IHK-Gremium Amberg-Sulzbach

Wirtschaft fordert mehr Mut

03.12.2019
Wie die Region Amberg-Sulzbach in Zukunft noch attraktiver für Gäste aus nah und fern werden kann, darüber diskutierten die Mitglieder des IHK-Gremiums Amberg-Sulzbach bei ihrer Wintersitzung zu Gast im Landhotel Weißes Roß in Illschwang. Der Fokus lag dabei auf der Modernisierung und Erweiterung der Bergwirtschaft am Mariahilfberg in Amberg. Der Architekt Georg Zunner, der von Investor Michael Fellner mit der Planung des Vorhabens beauftragt wurde, präsentierte den Gremiumsmitgliedern den aktuellen Stand des Projekts. Gremiumsvorsitzender Dr. Rolf Pfeiffer forderte bei der Umsetzung mehr Mut und Durchsetzungsvermögen seitens Politik und Verwaltung: „Die regionale Wirtschaft erachtet die Planungen am Mariahilfberg für dringend notwendig. Die Region braucht einen weiteren, leistungsfähigen und zeitgemäßen Gastronomiebetrieb, der die Attraktivität unserer Region erhöht.“

Projekt mit Strahlkraft

Man habe nicht damit gerechnet, dass die Aktivitäten weniger Gegner die Umsetzung des Projekts derart nach hinten werfen, betonte Architekt Zunner, zumal sich der Bauausschuss der Stadt Amberg bereits im Mai diesen Jahres einstimmig für das Vorhaben aussprach und auch sonst alle Auflagen, beispielsweise seitens des Naturschutzes, erfüllt wurden. Die Gegner hätten öffentlich bewusst Unwahrheiten verbreitet. „Eine zusätzliche Auffahrtsstraße, ein Kreisverkehr um die Kapelle oder ein weiterer Ausbau des Parkplatzes – solche Planungen hat es nie gegeben“, stellte Zunner richtig. Es würden ebenso weder Straßen verbreitert noch die Waldkante verschoben. Der Hotelanbau schmiege sich komplett in den Hang ein und behindere den Blick auf den Berg und die Wallfahrtskirche in keiner Weise. Nichtsdestotrotz führte die öffentliche Debatte dazu, dass die Stadt für den Umbau eine formelle Bauleitplanung in die Wege leitete. Damit verzögert sich der Projektstart um rund ein Jahr. Laut IHK-Gremium auch ein ungünstiges Zeichen für weitere Investoren, die mit ihren Vorhaben dazu beitragen, Amberg-Sulzbach attraktiver zu machen. „Die Bergwirtschaft ist ein entscheidender Standortfaktor unserer Region, der zukunftsfähig aufgestellt werden sollte. Wir befürworten daher die aktuellen Ausbau- und Modernisierungspläne für die Mariahilfberg-Gaststätte vollumfänglich und erwarten eine zügige Umsetzung und bestmögliche Unterstützung durch die Stadt Amberg“, fasste Vorsitzender Pfeiffer die Meinung der Unternehmerinnen und Unternehmer zusammen.

Veränderung birgt Chancen

Insgesamt gehe es der Wirtschaft in der Region, bis auf wenige Ausnahmen wie der Druckbranche, weiterhin gut. Dem kommenden Jahr blicken die Gremiumsmitglieder gedämpft positiv entgegen. Die Herausforderungen bleiben unverändert: Der Bürokratieabbau ginge zu langsam und die Suche nach qualifizierten Fachkräften gestalte sich sehr schwierig, so der Konsens. Für die Betriebe gilt es, am Ball zu bleiben. „Stehenbleiben heißt verlieren“, bestätigte auch Gastgeber Hans-Jürgen Nägerl, der im familiengeführten Landhotel Weißes Roß mittlerweile mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigt. Notwendige Veränderungen proaktiv zu gestalten gelte auch für andere Herausforderungen unserer Zeit. Der Wandel der Mobilität wird zu tiefgreifenden Neuerungen in der Automobilindustrie und vieler von ihr abhängiger Unternehmen und Branchen führen. „Ein zentrales Element ist dabei der Einstieg in die Elektromobilität. Für die erfolgreiche Umsetzung braucht es Pioniere und Vorreiter bei Unternehmen, in der Politik und auch bei Verbänden“, zeigte sich Vorsitzender Pfeiffer überzeugt. Die Gremiumsmitglieder begrüßten eine Positionierung als Vorreiter gerade auch der IHK, die sich durch den verstärkten Einsatz von E-Fahrzeugen in der IHK und den Ausbau der Ladeinfrastruktur an ihren Einrichtungen konkretisieren soll.

Leitfaden für Kommunalwahl

Anlässlich der Kommunalwahl im nächsten Jahr stellte die IHK eine Broschüre mit den wichtigsten Themenfeldern und Forderungen der regionalen Wirtschaft vor. Zu den branchenübergreifenden Herausforderungen gehören die Themen Fachkräftemangel, Digitalisierung, Mobilität, Flächennutzung oder Energieversorgung. Die Kommunalpolitik müsse die Weichen vor Ort so stellen, dass sich die Region insgesamt positiv weiterentwickeln kann. Die Stadt Amberg und der Landkreis müssten attraktiver werden, um eine gute Lebensqualität sicherzustellen. Das erfordere auch mutige und effiziente Entscheidungen seitens der kommunalen Verwaltung, waren sich die Gremiumsmitglieder einig. Die Broschüre wird in den nächsten Wochen an die regionale Politik verteilt und soll als Leitfaden und Diskussionsgrundlage über den Wahltermin hinaus gelten.