IHK-Gremium Kelheim

Fachkräfte lotsen und halten

30.09.2019
Der Fachkräftemangel hält an. Betriebe müssen zunehmend kreativ sein, um an Personal zu kommen“, sagte Michael Gammel, Vorsitzender des IHK-Gremiums Kelheim bei dessen Sitzung im Aventinum in Abensberg. Die Unternehmerinnen und Unternehmer informierten sich, wie sie über ihre Auszubildenden Nachwuchskräfte anwerben können und wie sich die bürokratischen Herausforderungen bei der Anstellung von Fachkräften aus dem Ausland verändern.

Orientierung geben

Ein entscheidender Baustein, um Auszubildende zu gewinnen, ist für Vera Probst, Regionalkoordinatorin des bayernweiten IHK-Projekts AusbildungsScouts, „Berufsorientierung bereits an der Schule und auf Augenhöhe“. Genau dort setze die IHK-Initiative an. Bei Schulbesuchen in der Region berichten Auszubildende aus Unternehmen den Schülern der Vorjahresabgangsklassen von ihrer Ausbildung, geben Tipps zur Berufsorientierung und zeigen, welche Karrierewege die berufliche Ausbildung bereithält. „Die AusbildungsScouts sprechen die gleiche Sprache und verstehen die Interessen sowie Sorgen der Schüler oftmals besser“, beobachtet Probst. Für Unternehmen sei das Projekt eine gute Möglichkeit, über ihre Azubis potenzielle Nachwuchskräfte anzusprechen. Firmen, die einen AusbildungsScout stellen möchten, oder an einem Vortrag interessierte Schulen könnten sich direkt an Vera Probst, Tel. 0941 5694-329, probst@regensburg.ihk.de wenden. „Neben der eignen betrieblichen Ausbildung sind Fachkräfte aus dem Ausland eine Stellschraube, um den Personalbedarf zu decken“, so Gammel. Dabei gebe es jedoch oftmals viele bürokratische Hürden. IHK-Referentin für Fachkräftesicherung Nicole Scheßl informierte über die Neuerungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das zum 01. März nächsten Jahres in Kraft tritt: „Es schafft einen Rahmen für eine gezielte und gesteigerte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten.“ Zu den wesentlichen Neuerungen gehörten u. a. der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe und der Verzicht auf eine Vorrangprüfung gegenüber EU-Bürgern.

Zukunft gestalten

„Egal ob aus dem Ausland oder aus Nachbarregionen, damit Fachkräfte zu uns kommen, muss der Standort als Arbeitsort mit Lebensqualität punkten“, betonte Manuel Lorenz, IHK-Geschäftsstellenleiter im Landkreis Kelheim. Die Standortattraktivität für potentielle Fachkräfte wie auch neue Unternehmen machten die Gremiumsmitglieder deshalb als einen wichtigen Baustein für das Wirtschaftsleitbild der Region aus. Innerhalb weiterer Themenfeldern wie Infrastruktur oder Digitalisierung sollen darin Handlungsfelder aufgezeigt und Forderungen an die Verwaltung und Politik gestellt, um den Landkreis zukunftsfähig aufzustellen. Das Wirtschaftsleitbild wird im kommenden Jahr vorgestellt.