Pressemeldung

Zukunftsweisende Infrastruktur

„Wichtige Infrastrukturprojekte weisen den Weg in die Zukunft unseres Landkreises“, sagte Hubert Döpfer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Schwandorf bei dessen Sitzung vergangene Woche zu Gast beim Zweckverband Müllverwertung Schwandorf. Roland Kittel, Geschäftsführer des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet an der Autobahn A 93, Frank Viehmann, Abteilungsleiter des staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach, und Dr. Robert Baumhof, IHK-Bereichsleiter Energie, Innovation, Umwelt, Industrie, berichteten über den Stand wichtiger Projekte für die Region. Martina Englhardt-Kopf, Direktkandidatin für den Bundeswahlkreis der Landkreise Cham und Schwandorf, Brennberg sowie Wörth an der Donau, stellte den Gremiumsmitgliedern ihre Pläne für die Region vor. „Strukturmaßnahmen sind oftmals langwierig, deshalb müssen wir schon heute an den bestmöglichen Rahmenbedingungen für morgen arbeiten“, betonte Döpfer.

Entwicklungsflächen benötigt

Mit dem wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und Regionen wächst oftmals auch der Bedarf an Fläche. Knapp 34 Prozent der im Landkreis Schwandorf befragten Unternehmen gaben bei der IHK-Standortumfrage 2020 an, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Standorterweiterung zu planen. „Bereits ansässigen sowie investitionsbereiten Unternehmen, die sich im Landkreis ansiedeln wollen, müssen geeignete Flächen mit Entwicklungspotenzial geboten werden“, so Döpfer. Das sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises. Ein idealer Ansatz dafür ist aus Sicht des Gremiums das interkommunale Gewerbegebiet Wackersdorf, Schwandorf und Steinberg am See. Auf rund  352 Hektar entwickeln die benachbarten Gemeinden gemeinsame Flächen. Für Kittel zeichnet sich die Fläche unter anderem durch „die gute Lage an den beiden Verkehrsachsen B 85 und A 93 aus.“ Im März dieses Jahres wurde der Flächennutzungs- und Landschaftsplan genehmigt, kommendes Jahr sollen sich die ersten Firmen zunächst Am Richtfeld, nördlich der B 85, ansiedeln. „Es gibt bereits eine hohe Nachfrage“, bestätigte Kittel den dringenden Flächenbedarf der Firmen.

Verbindungen schaffen

Neben der Anbindung an das Straßennetz prägt auch die Schiene die Infrastrukturbedingungen einer Region. Seit Jahren setzen sich die Schwandorfer Wirtschaftsvertreter für die Beseitigung des beschrankten Bahnübergangs im Nabburger Stadtgebiet ein. Lange Wartezeiten und daraus resultierende Staus stellten Mitarbeiter sowie Kunden oftmals auf eine Geduldsprobe, verzögerten den innerstädtischen Verkehrsfluss und damit auch die Logistik der Unternehmen. „Für die Maßnahme Bahnübergang Nabburg läuft aktuell noch das Planfeststellungsverfahren“, berichtete Viehmann vom aktuellen Stand des Projekts, das immer wieder mit Einwänden seitens des Stadtrates konfrontiert werde. Bereits 2007 startete die Planung, inzwischen laufe mit der 2. Tektur eine erneute Änderung des Bauantrags. „In der aktuell vorgesehenen Maßnahme soll die Bahnlinie auf dem jetzigen Niveau verlaufen und die Straße mit einer Eisenbahnüberführung kreuzen“, so Viehmann.
Die Wichtigkeit von Verbindungen für und im ländlichen Raum betonte auch Englhardt-Kopf: „Es gilt die Strukturen vor Ort fit für die Zukunft zu machen.“ Ländliche Gebiete stünden gerade hinsichtlich des Infrastrukturausbaus oftmals vor anderen Herausforderungen als Ballungsgebiete. Leistungsfähige Verbindungen hinsichtlich Verkehrs- sowie Datenverbindungen sieht sie unter anderem als Grundvoraussetzung für eine zukunftsfähige Entwicklung des Landkreises.  
Ebenso gewinne der Netzausbau mit Blick auf Erneuerbare Energien an Wichtigkeit, weiß IHK-Experte Dr. Baumhof: „Um insgesamt über 7.800 Leitungskilometer muss das deutsche Übertragungsnetz erweitert werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und den Energiehandel über nationale Grenzen zu ermöglichen.“ Neben des Ostbayernrings und der Juraleitung sei der SuedOstLink, der von Klein Rogahn bei Schwerin bis zum Endpunkt Isar bei Landshut auch durch den Landkreis Schwandorf verläuft, ein entscheidendes Bauvorhaben. Dessen Start ist für 2022 vorgesehen.
(15.06.2021)