Firmen vor Ort - Ausgabe 09|10

Jubiläen und Auszeichnungen

Betriebe blicken auf ihre erolgreiche Firmengeschichten zurück und feiern Jubiläen. Zwei Unternehmen aus der Region erhielten den den German Innovation Award bzw. German Brand Award für ihre Entwicklungen.

Vordenker der Arbeitswelt

Gemeinsam mit der bauer.com communication & marketing gmbh entwickelte die Gewerbepark Regensburg GmbH ihre Kampagne „Vordenker – 40 Jahre Gewerbepark“ und wurde nun mit dem German Brand Award 2021ausgezeichnet als „Special Mention“ in der Kategorie Excellence in Brand Strategy and Communication – Brand Communication – Integrated Campaign. Die Kampagne beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Arbeitswelt, nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie, verändert und welche Auswirkungen dies auf den Arbeitsplatz und das Büro der Zukunft haben könnte. Neben Social-Media-Posts, Anzeigenmotiven, Podcasts, Videos und Testimonials ist ein Magazin Kern des Kommunikationskonzepts, das die unterschiedlichen Rollen des Gewerbeparks als Vordenker in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region Regensburg zeigt. „Dieser audio-visuelle Ansatz gibt uns die Möglichkeit, den Firmen in der Region auf unterschiedlichen Ebenen unsere Ideen von passgenauen Lösungen für zeitgemäße, tätigkeitsbasierte und produktive Arbeitsplätze vorstellen zu können“, sagt der Gewerbepark-Geschäftsführer Roland Seehofer.

Patentierter Pick-Roboter

Die IGZ Ingenieurgesellschaft für logistische Informationssysteme mbH erhielt für ihren mehrfach patentierten mobilen Kommissionier-Roboter LUKE2 den German Innovation Award in Gold in der Kategorie „Logistics & Infrastructure“. Der Roboter ist der bislang einzige mobile, alternierend oder alternativ zum Mitarbeiter einsetzbare Pick-Roboter. Der kompakte Roboter ist in wenigen Minuten einsatzbereit, hat die notwendige Technik und Sensorik wie eine zentrale Daten- und Stromversorgung, Sensorik, Saugwerkzeuge, Lichtquellen und ein KI-gestütztes Bildverarbeitungssystem an Bord, lässt sich in bestehende Anlagen einbinden und übernimmt Pick-Aufgaben eigenständig. Einsatzgebiete sieht die IGZ insbesondere für die Hochleistungskommissionierung von Einzelteilen im Versandhandel bzw. E-Commerce-Fulfillment oder auch bei der Arbeitsvorbereitung in der Industrie. „Wir legen bereits seit langem den Fokus auf mechanisch simple und nachrüstbare Lösungen, die innerhalb kürzester Zeit produktiv gesetzt werden können. Ihnen gehört unseres Erachtens die Zukunft“, sagt Johann Zrenner, IGZ-Mitgründer und Geschäftsführer Innovation und Technik.

Erfolgreich aus der Wäsche schauen

Silke Auer (l.) und Ursula Hammerbacher (r.) gratulieren Josef Achatz und seiner Frau Gertrud zum Firmenjubiläum
IHK-Geschäftsstellenleiterin in Neumarkt Silke Auer (l.) und Gremiumsvorsitzende Ursula Hammerbacher (r.) gratulieren Josef Achatz und seiner Frau Gertrud zum 100-jähirgen Firmenjubiläum. © Firmenfoto
Nur wenige Jahre nachdem die New Yorkerin Mary Phelps Jacob den ersten modernen BH als Miederersatz erfand, eröffneten Theresia und Josef Achatz 1921 ihr erstes Geschäft mit einem breiten Sortiment aus Gemischtwaren – von Wäsche bis hin zu Scheuermitteln und Kerzen. Während Jacob die Rechte ihrer Erfindung verkaufte, blieb die Achatz Mode + Textil GmbH in Familienhand und spezialisierte sich auf Damen- und Herrenwäsche, feine Dessous sowie Bademoden. Josef Achatz und seine Frau Gertrud führen das Fachgeschäft in der Neumarkter Innenstadt und eine weitere Filiale am Amberger Marktplatz heute in dritter Generation. Im Laufe der Jahre haben sich die Branche und die Kundenansprüche verändert. „Unterwäsche ist heute längst mehr als nur das Nötige darunter“, weiß die Unternehmerin. Nach wie vor setzt Achatz auch oder gerade wegen der Digitalisierung auf den direkten Kontakt mit ihren Kunden. Das Unternehmen biete inzwischen einen Onlineshop an, doch „die persönliche Beratung bleibt auch 100 Jahre nach Gründung unser großes Plus, das kann das Internet nicht ersetzen“, sagt Josef Achatz. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich in der IHK-Arbeit und behält insbesondere die Herausforderungen des stationären Handels im Blick.

