Pressemeldung

Nach der Anerkennung kommt die Weiterbildung

Der Fachkräftemangel stellt bereits heute in vielen Wirtschaftsbereichen eine echte Wachstumsbremse dar. Dabei verfügen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln über Berufsabschlüsse, die sie in ihrer Heimat erworben haben. Bei den IHKs können sie prüfen, inwieweit ihre Ausbildung mit einer dualen Ausbildung hierzulande übereinstimmt. Der Mechatroniker Dejan Baždar aus Regensburg hat das mit Erfolg getan – seine ursprüngliche Ausbildung zum Techniker Mechatroniker in Serbien wurde am 9. Juli dieses Jahres voll anerkannt. Sein Abschluss gilt auf dem deutschen Arbeitsmarkt nun als gleichwertig.
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim Dr. Jürgen Helmes gratulierte dem gebürtigen Serben, der damit den 400. positiven Anerkennungsbescheid im IHK-Bezirk erhalten hat, und betonte: „Durch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ergibt sich eine Win-win-Situation sowohl für ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für die regionalen Unternehmen.“ Die Jobaussichten für Bewerber mit anerkanntem Berufsabschluss erhöhten sich auf dem Arbeitsmarkt deutlich und die Betriebe könnten besser beurteilen, ob die Qualifikation eines Mitarbeiters oder Bewerbers den Stellenanforderungen entspricht. Dejan Baždar ist vor drei Jahren mit seiner Frau nach Deutschland gekommen und ist aktuell als Servicetechniker bei der Gernep GmbH beschäftigt. Der junge Mann schmiedet bereits weitere Pläne für seine berufliche Karriere: „Als nächsten Schritt möchte ich eine Meisterausbildung als Elektrotechniker – Fachrichtung Automatisierung und Systemelektronik beginnen.“

Berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen

Das 2012 beschlossene Berufsqualifikations-Feststellungsgesetz (BQFG) bildet die Grundlage für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Es gibt allen Personen, die im Ausland einen staatlich anerkannten Beruf erworben haben, einen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit. Das Anerkennungsgesetz sei ein wichtiger Baustein für die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte, betonte Helmes. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ausländischem Abschluss sollten in jedem Fall die Möglichkeit nutzen, ihren Berufsabschluss ins deutsche Berufsbildungssystem einordnen zu lassen und damit ihre Karrierechancen zu erhöhen.“
Die zentrale Anerkennungsstelle der IHKs, die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg, überprüft die Abschlüsse aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Die IHK vor Ort übernimmt die kostenlose Beratung und Unterstützung bei der Antragsstellung. Ein entsprechender Arbeitsplatz sei entscheidend, um in einem neuen Land Fuß zu fassen, zeigte sich IHK-Beraterin Tanja Graf sicher: „Mit der Anerkennung des Abschlusses nehmen die ausländischen Fachkräfte ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand und können ihre Fähigkeiten dann auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt gezielt unter Beweis stellen.“

Daten aus der Region

Etwa 2.400 Anfragen zählte die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim seit Beginn des Anerkennungsgesetzes. Die meisten Antragstellerinnen und Antragsteller in der Region stammten aus Polen, Rumänien und Bulgarien und wollten hauptsächlich Abschlüsse als Kauffrau/-mann für Büromanagement, Elektroanlagenmonteur/-in sowie Fachkraft für Metalltechnik anerkennen lassen.
(24.09.2021)