Firmen vor Ort - Ausgabe 01|02

Gemeinsame Entwicklungen

Kooperationen von Firmen sowie von Gründerinnen und Gründern untereinander schaffen wertvolle Synergieeffekte.

Automatisierter Kaffeegenuss

Im Januar 2022 ist die Eröffnung der neuen Showrösterei der Rehorik Rösterei & Feinkost GmbH in der Straubinger Straße in Regensburg geplant. Dabei wird nicht nur auf die Qualität des Kaffees, sondern für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten auf technisches und logistisches Know-how gesetzt. Das Unternehmen holte sich die Papier Liebl GmbH mit an Bord, um sich am neuen Standort im Bereich Produktion und Logistik optimal aufzustellen. „Lebensmittelprodukte unterliegen besonderen Lagerbedingungen. Hierfür müssen spezielle Voraussetzungen geschaffen werden, um die Produkte einerseits bestmöglich zu lagern und vor allem andererseits diese auch rechtzeitig in den Vertrieb bringen zu können“, sagt Geschäftsführer Heiko Rehorik. Kaffee müsse nach der Produktion eine gewisse Zeit ruhen, um das optimale Aroma zu entfalten. Damit sei die Lagerzeit essenziell für Qualität und Geschmack der Produkte. „Das gelingt über den Einsatz von RFID-Etiketten, die der Warenwirtschaft nicht nur den Lagerstandort übermittelt, sondern auch Daten zu Lagerdauer, Erinnerungsfunktionen und Lagerbestände liefern“, erklärt Dieter Wolf, Projektleiter bei Papier Liebl. Ein modulares Regalsystem ermöglicht zudem eine kontinuierliche Erweiterung des Lagers, das an die logistischen Anforderungen angepasst werden kann. „Wenn künftig das Onlinebusiness erwartungsgemäß zunimmt, kann sogar eine teil- oder vollautomatisierte Kommissionierstraße integriert werden.“ Auch Themen wie die Einhaltung der Corporate Identity könnten durch bedruckte Klebebänder oder Kartonagen über die Werbe- und Verpackungsabteilung von Papier Liebl mit einfließen und bedarfsgerecht angeliefert werden.

Ideenfabrik für Geschäftsmodelle

Mehr als 40 Gründungswillige trafen sich an einem Novemberwochenende zur StartUP Factory im BioPark Regensburg, um aus ihren Ideen konkrete Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Palette reichte von einer Parkplatz-Sharing-App über einen digitalen Aschenbecher bis hin zu Milchproduktion mittels Biomasse. Nach der Begrüßung durch BioPark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal und TechBase-Geschäftsführer Alexander Rupprecht stellten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Geschäftsideen im Plenum vor und fanden sich zu zehn Teams zusammen, um aus den Ideen innerhalb von 48 Stunden realisierbare Geschäftsmodelle zu entwickeln. Erfahrene Coaches aus Wirtschaft und Wissenschaft standen ihnen bei der Umsetzung dieser Aufgabenstellung während des gesamten Wochenendes zur Seite. „Die Motivation, Spannung und der Gründerspirit des Workshops waren in jeder einzelnen Minute förmlich greifbar“, erzählte Rupprecht. Auch Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer lobte die Innovationsfreude, die bei Events wie der StartUP Factory dazu beitragen, junge Menschen zum Unternehmertum zu motivieren. Sie überreichte den Gewinnerteams bei der Siegerehrung am Samstag die Urkunden.
Logo der StartUPFactory
Das Team „Signovative“ überzeugte die Jury mit seiner App zur Übersetzung von Gebärdensprache in Schrift in Echtzeit, um die Verständigung zwischen hörenden und gehörlosen Menschen zu vereinfachen. Die Gruppe zu der zwei Studierende des Masterstudiengangs Digital Entrepreneurship der OTH Regensburg gehören, erreichte den mit 1.500 Euro dotierten ersten Platz. Rang zwei belegte „Park2Be“ und sicherte sich ein Preisgeld von 1.000 Euro. Für ihre Vision des Parkplatz-Sharings entwickelten sie eine App, die es Privatpersonen ermöglicht, leerstehende Stellplätze kurzfristig zur Verfügung zu stellen. Das Team „Find it Green“ freute sich über den dritten Platz und über 500 Euro. