre Quartalszahlung ausgesetzt werden kann.
  • IHK Beiträge: Derzeit verschicken wir keine Beitragsbescheide. Sofern noch Beiträge ausstehen, können Sie stunden oder in Raten zahlen. Hierfür richten Sie bitte eine formlose E-Mail mit Hinweis auf Corona-Krise an beitrag@regensburg.ihk.de
  • Valuta nutzen: Rechnungen sollten Sie mit Valuta versehen. Versuchen Sie auch mit Ihren Geschäftspartnern fair und verantwortungsbewusst umzugehen, da auch diese auf Zahlungsströme angewiesen sind.
  • Verschieben statt Stornieren: Statt der Stornierung kann den Kunden eine Verschiebung des Hotelaufenthalts vorgeschlagen werden.

Bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt

Einzelhändlern ist es weiterhin möglich, ihre Ware zu liefern oder außerhalb der Verkaufsräume abholen zu lassen (Abholung nur, wenn sie gemäß der aktuellen Positivliste öffnen dürfen). Örtliche Unterschiede können durch Ordnungsämter entstehen. Die Gastronomie darf Speisen und Getränke zur Abholung und Lieferung anbieten. Alles selbstverständlich unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen und Abstände von 1,5 Metern. Seien Sie kreativ und überlegen Sie, was Sie in der momentanen Situation tun können. Die Onlinewelt bietet hier ebenfalls viele Möglichkeiten. Wir haben hier einige Ideen für Sie zusammengestellt.
  • Information zur Erreichbarkeit und gemeinsamer Auftritt: Informieren Sie Ihre Kunden, wie Sie weiterhin für sie erreichbar bleiben (Aushang im Schaufenster, Information auf der Webseite und den sozialen Medien). Vielleicht bietet sich auch in Ihrer Gemeinde ein gemeinschaftlicher Auftritt bzw. eine Auflistung aller geöffneten Betriebe an.  Lokale Online-Marktplätze: Der gemeinsame Auftritt der Gewerbetreibenden vor Ort kann auch mit einem Online-Marktplatz verknüpft sein. Teilweise gibt es in Ihren Gemeinden bereits Möglichkeiten oder Ansätze dafür. Sprechen Sie hierfür mit dem Gewerbeverein oder der Wirtschaftsförderung. Einige Beispiele aus dem Kammerbezirk finden Sie hier.
  • Versand und Lieferung: Sie können Ihre Waren oder Speisen online oder per Messenger anbieten und entweder per Paketzusteller versenden, in einem bestimmten Radius selbst ausliefern, oder eine Kooperation mit lokalen Lieferdiensten oder mit örtlichen Taxiunternehmern eingehen. Die Auslieferung kann auch gemeinschaftlich mit den Betrieben vor Ort organisiert werden. Achten Sie dabei an die Einhaltung der Vorschriften. Die Regelungen dazu finden Sie in unseren Coronavirus-Informationen für Unternehmen unter "Betriebsschließungen bei Handel und Gastronomie". Seien Sie kreativ mit Ihren Angeboten. Spezielle "Homeoffice-Angebote" und geschnürte Pakete sind möglich. Der DEHOGA hat einen Leitfaden mit Tipps für das Außer-Haus-Geschäft erstellt.
  • Abholung: Nach aktuellen Stand ist Click & Collect nur bei Einzelhandelsunternehmen gestattet, die laut Positivliste öffnen dürfen. Eine Abholung und Zustellung durch einen externen Lieferdienst wäre dagegen auch für geschlossene Ladengeschäfte zulässig. Dabei sind jedoch die Regelungen zum Fernabsatzrecht zu beachten. Einzeltermine wie "Personal-Shopping" sind im untersagten Einzelhandel nicht erlaubt.
  • Videokonferenzen: Diese bieten sich für eine Warenpräsentation oder sogar für einen Stammtisch in der Gastronomie an. Zudem können Verköstigungen und Tastings auch über Videokonferenz durchgeführt werden. Die Kunden bekommen die Probierpakete vor dem Tasting geliefert und zu einem festen Termin wird das Tasting virtuell moderiert, während die Kunden zu Hause genießen.
  • Pakete schnüren: Stellen Sie Ihrem Kunden bereits Pakete zusammen (z.B. zum Osterthema, Outfits, Homeoffice-Spezial-Angebote, Bücher-Abo oder Schreibwaren-Sets für Schüler)
  • Gutscheine: Kunden können über Ihre Webseite oder telefonisch Gutscheine bestellen. Diese können den Kunden nach Zahlungseingang postalisch zugesendet werden.
  • Social Media: Bauen Sie Ihre Social Media Kanäle aus und werden hier zum Experten oder Unterhalter in einer Nische. Ein zusätzlicher gemeinsamer Kanal der Gewerbetreibenen vor Ort kann zusätzliche Aufmerksamkeit auf die vorhandenen Angebote lenken.
  • Onlineshop: Wenn Sie überlegen einen Onlineshop zu eröffnen, müssen Sie die Regelungen zum Fernabsatz beachten. 

