Technologischer Wandel bietet Chancen

Digital einen Schritt voraus

22.10.2019
Welche Zutaten benötigen innovative Ideen? Und wie entstehen daraus neue Produkte und Geschäftsmodelle? Über den Status quo und Entwicklungspotenziale von Megatrends wie Künstliche Intelligenz (KI), Big Data oder Sensortechnologien in der Industrie 4.0 informierten sich mehr als 100 Interessierte am Innovationstag 2019 der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.
Experten wie der Zukunftsforscher und Autor Dr. Ulrich Eberl oder Prof. Dr. Karsten Weber, Leiter des Labors für Technologiefolgenabschätzung und Angewandte Ethik an der OTH Regensburg, sensibilisierten die Teilnehmer über Technologiethemen hinaus. Innovationen sind der Motor der Wirtschaft, so der Konsens. Neue, digitale Technologien optimieren Abläufe und stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Was hinter neuen Entwicklungen steht, betonte IHK-Vizepräsident Peter Esser in seinem Grußwort: „Innovationen werden von Menschen geschaffen, nicht von Maschinen, Computern oder Algorithmen.“

Kreativität und Wissen als Basis

Kreativität und damit verbunden die Fähigkeit, alte Denkmuster und Regeln zu durchbrechen, sei ein Eckpfeiler für Innovation, so Esser. Dafür brauche es Freiräume in Unternehmen. „Diese müssen anderes Denken und kreative Prozesse zulassen und fördern – auch wenn dies nicht immer bequem ist.“ Der zweite wesentliche Faktor für Innovation sei Wissen. Gerade hier können digitale Technologien unterstützen, beispielsweise durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Um die Innovationskraft in der Region zu stärken, sollten Unternehmen zum einen die kreative Intelligenz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, zum anderen müssen Menschen im Umgang mit neuen Technologien befähigt werden. „An dieser Aufgabe müssen Unternehmen, Politik und Gesellschaft konsequent arbeiten, denn der technologische Wandel bietet zahlreiche Chancen“, sagte Esser.

Smarte Maschinen verändern die Welt

Zukunftsforscher Eberl zeigte, wie KI, Robotik und das Internet der Dinge künftig Teil unseres Arbeitslebens und Alltags werden. Dabei stelle sich die Frage, ob smarte Maschinen künftig menschliche Arbeit ersetzen. Eberl sieht ein Miteinander von Mensch und Maschinen. „Smarte Maschinen werden Arbeitsabläufe automatisieren, nicht nur in Fabriken, sondern vor allem auch bei Routinetätigkeiten in Büros.“ Dies werde viele Jobs grundlegend verändern, aber nicht überflüssig machen. Den Menschen ersetzen werden die Maschinen nicht. „Vor allem bei weichen Faktoren wie Kreativität oder der emotionalen und sozialen Intelligenz sind die Grenzen von smarten Maschinen erreicht. Wir werden diese als vielfältige Assistenten nutzen, nicht mehr und nicht weniger“, zeigte sich Eberl sicher.