Unternehmensportrait - Ausgabe 07|08

Erfolgreich abheben

Mit Know-how im Sondermaschinenbau revolutioniert die Uplifter GmbH & CO.KG aus dem Landkreis Schwandorf die Hebetechnik auf Baustellen. An schwer zugänglichen Einsatzorten transportieren die Geräte Baumaterialien und unterstützen bei ihrer Montage.
Verkäufer müssen ihre Produkte und deren Vorteile kennen, das gilt auch bei Maschinen für Baustellen. Geschäftsführer Martin Lobinger ging einen Schritt weiter – die Uplifter GmbH & Co.KG kennt nicht nur die bestehenden Lösungen, sondern baut sie selbst. Nach der Ausbildung zum Landwirt und erster Berufserfahrung gründete Lobinger 2001 das Unternehmen am ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern in Oberaich, Teil der Schwandorfer Gemeinde Guteneck. Zunächst importierte der Betrieb die Geräte anderer Hersteller zum Heben und Verfahren von Lasten, um sie weiter zu verkaufen oder zu vermieten. „Wir haben damals den Minikran auf die Baustellen Deutschlands geholt“, erzählt der Unternehmensgründer. Die ersten Maschinen gingen damals an das BMW-Werk in Leipzig. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre baute er das Know-how stetig aus und entwickelte die Firma vom Handelsunternehmen für Arbeitsgeräte zum international agierenden Sondermaschinenbauer für Hebe- und Vakuumtechnik.
Martin Lobinger, Geschäftsführer der Uplifter GmbH & Co.KG
© MG Fotografie
Wir können die Bauteile mit modifizierbaren Greifarmen direkt greifen und in alle Richtungen drehen.

Martin Lobinger

Hoch hinaus

Die Herausforderungen seiner Kunden – insbesondere aus der Baubranche – hat er dabei immer im Blick: Schwere und zerbrechliche Lasten müssen über teilweise schlecht zugängliches Gelände transportiert und dort präzise montiert werden. „Dafür bieten wir eigene Produktlösungen“, ist Firmengründer Lobinger stolz auf die Entwicklung seines Unternehmens. Wie „Tempo“ für ein Taschentuch stehe ein „Uplifter“ als Synonym für eine Maschine zum Heben und Verfahren von Lasten. Wenn ein Kunde eben jenen bestellt, denkt er an Minikrane, Lastenlifte oder Vakuumheber. Die Geräte kamen bereits bei bekannten Bauwerken und in schwindelerregenden Höhen zum Einsatz. So transportierten Maschinen von Uplifter Fensterfronten auf dem Burj al Arab in Dubai, unterstützten unter den wachsamen Augen der Mona Lisa bei der Fassadenmontage im Pariser Louvre oder halfen, die gläserne Hülle für die Klänge der Hamburger Elbphilharmonie zu bauen.
Auch die Beschaffenheit der Materialen spielt für Lobinger und sein Team eine Rolle: „Anders als beispielsweise ein gewöhnlicher Stapler, transportieren wir die Bauteile nicht auf einer Palette, sondern können sie mit modifizierbaren Greifarmen direkt greifen und in alle Richtungen drehen.“

