Pressemeldung

Unternehmensnachfolge nicht aufschieben

Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Unternehmensnachfolge im Mittelstand. „Wir beobachten, dass viele Unternehmerinnen und Unternehmer, bei denen in nächster Zeit eigentlich eine Nachfolge anstehen würde, diese noch einmal verschieben“, sagt Daniela Sehling von der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Vor allem für Senior-Chefs, die ein Unternehmen an Familienfremde abgeben wollen, sei der Zeitpunkt mitunter schlecht, weil durch die Corona-Krise der Unternehmenswert möglicherweise litt.
Letztlich ginge es auch um die Verkaufssumme, erklärt Sehling, die bei der IHK Betriebe zu den Themen Gründung, Unternehmensförderung und -nachfolge berät. Auch der aktuelle Unternehmensnachfolge-Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt: Im Fokus steht momentan klar die Existenzsicherung. Der Großteil der zur Übernahme anstehenden Unternehmen in Deutschland entfiel laut DIHK-Report im Jahr 2019 auf die Branchen Handel (30 Prozent), Industrie (21 Prozent) sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe (18 Prozent).

Nachfolge beginnt mit der Gründung

Die derzeitige Situation ist für Senior-Chefs nicht einfach. Viele Unternehmen verbuchen Corona-bedingt Einbrüche in der Ertragslage. „Doch beim einseitigen Schielen auf die bloßen Zahlen darf die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells nicht aus den Augen verloren werden“, betont Sehling. Deshalb ist es wichtig, möglichen Kaufinteressenten nicht nur eine langfristige Perspektive zu präsentieren, sondern auch konkrete Maßnahmen, die sich nach Möglichkeit schon in der Umsetzung befinden. Ein gut aufgestelltes Unternehmen kann schneller verkauft werden – und auch der Verkaufserlös ist in der Regel attraktiver. Nach wie vor unterschätzen viele Unternehmer, wie lange eine solide Übergabe dauert, so Sehling. Vom ersten Gedanken, der Suche nach einem geeigneten Nachfolger über die Einigung bis hin zum Abschluss der Verträge vergingen häufig zwischen drei bis fünf Jahre.

Kostenfreie IHK-Angebote nutzen

Nachfolge fängt mit der Gründung an – dieser Leitsatz sollte stets berücksichtigt werden, weiß die IHK-Expertin, denn „ein Unternehmer kann immer kurzfristig und völlig unerwartet ausfallen.“ Das Thema Nachfolge sollte deshalb als strategische Managementaufgabe betrachtet und von Beginn an mitgedacht werden. Auch wenn aktuell weniger Übergaben stattfinden und andere Aufgaben wichtiger erscheinen – so könne man die Zeit trotzdem zum Sammeln von Informationen nutzen, sagt Sehling und verweist auf die kostenfreie sowie vertrauliche Orientierungsberatung der IHK. Dort entwerfen die IHK-Experten zusammen mit den Unternehmern einen Fahrplan für ihre Nachfolge und zeigen auf, welche Fragestellungen beispielsweise noch mit dem Steuerberater oder Rechtsanwalt zu klären sind.
Die IHK bietet ebenfalls eine kostenfreie, virtuelle Veranstaltungsreihe zum Thema Unternehmensnachfolge an, in der sich Interessierte über die unterschiedlichen Formen der Firmenübergabe oder des -verkaufs sowie Praxisbeispiele erfolgreicher Übergaben informieren können. Das erste Info-Webinar zur „Roadshow Unternehmensnachfolge" findet am 6. Mai 2021 von 18 bis 20.30 Uhr statt – Anmeldung unter www.ihk-regensburg.de/event/166148056. Weitere Termine unter www.ihk-regensburg.de/veranstaltungen
(22.04.2021)