Firmen vor Ort - Ausgabe 01|02

Jubiläen und Auszeichnungen

Betriebe blicken auf ihre erolgreiche Firmengeschichten zurück und feiern Jubiläen. Unter anderem wurden zwei Unternehmen aus der Region als familienfreundlich ausgezeichnet, weitere vier Betriebe erhielten den Preis "Bayern Best 50".

Erfolgreich familienfreundlich

Zum dritten Mal zeichnete das Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie die 20 familienfreundlichsten Unternehmen in Bayern aus. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überreichte gemeinsam mit Arbeitsministerin Carolina Trautner den Preis „Erfolgreich. Familienfreundlich“ und hob hervor: „Familienfreundlichkeit ist die Visitenkarte für die Zukunft. Ein familienfreundliches Umfeld zahlt sich im Doppelpack aus: Fachkräfte finden, Fachkräfte binden.“ Familienfreundlichkeit sei ein Qualitätssiegel, auf das künftige Fachkräfte bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes hohen Wert legen. Gerade in der Pandemie konnten familienfreundliche Unternehmen flexibel und schnell auf die veränderten Arbeitsbedingungen reagieren. Insgesamt verzeichnete der Preis in diesem Jahr mit 293 teilnahmeberechtigten Anmeldungen einen Rekord bei den Bewerbungen. Eine Jury bewertet diese hinsichtlich des Firmenengagements für familienbewussten Arbeitsbedingungen, Personalentwicklung, Unternehmens- und Führungskultur. Bei ausgewählten Unternehmen werden diese Kriterien bei einem Vor-Ort-Besuch überprüft. Aus dem IHK-Bezirk konnten sich die Eisen Knorr GmbH aus Weiden und die emz - Hanauer GmbH & Co. KGaA aus Nabburg als Gewinner durchsetzen. Bayerns Arbeitsministerin Carolina Trautner betonte: „Unsere Preisträger zeigen, wie vielfältig Familienfreundlichkeit umgesetzt werden kann. Dabei kommt es nicht auf die Branche oder die Betriebsgröße an, sondern auf die Bereitschaft, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzugehen. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten, sondern das ganze Unternehmen.“

Mittelstand schafft Wachstum

Signet BayernBest50 2021
© StMWi
Bereits zum 20. Mal verlieh das Bayerische Wirtschaftsministerium die Auszeichnung Bayerns Best 50 an die bayernweit 50 wachstumsstärksten mittelständischen Unternehmen, die in den vergangenen Jahren bei Umsatz und Mitarbeiterzahl überdurchschnittlich gewachsen sind. „Durch Innovationsfreudigkeit, unternehmerische Kreativität und zukunftssichere Geschäftsmodelle tragen unsere Mittelständler maßgeblich zu Wachstum und hoher Beschäftigung im Freistaat bei“, sagte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Mit ihrer Substanz und Krisenfestigkeit hätten sie einen wesentlichen Anteil daran, dass die bayerische Wirtschaft nach Corona wieder durchstartet. Wirtschafts-Staatssekretär Roland Weigert überreichte die Preise in der Münchner Residenz: „Die ausgezeichneten Unternehmen stammen aus allen Branchen und allen Regierungsbezirken. Der Mittelstand ist regionaler Motor der Wirtschaft und bringt durch seine wirtschaftlichen Leistungen und die Schaffung tausender Arbeitsplätze unseren Freistaat nach vorn.“ Mit der Bachner Elektro GmbH & Co. KG aus Mainburg, der Baumann GmbH aus Amberg, der emz - Hanauer GmbH & Co. KGaA aus Nabburg und der Valeo IT Personalservice GmbH aus Luhe-Wildenau wurden vier Unternehmen aus dem IHK-Bezirk ausgezeichnet.

