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CSR-Berichtspflicht wird auch Mittelstand treffen

Stand: 10.04.2017
Anfang April hat das CSR-Gesetz nach dem Bundestag nun auch den Bundesrat erfolgreich passiert. Es gilt rückwirkend für das Geschäftsjahr 2017. Direkt betroffen sind in Deutschland knapp 600 größere Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern, die kapitalmarktorientiert sind sowie Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften und deren Umsatz bei über 40 Millionen Euro oder deren Bilanzsumme bei über 20 Millionen Euro liegt.
Ab diesem Jahr müssen sie in ihrem Lagebericht oder einem separaten Nachhaltigkeitsbericht nicht-finanzielle Informationen zu folgenden Themen offenlegen: Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Darüber hinaus sind ist anzugeben, welche Kriterien für die personelle Zusammensetzung der Unternehmensführung, der Kontrollgremien und des Aufsichtsrats entscheidend sind.
Indirekt werden auch viele Mittelständler betroffen sein. Es wird erwartet, dass diese Informationspflichten in den kommenden Monaten von den Unternehmen an ihre Geschäftskunden und Lieferanten weitergereicht werden. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen, mittelständische Unternehmen sollen sich rechtzeitig darauf einstellen. Zudem wurde die Veröffentlichungsfrist von sechs auf vier Monate verkürzt, was bedeutet, dass vier Monaten nach Ablauf eines Geschäftsjahres der CSR-Bericht auf dem Tisch liegen oder im Internet veröffentlicht sein muss. Dieses Prozedere erschwert die Erstellung zusätzlich, da Berichtsprozesse aufwändig und nicht-finanzielle Kennzahlen schwerer zu erfassen und zu konsolidieren sind.
Es gibt aber auch positive Aspekte der Umsetzung: eine Berichterstattung auf Konzernebene reicht aus und entbindet die Töchter von der Berichtspflicht. Und es bleibt den Unternehmen selbst überlassen, ob sie ein nationales oder internationales Rahmenwerk zur Erstellung des CSR-Berichts nutzen wollen. Der Aufsichtsrat soll zudem die nichtfinanzielle Erklärung prüfen, wozu er einen externen Wirtschaftsprüfer beauftragen kann. Die Ergebnisse dieser externen Prüfung müssen ab dem 1. Januar 2019 zusätzlich veröffentlicht werden.
Weitere Informationen zu diesen Themen und Erfahrungsberichte, wie Unternehmen damit in der Praxis umgehen, erhalten interessierte Unternehmen bei der Veranstaltung „Unternehmerverantwortung im internationalen Geschäft – da kommt was auf Sie zu!“, 25.04.2017, 9.00 – 12.00 Uhr, IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.