Auf allen Kanälen

Bernd Fürbringer, Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl, Geschäftsführer Thomas Maul und Florian Rieder (v.l.)
Zum 75-jährigen Jubiläum der Tageszeitung „Der neue Tag“ gratulierten der Vorsitzende des IHK-Gremiums Nordoberpfalz Bernd Fürbringer (l.) und der IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder (r.) der Geschäftsführenden Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl und dem Geschäftsführer Thomas Maul. © Gabi Schönberger
Nachdem die US-Regierung am 31. Mai 1946 die Lizenz zur Herausgabe einer Tageszeitung erteilte, legte Der neue Tag einen publizistischen Neuanfang in der Oberpfalz auf. Über die Jahre entwickelte sich die Tageszeitung zu einem modernen Verlagshaus. Um die große Bandbreite an Produkten und Plattformen zu bündeln, entstand 2015 die Dachmarke Oberpfalz Medien mit einem Verbreitungsgebiet, das sich von Waldsassen bis Nabburg und von Eschenbach bis Oberviechtach erstreckt. Bernd Fürbringer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Nordoberpfalz, gratulierte gemeinsam mit IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder zum 75-jährigen Jubiläum. „Eine Tasse Kaffee und meine Tageszeitung am Morgen muss sein. Da freue ich mich jeden Tag drauf“, schätzt Fürbringer die Printausgabe am Frühstückstisch. Es zeige sich aber gleichzeitig, dass das Unternehmen schon frühzeitig die Weichen in Richtung digitale Zukunft gestellt habe. Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffnen den Lesern täglich das Tor zum aktuellen Geschehen – regional und weltweit, analog und digital. Während die Maschinen des Druckzentrums beständig Nachrichten aufs Papier bringen, informiert das Medienhaus bereits seit 1996 auch auf dem Onlineweg. Damals als Oberpfalznetz gestartet, liefert das Internetportal Onetz heute fortlaufend digitale News. „Regionale Nachrichten sind gefragt – auf allen Kanälen“, sagt die geschäftsführende Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl. Mit ihr leitet heute Thomas Maul als Geschäftsführer das Medienhaus in dritter Generation.

Ofen-Kompetenz in dritter Generation

Ladengeschäft des Ofenspezialisten Eisen-Bayreuther
Seit 100 Jahren ist das Ladengeschäft des Ofenspezialisten Eisen-Bayreuther nun schon Teil des Tirschenreuther Stadtbildes. © Firmenfoto
Seit nun mehr 100 Jahren sorgt der Ofenspezialist Eisen-Bayreuther GmbH aus Tirschenreuth für Wärme und Behaglichkeit bei seinen Kunden in der Oberpfalz und Oberfranken. 1921 gegründet, durchlebte die Firma die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte. Neben dem Kerngeschäft der Ölöfen und Küchenherde handelten die ersten Geschäftsinhaber Hans und Ella Bayreuther in den 30er Jahren mit Geräten für die Landwirtschaft und Baumaterialien – nach dem Zweiten Weltkrieg zusätzlich mit Sprengstoff für den Straßenbau. Als die geschotterten den asphaltierten Straßen wichen und der Autoverkehr zunahm, wurde zusätzlich eine Leuna Tankstelle betrieben. 1953 kam Sohn Heinrich Bayreuther als Auszubildender in den Familienbetrieb und übernahm in den kommenden Jahren Stück für Stück die Verantwortung für den Betrieb. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters wurde er 1971 Firmeninhaber. In der Folgezeit wurde die Verkaufsfläche stark erweitert und das Eisenwarengeschäft durch Heinrich und seine Frau Herta Bayreuther um eine Haushaltsabteilung mit hochwertigen Bestecken, Töpfen und Haushaltsgeräten sowie Gartengeräten erweitert. Diese Sortimente werden heute noch auf einer Gesamtfläche von mittlerweile rund 1.000 Quadratmetern verkauft. In dritter Generation übernahm Sohn Stefan Bayreuther im Jahr 2000 das Unternehmen und wandelte es in eine GmbH um. Von nun an expandierte Eisen-Bayreuther mit modernsten Speckstein- und Kaminöfen, Küchenherden und Werkstattöfen in immer weitere Regionen. Ehefrau Alena Bayreuther leitet heute die Haushaltsabteilung. „Von Regensburg über Nürnberg bis hin nach Prag planen, liefern und montieren wir Küchenherde und Kaminöfen aller bekannten Hersteller. Am wichtigsten dabei bleibt aber die individuelle Beratung unserer Kunden“, sagt Stefan Bayreuther. Überregional bekannt ist Eisen-Bayreuther auch durch regelmäßige Kaminofenmessen mit Brennvorführungen und persönlicher Beratung durch die Hersteller.