Kreativität im Kleiderschrank

Übergabe der IHK-Jubiläumsurkunde bei derModehaus Zeitler GmbH & Co. KG
Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier (l.) und IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder (r.), gratulierten dem Geschäftsführerpaar Kathrin und Holger Paschedag sowie der Elterngeneration Barbara und Ernst Zeitler zu 75 Jahren Modehaus Zeitler. © Moritz Reindl
Als Maßschneiderei gegründet und anschließend zum Modehaus umstrukturiert, ist die Modehaus Zeitler GmbH & Co. KG seit 75 Jahren ein Anlaufpunkt für klassische Outfits und Trendmode. „Nur wenige Unternehmen prägen den Mitterteicher Einzelhandel und Stadtplatz wie das Modehaus Zeitler“, sagt IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder. Seit 2003 führt Katrin Paschedag gemeinsam mit ihrem Mann Holger die Modehaus Zeitler GmbH & Co. KG in dritter Familiengeneration. „Qualität und Beratung stehen für uns immer an erster Stelle, Textilien sind keine Wegwerfartikel“, beschreibt Paschedag ihre Philosophie mit Blick auf ihre Kunden und Nachhaltigkeit im Betrieb. Neben Beständigkeit bewies das Modehaus insbesondere während der Corona-Pandemie und den einhergehenden Regelungen Flexibilität. Mit „Call & Collect“ oder Outfit-Überraschungsboxen über den Postweg hielt auch in dieser Zeit der Mode- und Erfindergeist des inhabergeführten Familienunternehmens Einzug in die Kleiderschränke seiner Stammkundschaft.
Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier (l.) und IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder (r.), gratulierten dem Geschäftsführerpaar Kathrin und Holger Paschedag sowie der Elterngeneration Barbara und Ernst Zeitler zu 75 Jahren Modehaus Zeitler. (Foto: Moritz Reindl)

Fenster aus Familienhand

Übergabe der IHK-Jubiläumsurkunde bei der Gradl Fensterbau GmbH
IHK-Geschäftsstellenleiter Markus Huber (r.) gratulierte Geschäftsführer Johann Gradl und dessen Tochter Nicole zum 25-jährigen Firmenjubiläum. © Herbert Rohrwild
Fast scheint es so, als wäre die Gemeinde Fensterbach nach einem Unternehmen benannt. Die dort ansässige Gradl Fensterbau GmbH ist seit 25 Jahre Quelle für Fenster, Türen und Wintergärten. Mit rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fertigt das Unternehmen maßgenaue Qualitätsfenster in allen Größen und verschiedenen Farbund Gläservarianten. Beispielsweise mit abschließbaren Griffen werden zusätzlich Sicherheitsaspekte berücksichtigt und mit bis zu drei Dichtungsebenen die Schallschutzeigenschaften optimiert. Durch die eigene Produktion kann Gründer und Geschäftsführer Johann Gradl auf Kundenwünsche individuell eingehen: „Eine eigene Produktion bedeutet eine größtmögliche Flexibilität.“ Gemeinsam mit seiner Tochter Nicole leitet er das Familienunternehmen und bietet mit seinem Team auch nach dem Einbau zusätzliche Services an. Insektenschutz, Raffstore und Rolladen runden das Portfolio ab.

Logistiker am Basaltkegel

Übergabe der IHK-Jubiläumsurkunde bei der Witron Logistik + Informatik GmbH
IHK-Vizepräsident Bernd Fürbringer und IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder überreichten dem Betriebsratsvorsitzenden Anton Adam, dem Inhaber Walter Winkler und dem technischen Geschäftsführer Johannes Meißner gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes die IHK-Ehrenurkunde zum 50-jährigen Firmenjubiläum (v.l.). © Witron Logistik + Informatik GmbH
Im Jahr 1971 gegründet, ist die Witron Logistik + Informatik GmbH weltweit Partner für die Planung, Realisierung und den Anlagenbetrieb automatisierter Logistik- und Kommissioniersysteme. Anlässlich des 50-jährigen Betriebsjubiläums besuchte die IHK das Familienunternehmen in Parkstein rund um den gleichnamigen Basaltkegel. „Die Firmengeschichte ist geprägt von Innovation und kontinuierlichem Wachstum in einer krisenfesten Branche“, würdigte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes das erfolgreiche Unternehmertum von Gründer und Inhaber Walter Winkler. Witron gelte in der nördlichen Oberpfalz als attraktiver, krisenfester Arbeitgeber und erfolgreicher Ausbildungsbetrieb. Zuletzt investierte der Betrieb 200 Millionen Euro in das im Spätsommer eingeweihte Werk II Nord, wodurch 1.800 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. „Ein klares Bekenntnis zur Region“, erklärte Winkler. Gesucht werden IT- und SPS-Fachkräfte, Projektmitarbeiter, Konstrukteure, Metallbauer, Mechatroniker und Elektriker. Aktuell beschäftigt das Logistikunternehmen mehr als 300 Azubis in unterschiedlichen technischen und kaufmännischen Berufen, ebenso Köche, Restaurantfachleute, Hotelfachleute, Brauer und Mälzer. Erst im September kamen 102 neue Azubis in der Witron-Firmengruppe dazu. Darunter auch internationale Azubis, die aus Europa oder Nordamerika nach Parkstein kommen, um hier ihre Ausbildung zu absolvieren und später in ihrem Heimatland Projekte umzusetzen. „Es gehört ohne Frage zu den Erfolgsfaktoren der Inhaberfamilie Winkler, mit großem Engagement junge Menschen zu fördern“, betont IHK-Vizepräsident Bernd Fürbringer. Rückblickend stellte Winkler fest: „Ein attraktiver Arbeitgeber zu werden – und zu bleiben – ist kein Selbstläufer. Gute Menschen und kompetente Mitarbeitende zu finden und zu halten, das muss man sich hart verdienen.“

