Pressemeldung

Damit die Glasfaser überall ankommt

Bei einer Aktuellen Stunde der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim berichtete Bayerns Staatsminister der Finanzen und für Heimat Albert Füracker vom Stand des Breitbandausbaus im Freistaat. An der Diskussion nahmen mehr als 80 Vertreter aus Politik und Unternehmen teil. „Die Digitalisierung entwickelt sich immer mehr zum Wachstumstreiber für die Wirtschaft und sie hat durch die Corona-Pandemie nochmals einen deutlichen Schub erhalten“, begrüßte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes die Teilnehmer an der virtuellen Runde.
Moderne Industrie 4.0-Anwendungen, Online-Handel, Social-Media-Marketing, der Datenaustausch über Online-Plattformen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in Industrie, Handel, Tourismus und im Dienstleistungssektor seien nur einige Bereiche, für die leistungs- und zukunftsfähige Datenautobahnen notwendig sind. „Um im Wettbewerb bestehen zu können, um innovative Dienste und Anwendungen nutzen und schaffen zu können, benötigen Unternehmen leistungsfähige Glasfasernetze an ihren Standorten – und zwar bis in die Gebäude hinein“, sagte Helmes.
Staatsminister Albert Füracker sieht Bayern beim Breitbandausbau im Bundesvergleich auf einem sehr guten Weg. So seien 60,1 Prozent der Haushalte in Bayern schon heute gigabitfähig erschlossen. Sein Ministerium fördert auch weiterhin die Kommunen bei der Umsetzung des Glasfaserausbaus massiv. „Unsere Förderung ist ein absoluter Erfolg: Bis heute haben bereits über 1.800 Gemeinden im Freistaat von insgesamt 1,2 Mrd. Euro Unterstützung profitiert. 55.000 km neue Glasfaser wurden so verlegt. Dank dieses Einsatzes sind schon über 97 Prozent der bayerischen Haushalte mit schnellem Internet versorgt“, betonte der Finanzminister. Verfahrensträger sind die Gemeinden, denn „niemand weiß besser als die Bürgermeister vor Ort, welche Bandbreite die Menschen und Firmen in ihrer Gemeinde brauchen“, erklärte Füracker das Verfahren. 

Zusammentun für schnelles Internet

Füracker empfiehlt vor allem für den ländlichen Raum: „Die Kommunen sollten sich zusammentun, interkommunal und schnell planen, damit sie dann rasch in die Ausschreibung gehen können.“ Das Ziel laute: Gigabit bis in jeden Haushalt, mit der Prämisse: „Wer es wirklich haben möchte, der wird gefördert.“ Wie das aussehen kann, wurde am Beispiel des Landkreises Cham deutlich. Von dessen landkreisweitem Breitband-Programm berichtete Landrat Franz Löffler. Für die dort nun derzeit zu bauenden 1.700 km Glasfaserleitungen hat der Landkreis einen Eigenbetrieb ins Leben gerufen.
Fazit: Glasfaser sollte in einem zukunftsgewandten Blick Teil einer grundlegenden Versorgung sein, nur sei das noch nicht bei jedem angekommen. Dies bestätigt Alfred Rauscher vom Telekommunikationsdienstleister R-KOM in Regensburg. Er sieht den Hebel darin, nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage bei den Unternehmen als auch bei den Privathaushalten zu fördern. „Wenn wir Digitalisierung schaffen wollen, brauchen wir ein flächendeckendes Glasfasernetz. Das ist die größte Infrastrukturmaßnahme der letzten 50 Jahre.“
Karlheinz Brandelik von der Amberger Wirtschaftsförderungsgesellchaft Gewerbebau warb vor Ort auch für Flexibilität bei der Verlegung von Glasfaser-Kabeln. Denn nicht immer müsse bei der Erschließung tief in die Erde gegraben werden. Auch eine teilweise Verlegung über oberirdische Masten wäre möglich, wo das im Boden zu kompliziert oder teuer wäre. Füracker empfiehlt den Gemeinden, vor Ort mit den Menschen und Unternehmen wegen des konkreten Bedarfs zu reden und auch einmal kreative Lösungen anzubieten. „Nicht immer muss ein Einödhof aufwändig über den Tiefbau an der Straße entlang mit Breitband erschlossen werden. Es reicht vielleicht auch, ein Leerrohr unter dem Acker zu verlegen und so Kosten zu sparen."
(26.04.2021)