Pressemeldung

Ausbildungsmarkt mit „Schwarzer Null“

Eine „Schwarze Null“ von Plus 0,6 Prozent meldet die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim an besetzten Lehrstellen zum Start des Ausbildungsjahres 2021 (Stand: August 2021). Insgesamt starten 3.562 junge Menschen jetzt mit einer Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen ins Berufsleben.
IHK-Bereichsleiter Berufsbildung Ralf Kohl stimmt dies nicht besonders glücklich: „2020 verzeichneten wir ein historisches Minus von 18,8 Prozent im Vergleich zu 2019. Immerhin konnte die Talfahrt gestoppt werden, eine Trendumkehr wird es auf absehbare Zeit aber nicht geben.“ Denn weniger die Corona-Pandemie, sondern vielmehr die demografische Entwicklung sowie der Trend zur höheren Schulbildung setzen die betriebliche Ausbildung unter Druck. Somit gibt es auch dieses Jahr nach Rückmeldung der Arbeitsagenturen wieder viele unbesetzte Lehrstellen.
Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen sei trotz schwieriger Rahmenbedingungen ungebrochen hoch. „Jedoch mangelt es den Betrieben durch alle Branchen hinweg an Bewerberinnen und Bewerbern“, stellt Kohl fest. Corona habe dem Image der betrieblichen Ausbildung insofern geschadet, dass niederschwellige Werbemöglichkeiten etwa über Schülerpraktika wegfielen. Mittlerweile schließen Online-Formate, etwa digitale Ausbildungsmessen, die Lücke. Auch die IHK hat ihr erfolgreiches Projekt AusbildungsScouts virtualisiert. Rund 110.000 Schülerinnen und Schüler in Bayern konnten die IHKs seit Projektbeginn für die berufliche Bildung interessieren.

Ausbildung bleibt sichere Zukunftswahl

Trotz allem überzeuge der persönliche Kontakt, etwa übers Probearbeiten, junge Menschen am ehesten für einen Ausbildungsbetrieb, weiß Kohl. „Wenn man in den Arbeitsalltag hineinschnuppern kann, dann wird das Berufsleben greifbar.“ Er hofft, dass nach den umfassenden Corona-Maßnahmen wieder mehr Praxiserfahrung für Schülerinnen und Schüler möglich sein wird. Die Betriebe jedenfalls hätten während der Corona-Pandemie alles dafür getan, junge Menschen gut auszubilden. „Die Prüfungsergebnisse in diesem Jahr geben ihnen Recht: Diese sind ebensogut wie in den Jahren davor.“
Gerade in unsicheren Zeiten erweise sich die Berufsausbildung als eine sichere Wahl. „Die berufliche Ausbildung bleibt die Eintrittskarte in das Berufsleben und sie eröffnet weitere Chancen“, wirbt Kohl. Denn Weiterbildungen böten die Möglichkeit, sich als Fachwirt oder Betriebswirt gleichwertig und international anerkannt auf das Bachelor- oder gar Master-Niveau zu qualifizieren. „Jedem Auszubildenden stehen hervorragende berufliche Perspektiven und gute Einkommensmöglichkeiten offen.“
(31.08.2021)