Rechtssicherheit beim Onlinehandel

  • Fernabsatz: Durch die Corona-Krise gewinnt der Fernabsatz (beispielsweise online oder via Telefon) für viele Händler an Relevanz. Insbesondere die Vorschriften über Fernabsatzverträge legen dem Unternehmen zahlreiche Pflichten auf. Was Sie zu beachten haben erfahren Sie im Artikel “Was Händler bei Liefer- und Abholdiensten beachten müssen”.
  • Mängel und Widerruf: Beim Verkauf im Internet wird man als Händler schnell mit den Fragen: "Welche Rechte hat der Käufer, wenn die gelieferte Ware mangelhaft ist?", "Wer trägt das Versandrisiko?", "Was ist eine Garantie?" und "Wie darf ich werben?" konfrontiert. Auch Fragen nach der Rücksendefrist, den Rücksendekosten und dem Zurückbehaltungsrecht müssen beachtet werden. Im Bereich “Online-Recht” finden Sie Antworten.
  • Rechtssicherer Onlineshop: Ob Impressum, Datenschutz, Widerruf, AGBs, Urheberrecht und Haftungsausschluss, Preisangaben, Vertragsschluss mittels Button, Zahlung, Lieferzeit oder Verbraucherschlichtung - Immer mehr rechtliche und ständig wechselnde Vorschriften treffen die Online-Shop Betreiber. Vermeiden Sie Abmahnfallen und erkennen Sie die häufigsten Fehler. Im Bereich “Online-Recht” finden Sie Antworten.
  • Zahlungsdiensterichtlinie: Die starke Kundenauthentifizierung (SKA) oder Zwei-Faktor-Authentifizierung verändert den Zahlungsverkehr – besonders im Online-Handel. Grundlage hierfür ist die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Service Directive 2, PSD2). Diese gilt seit dem 14. September 2019. Was Sie als Händler tun müssen, erfahren Sie im DIHK-Kundenblatt zur “Starken Kundenauthentifizierung”.
  • Verpackungsgesetz für Unternehmen: Wegen der im Online-Handel eingesetzten Verpackungen ist die Anmeldung bei einem dualen Entsorgungssystem notwendig. Mehr Erfahren Sie im Artikel “Fachspezifische Themen” unter Verpackungsgesetz.

Praxistipps und digitales Wissen


Kompetenzzentrum Handel

Corona stellt vor allem kleine und mittelständische sowie stationäre Händler*innen vor essentielle Herausforderungen. Digitale Technologien bieten einen möglichen Ausweg aus der Krise: Jetzt gilt es, digitale Plattformen zu nutzen oder in den e-Commerce einzusteigen. Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Handel stellt Ihnen im Folgenden kostenfreie Informationsmaterialien und Programme vor, die Sie in dieser Zeit unterstützen. Hier gibt es auch Best-Practice-Beispiele.
  • Jetzt online durchstarten: Sechs Schritte zum Erfolg vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Handel
    >> weiterlesen
  • Digitale Plattformen – auch für kleine und mittlere Unternehmen. Die wichtigsten Informationen im Video:
    >> weiterlesen (MP4)
  • Leitfaden des Bundeswirtschaftsministeriums zu Digitale Plattformen als Chance für den Mittelstand Relevanz, Anwendungen, Transfer
    >> weiterlesen (PDF)
  • Jetzt digital sichtbar werden mit dem Online-Seminar von Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Handel
    >> weiterlesen (PDF)
  • Leitfaden: Social Media für kleine und mittlere B2B-Unternehmen
    >> weiterlesen (PDF)
  • Leitfaden: Websitegestaltung für kleine und mittlere B2B-Unternehmen
    >> weiterlesen (PDF)

Weitere Hilfen für den Einstieg im digitalen Verkauf

  • Rund um das Thema E-Commerce finden Sie weitereführende Informationen, wie beispielsweise den E-Commerce-Leitfaden oder den Online-Ratgeber.
  • Der Handelsverband bietet eine Übersicht an Plattformen und Hilfestellungen zum Onlinehandel.
  • Die Macher von “Zukunft des Einkaufens” haben den Live-Ticker “Welche Möglichkeiten hat der Handel” gestartet.
  • Wortfilter.de richtet sich primär an den Online- und Marktplatzhandel.
  • Die Gastro-Piraten haben Musterformulare für die “Corona- Kommunikaton” für Gastronomen online gestellt.
  • Ende März 2020 fanden die ECC WEBINAR DAYS statt und die Aufzeichnungen der Webinare können kostenfrei angesehen werden.