Fachkundeprüfung

Güterkraftverkehr

Hintergrund und Voraussetzungen

Unternehmer im Straßentransportgewerbe, die Güterkraftverkehr betreiben, benötigen hierfür eine Erlaubnis oder EU-Lizenz des zuständigen Landratsamtes oder der zuständigen Stadtverwaltung (bei einem Firmensitz in den kreisfreien Städte Amberg, Regensburg und Weiden).
Voraussetzungen für die Erteilung einer Genehmigung sind ein Nachweis der fachlichen Eignung zum Führen eines Güterkraftverkehrsunternehmens, in der Regel durch das Ablegen einer Prüfung bei der IHK sowie die persönliche Zuverlässigkeit und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes. Abzulegen ist die Prüfung durch den Verkehrsleiter. Dies ist in der Regel der Unternehmer selbst, alternativ eine zur Leitung der Verkehrstätigkeiten bestellte Person.
Die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim führt Prüfungen für Bewerber mit Wohnsitz in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim durch. Die  Prüfungstermine werden nach Bedarf etwa alle sechs bis acht Wochen festgelegt. Eine Anmeldung ist jederzeit möglich. Liegt diese bei der der IHK Regensburg vor, erfolgt die Einladung etwa 14 Tage vor dem Prüfungstermin. Die Prüfungsgebühr beträgt 190 Euro. 

Prüfungsanforderungen

Die Prüfung besteht aus zwei schriftlichen Teilen von je zwei Stunden sowie einem mündlichen Teil von 30 Minuten. Sie umfasst folgende Bereiche:
  • Güterkraftverkehrsrecht
  • Gewerberecht einschließlich Gefahrgut- und Abfalltransporte und Recht der Beförderung lebender Tiere
  • Straßenverkehrsrecht
  • Arbeitsrecht
  • Sozialversicherungsrecht
  • Bürgerliches Recht
  • Handelsrecht einschließlich Beförderungsbedingungen und Beförderungsdokumente
  • Steuerrecht
  • Zahlungsverkehr und Finanzierung
  • Kostenrechnung
  • Kalkulation und Beförderungspreise
  • Buchführung
  • Versicherungswesen
  • Betriebsführung von Kraftverkehrsunternehmen
  • Marketing
  • Zulassung und Betrieb der Fahrzeuge
  • Instandhaltung und Untersuchung der Fahrzeuge
  • Fahrzeuggewichte und Abmessungen
  • Ladungssicherungsmittel
  • Beförderung von gefährlichen Gütern und Abfällen
  • Beförderung von Nahrungsmitteln
  • Telematik
  • Unfallverhütung und Maßnahmen, die bei Unfällen zu ergreifen sind
  • Arbeitsschutz
  • Verkehrssicherheit - Regeln für die Ladungssicherung
  • Grundregeln des Umweltschutzes bei der Verwendung und Wartung der Fahrzeuge
  • Grundzüge der Bestimmungen, die für den Güterkraftverkehr zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und anderen Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums sowie zwischen diesen und Drittländern gelten
  • Grundzüge der Zollpraxis und -formalitäten, Arten, Bedeutung und Inhalte der Beförderungsdokumente sowie Frachtabfertigung
  • Grundzüge der Verkehrsregeln in den Nachbarstaaten, insbesondere in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union
Detailliertere Angaben zu den einzelnen Prüfungsbereichen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt Fachkundeprüfung für den Güterkraftverkehr

Prüfungsvorbereitung

Beispiele für Lehrbücher, die zur Vorbereitung der Eignungsprüfung dienen, sind:
Weiterhin bieten beispielsweise folgende Veranstalter Vorbereitungskurse im IHK-Bezirk durch:

Lehrgangsveranstalter werden weder von der IHK zugelassen, noch kontrolliert. Mit der Aufzählung von Lehrgangsveranstaltern und Fachliteratur ist keine Wertung verbunden. Sie bietet grundsätzlich keine Gewähr für die Qualität und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Weitere Veranstalter in anderen Regionen erfahren Sie über die örtlich zuständige IHK. Darüber hinaus steht Ihnen für eine Suche nach Lehrgängen auch das Weiterbildungsinformationssystem WIS der IHKs zur Verfügung: wis.ihk.de

Nachweis der fachlichen Eignung ohne Prüfung

Sie brauchen keine Eignungsprüfung abzulegen, wenn Sie nachweisen können, dass Sie zum 4. Dezember 2009 bereits ohne Unterbrechung eine mindestens zehnjährige, leitende Tätigkeit in einem Unternehmen ausgeübt haben, das gewerblichen Güterkraftverkehr (keinen Werkverkehr) betreibt. Die Anerkennung der Fachkunde ist bei der IHK zu beantragen. Hierfür ist ein Fachgespräch vorgesehen.
Ebenfalls keine Eignungsprüfung ist notwendig, wenn Sie bereits eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder einer anerkannten beruflichen Weiterbildung bestanden haben. Dies trifft auf folgende Ausbildungen zu, wenn sie vor dem 4. Dezember 2011 begonnen wurden:
  • Speditionskaufmann (Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung)
  • Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr, Schwerpunkt Personenverkehr
  • Verkehrsfachwirt
  • Dipl.-Betriebswirt im Ausbildungsbereich Wirtschaft, Fachrichtung Spedition der Berufsakademien Lörrach und Mannheim
  • Dipl.-Betriebswirt im Fachbereich Wirtschaft I, Studiengang Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik an der Fachhochschule Heilbronn
  • B.A. Studiengang Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik, Vertiefungsrichtung Personenverkehr der Hochschule Heilbronn
Detailliertere Informationen zur Fachkundeprüfung im Güterkraftverkehr entnehmen Sie bitte unserem Merkblatt.