Baustellen-Biest

Die Vision des Geschäftsführers, „das Bauen mit speziellen Maschinen einfacher und sicherer zu machen“, funktioniert – insbesondere mit der unternehmenseigenen Produktentwicklung. „Der Glassworker mit Vakuumsauger revolutioniert die Hebetechnik auf Baustellen. Ein Gerät mit rein elektrischem Antrieb zum Ansaugen, Heben und Senken von Glasscheiben und glatten Bauelementen“, erklärt Lobinger.
Glassworker GW 1125
© Uplifter GmbH & Co.KG
Die kleinste Ausführung schafft bis zu 295 Kilogramm und ist besonders für vertikale oder Kopfüber-Montagen im Innenbereich geeignet, während die Neuentwicklung „The Beast“ ihrem Namen alle Ehre macht: Ein Eigengewicht von 1,4 Tonnen hält hier einer Traglast von maximal 1,1 Tonnen entgegen. Einzeln steuerbare Stützfüße sorgen für einen sicheren Stand und können die Tragkraft bei der Montage fast verdoppeln. Mit zwölf pizzagroßen Saugtellern schnappt es sich seine Beute und transportiert sie in eine Hubhöhe von knapp fünf Metern. Eine Kombination aus Hydraulik und elektrischer Steuerung sorgt trotz der Schwerlast für millimetergenaue, dreidimensionale und stufenlose Steuerung. Durch einen Adapter kann das Vakuumkreuz bei Bedarf unkompliziert durch eine Staplergabel oder einer Seilwinde ersetzt werden.

Digitalisierung und Design

Eine Erhöhung der Traglast sei notwendig gewesen, da die Bauteile immer größer und schwerer werden, erzählt der Geschäftsführer von den Trends am Bau. „Fassaden bestehen aus immer mehr Glas und immer mehr vormontierten Bauteilen.“ Das Unternehmen hat bei der Entwicklung seiner Geräte zwei Trends im Blick: Design und Digitalisierung. Architekten beziehen das Unternehmen oftmals bei der Planung ihrer Objekte mit außergewöhnlichen und modernen Ideen ein, um vorab zu prüfen, was beispielsweise an schwer zugänglichen Orten überhaupt realisierbar ist.
„Baustellen werden digital“, sagt Lobinger. Er setze deshalb verstärkt auf Lasertechnik und autonom fahrende Maschinen. Eine Abteilung für Software-Entwicklung gibt es im Unternehmen bereits. Arbeiten sollen so automatisiert werden und die Baustellenmitarbeiter entlasten. Das helfe der Branche bei der Bewältigung des Fachkräftemangels. Einen Uplifter könne eine Person allein bedienen. Auch für die Angestellten behält das Unternehmen das Design im Blick. „Sie sollen Freude daran haben, unsere Geräte zu bedienen. Deshalb müssen sie sowohl technisch als auch optisch bestechen“, schmunzelt Lobinger. Die eigene Belegschaft aus der Vermietung begleitet die Uplifter-Baustelleneinsätze auch direkt vor Ort. So behält man bei Uplifter den Markt, seine Herausforderungen und die Bedürfnisse der Kunden im Blick, um darauf abgestimmt an individuellen Lösungen arbeiten zu können.

Großes steht an

Er selbst beschäftige inzwischen mehr als 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bildet selbst aus und setzt im Anschluss daran auf deren Weiterbildung, um selbst für Nachwuchs zu sorgen, unter anderem im viel nachgefragten IT-Bereich. Das Know-how aus Oberaich ist mit sieben Niederlassungen in Deutschland und zehn Tochtergesellschaften im Ausland weltweit vertreten. Aktuell wird der Entwicklungs- und Produktionsstandort in Nabburg erweitert.
„Unsere Geräte sind nicht nur in der Baubranche unverzichtbar geworden, sondern werden auch in vielen anderen Branchen immer wichtiger.“ Die maschinellen Helfer unterstützen beispielsweise auch in der Industrie bei der Bestückung von Maschinen, dem Transport von Bauteilen oder bei Wartungsarbeiten. „Egal wo ein Uplifter auf Montageeinsatz ist, unterstützen wir zusätzlich mit Reparaturen, Wartungsservices und Ersatzteilen“, betont Lobinger das Rundum-sorglos-Paket für seine Kunden. Es scheint, als hätte er noch einiges im Hinterkopf, um sein Unternehmen auf eine weitere Erfolgsstufe zu heben – ob nun mit einem weiteren internationalen Standort oder der Erweiterung des Hauptsitzes in Oberaich, bleibt abzuwarten.