Rund ums Haus

Silke Auer (2.v.l.) gratulierte Josef Eibner, Bianca Geitner, Karl und Max Regnath (v.l.) zum Firmenjubiläum
IHK-Geschäftsstellenleiterin in Neumarkt Silke Auer (2.v.l.) gratulierte Josef Eibner, Bianca Geitner, Karl und Max Regnath (v.l.) zum 25-jährigen Firmenjubiläum. © Firmenfoto
Vor 25 Jahren machten sich Josef Eibner und Karl Regnath selbstständig und gründeten die Eibner & Regnath Fenster, Türen GmbH. Der in Berching gegründete Zwei-Mann-Betrieb wuchs über die Jahre zu einem mittelständischen Unternehmen für Tür-, Fenster-, und Sonnenschutzsysteme. Rund 90 Mitarbeiter beraten ihre Kunden insbesondere bei Renovierungen im Privatbereich im gesamten bayerischen Raum. „Wir bieten Lösungen für Schutz und Komfort rund ums Haus, die nachhaltig den Energiever- brauch senken“, sagt Gesellschafter Eibner. Seit 2000 liegt der Hauptsitz von Eibner & Regnath im Industriegebiet Erasbach und wird kontinuierlich ausgebaut – von Flächen- erweiterungen des Lager- und Logistikzentrums bis zu Photovoltaikanlagen für die firmeneigene Solarstrom-Tankstelle. Auch künftig wolle das Führungsquartett des Unternehmens Bianca Geitner, Max und Karl Regnath sowie Josef Eibner weiter investieren und vor allem die Digitalisierung betrieblicher Prozesse weiter vorantreiben.

Jubiläen im Überblick

Im bayerischen Velburg legte Dr. Peter Burnickl vor zehn Jahres den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Burnickl Ingenieure Holding GmbH. Das 2011 gegründete Ingenieurbüro entwickelte sich innerhalb weniger Jahren zu einem der größten Büros für technische Generalplanung im deutschsprachigen Raum. Heute arbeiten über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an zehn Standorten bundesweit sowie im spanischen Valencia täglich daran, die bestmögliche Planung nach den Wünschen der Kunden zu realisieren. Das Unternehmen erhielt schon zahlreiche Branchen-Auszeichnungen, u.a. wurde es mehrfach mit dem E-Planer-Preis ausgezeichnet und gehört zu „Bayerns Best 50“.
Die Mietservice Süß GmbH & Co. KG aus Nabburg ist als familiengeführtes Hebe- und Höhenkompetenzzentrum Partner für Privat- und Gewerbekunden. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und blickt optimistisch in die Zukunft. Nach der Gründung spezialisierte sich der Betrieb schnell zum Vermieter von Arbeitsbühnen und Staplern. Bis heute entwickelt Familie Süß gemeinsam mit ihrem Team das Unternehmen stetig weiter, konnte ein Schulungszentrum etablieren und treibt die Bereiche Service und Logistik stetig voran. Der Generationswechsel ist im vollen Gange, Investitionen in Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Marke sind getätigt und neue Lösungen wie „Pick & Carry“ zur Vermietung von Mobilkränen erfreuen sich großer Nachfrage.
Die 1961 gegründete Consilia Steuerberatungsgesellschaft mbH mit Niederlassung in Regensburg feiert 60-jähriges Bestehen. Über die Jahre bauten die inzwischen rund  160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stetig ihre Expertise um die Bereiche Wirtschaftsprüfung, Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung und insgesamt sieben Niederlassungen in Bayern und Sachsen auf. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte setzen dabei stets auf persönliche Beratung. Zum Jahresende wird Consilia einen nächsten Schritt in Richtung Zukunft gehen und den Generationenwechsel im Unternehmen aus dem eigenen Mitarbeiterkreis nachhaltig sichern.
165 Jahre ist es her als die Seitz Spedition GmbH & Co. KG mit dem Personentransport zwischen dem Hotel „Zum Goldenen Kreuz“ und dem Regensburger Bahnhof begann. Gesellschaftsfahrten zwischen der Domstadt und Marienthal sowie der Transport von Gütern folgten. Bis 1926 mit buchstäblicher Pferdestärke, danach stieg der Betrieb mit Personen- und Lastkraftwagen auf motorisierte Fahrzeuge um. Heute betreibt Stefan Seitz, Urenkel des Gründer Jakob Seitz, zusammen mit seinem Sohn Niklas die Spedition für Umzüge, Kunst-, Klavier- und Computertransporte, Güter- und Schwertransporte, Überseeverpackungen und Hochregallagerungen in sechster Generation.
Ehrenurkunde zum Jubiläum
Mitgliedsunternehmen erhalten kostenlos auf Wunsch zu ihrem Jubiläum eine IHK-Ehrenurkunde. Ausgestellt werden die Urkunden ab zehn Jahren in Fünferschritten. Zusätzlich werden die Firmen im IHK-Magazin „Wirtschaft konkret“ erwähnt. Unternehmen, die beispielsweise 25-, 50-, 75- oder 100-jähriges Bestehen feiern, werden in einem Artikel mit Foto gewürdigt. Bestellung der Ehrenurkunde hier.