Ein guter Draht

Übergabe der IHK-Jubiläumsurkunde bei der ANKA-Draht A. Insinger KG
Gemeinsam mit Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (r.) gratulierten Markus Huber und Richard Brunner von der IHK den Geschäftsführern Andreas Insinger sen. und seinem Sohn Andreas jun. zum 50. Firmenjubiläum (v.l.). © Ralf Gohlke
Im September 1971 legte das Ehepaar Andreas und Kamilla Insinger, die ursprünlich im Elektrogroßhandel zuhause waren, in Neunburg vorm Wald den Grundstein für die Vision einer Drahtfabrikation. Mit zehn Beschäftigten startete die ANKA-Draht A. Insinger KG mit der Produktion von blanken und verzinnten Kupferdrähten und -litzen. Bereits fünf Jahre später wurde mit einem ersten Erweiterungsbau die Produktionsfläche auf 3.000 Quadratmeter erhöht. Durch stetige Investitionen in einen modernen Maschinenpark und Anbauten vergrößerte sich die Firma bis heute auf eine Produktionsfläche von 17.500 und eine Gesamtfläche von 25.000 Quadratmeter. Inzwischen fertigen rund 185 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort die Drähte, die ortsansässige Spediteure von dort aus europaweit liefern. Inzwischen leitet Andreas Insinger sen. die Geschäfte und mit Andreas Insinger jun., dem Enkelsohn des Gründers, trat bereits die dritte Generation als Teil der Geschäftsführung in das Familienunternehmen ein. „Als Investor hat die Familie einen maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Neunburg“, betonte Bürgermeister Martin Birner und hob die Unterstützung im sozialen Bereich hervor.

