Pressemeldung

Entwicklungspotenzial steigern

„Nie waren die Standortbedingungen vor Ort für die heimische Wirtschaft und ihre Wettbewerbsfähigkeit wichtiger als jetzt“, sagte Ursula Hammerbacher, Vorsitzende des Neumarkter Gremiums der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, bei dessen virtueller Sitzung vergangene Woche. Die Corona-Pandemie zeige schonungslos die Stärken und Schwächen einer Wirtschaftsregion.
Die Ergebnisse der IHK-Standortumfrage 2020 für den Landkreis Neumarkt zeigen: Insgesamt bewerten die Unternehmen die Region mit der Schulnote 2,15. „Der Landkreis kann vor allem hinsichtlich seiner Umwelt- und Lebensqualität, der Loyalität der Mitarbeiter und seiner Verkehrsinfrastruktur punkten“, berichtete IHK-Bereichsleiterin Standortpolitik Sibylle Aumer. Dem gegenüber stehen unter anderem eine unzureichende digitale Infrastruktur bei Mobilfunk und Breitband und das Fehlen von Gewerbeflächen. 39 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, in den nächsten fünf Jahren erweitern zu wollen. Weiteren Handlungsbedarf sehen die Unternehmen bei der Unternehmensfreundlichkeit und eGovernment-Angeboten der kommunalen Verwaltung. „Genehmigungsverfahren gestalten sich aus Sicht der Betriebe oftmals langwierig“, so Aumer.

Wachstumsimpulse setzen

Um die Bedürfnisse der Unternehmen zu kennen, „sind die Gespräche mit der Wirtschaft für mich von großer Bedeutung“, sagte Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker im Austausch mit den Gremiumsmitgliedern. „Wir müssen unsere Wirtschaft unterstützen und durch diese schwierige Zeit begleiten. Nur so können wir Know-how und Arbeitsplätze in der Region halten“, so Füracker weiter. Er zeigte sich von der Leistung der vom inhabergeführten Mittelstand geprägten Neumarkter Wirtschaft beeindruckt: Die Unternehmen versuchten das Beste aus der aktuellen Situation zu machen und mögliche Chancen zu sehen und zu nutzen. „Die Firmen brauchen Möglichkeiten, aus der Krise heraus wachsen zu können“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Dazu brauche es bestmögliche Rahmenbedingungen, Wachstumsimpulse müssten gesetzt sowie Investitionen gefördert werden. Zusätzliche steuerliche Belastungen hingegen würden die Betriebe ausbremsen. Doch je länger der Lockdown dauert, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Unternehmen trotz Staatshilfen die Zeit mit teils dramatischen Umsatzeinbußen nicht mehr überbrücken können. „Es braucht eine Öffnungsstrategie, die keinen Jojo-Effekt nach sich zieht“, so Helmes weiter. Betrieben zuzumuten, in einem wöchentlichen Turnus zu öffnen und dann wieder schließen zu müssen, sei nicht zumutbar. Hammerbacher stimmte zu: „Für Unternehmen gibt es nichts schlimmeres als Planungsunsicherheit.“ Füracker hatte Verständnis für die herausfordernde Situation, dennoch wolle man nichts in Aussicht stellen, was die Entwicklung der Pandemie letztlich nicht zulasse. „Auch wenn ich die Enttäuschung gut nachvollziehen kann: Zu verantwortungsvoller Politik gehöht auch, nicht ständig Ankündigungen und Zusagen in den Raum zu stellen, die am Ende nicht haltbar sind“, so der Minister.
(08.02.2021)