Auszeichnungen im Überblick

Die Rogers Germany GmbH in Eschenbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab stellt Deutschlands Mechatronik-Meister 2021. Beim Branchenwettbewerb World Skills Germany errangen die Azubis Felix Thaller und Jonas Fuhrich in der Disziplin Mechatronik den ersten Platz. Ihre Kollegen Valentin Mauser und Moritz Schelzke schafften es in der Disziplin „Industrie 4.0“ mit dem dritten Platz auch auf das Treppchen. „Seit 2005 nehmen unsere Azubis an dem Wettbewerb teil“, zeigte sich der Ausbildungsleiter bei Rogers Johannes Beierl stolz. In mehreren Monaten Vorbereitung und Trainung machte er seine Jungs in der Lehrwerkstatt fit für den Wettkampf. Die Aufgaben bei der World Skills waren nah am Berufsalltag der jungen Fachkräfte. Sie mussten eine automatisierte Anlage aufbauen, verdrahten sowie Schläuche für die Druckluft anschließen. Darüber hinaus galt es ein Programm zu schreiben, damit die Anlage reibungslos läuft. Für die Deutschlandmeister in der Mechatronik geht es 2022 nach Shanghai zu den World Skills Weltmeisterschaften. „Wir starten jetzt schon mit der Vorbereitung“, sagt Jonas Fuhrich. Als Nationalteam werden sie nun mehrere Ausbildungscamps, Schauturniere und auch Wettkämpfe absolvieren.
Die Lamer Spielkiste von Guido und Emmi Kollross zählt zu den Gewinnern des Ebay Award 2021. Das Familienunternehmen im bayerischen Wald bietet seinen Kunden seit 1992 ausgewähltes Holzspielzeug für Kinder und Spiele für die ganze Familie von überwiegend deutschen Herstellern. Vor rund 20 Jahren startete das Ehepaar zusätzlich zum stationären Laden mit dem Onlineverkauf. Zusammen mit ihren Kindern Simon und Katharina bauten sie diesen Vertriebskanal immer weiter auf. Insbesondere während Zeit, als Kunden aufgrund von Corona ausblieben, wurde auch der eigene Onlineshop unverzichtbar.
Das Unternehmensnetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften B.A.U.M. e.V. verlieh der OmniCert Umweltgutachter GmbH im Rahmen des Wettbewerbs „Büro & Umwelt“ zwei Auszeichnungen: den 2. Platz in der Hauptkategorie bis 500 Mitarbeitende sowie den Preis in der Sonderkategorie „Konzepte für Nachhaltigkeit im Homeoffice“. „Wir beraten unsere Kunden nicht nur in puncto Umweltschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, wir haben diese Aspekte selbst tief in unserem Kerngeschäft verankert“, erklärt Geschäftsführer Thorsten Grantner. Als Unternehmer sieht er sich in der Pflicht, seinen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Immerhin summieren sich die Umweltauswirkungen der knapp 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Fahrten zu Kunden, Beheizung und Strombedarf im Büro, die Nutzung der IT-Systeme inkl. der täglichen Bürokommunikation. Diese zu vermeiden oder mindestens auszugleichen, ist erklärtes Ziel des Unternehmens. So arbeitet OmniCert fast vollständig papierlos, bezieht Waren und Dienstleistungen wann immer möglich aus der Region und setzt auf Reparatur statt Neukauf, auch wenn es rein betriebswirtschaftlich günstigere Möglichkeiten gäbe. Bereits vor der Pandemie war mobiles Arbeiten bei OmniCert üblich. Wo nötig, nahmen Mitarbeitende Schreibtische, Stühle und Bildschirme aus dem Bad Abbacher Büro mit. Dank bester IT-Ausstattung und einer intensiven Kommunikationsstrategie lief die Arbeit reibungslos weiter.

Jubiläen im Überblick

Das im Jahr 1981 gegründete Unternehmen Spangler GmbH produziert in Töging an der Altmühl Automatisierungsanlagen für den weltweiten Bedarf. Mit derzeit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das familiengeführte Unternehmen ein zuverlässiger Partner des nationalen und internationalen Maschinen- und Anlagenbaus. Dabei wird über die Hälfte der produzierten Anlagen weltweit exportiert. Das mittelständische Familienunternehmen plant und projektiert Anlagenautomatisierungen, programmiert die Steuerungstechnik und fertigt Schalt- und Steuerungsanlagen für die unterschiedlichsten Branchen: Umwelttechnik, erneuerbare Energien, Agrarwirtschaft, Bau-, Lebensmittel-, Automobil- und Rohstoffindustrie.
Im Oktober vergangenen Jahres feierte die Continental Automotive GmbH dreifaches Jubiläum. Während das Unternehmen 150 Jahre alt wurde, blickte der Standort Regensburg auf 70 Jahre und 40 Jahre Automotive Produktion zurück. „Dieses besondere, dreifache Jubiläum wollen wir mit den Kolleginnen und Kollegen würdigen und dabei auf unsere Geschichte, unsere Gegenwart und vor allem in unsere Zukunft blicken. Zugleich möchten wir uns bei der Belegschaft für das Engagement, gerade auch in diesen herausfordernden Zeiten bedanken“, so René Krahn, Standort- und Werkleiter von Continental in Regensburg. Mit persönlichen, privaten oder beruflichen Geschichten rückte das Unternehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fokus des Jubiläumsjahres und zeigte mit verschiedenen Aktionen, wie vielfältig der Standort ist.
Ehrenurkunde zum Jubiläum
Mitgliedsunternehmen erhalten kostenlos auf Wunsch zu ihrem Jubiläum eine IHK-Ehrenurkunde. Ausgestellt werden die Urkunden ab zehn Jahren in Fünferschritten. Zusätzlich werden die Firmen im IHK-Magazin „Wirtschaft konkret“ erwähnt. Unternehmen, die beispielsweise 25-, 50-, 75- oder 100-jähriges Bestehen feiern, werden in einem Artikel mit Foto gewürdigt. Bestellung der Ehrenurkunde hier.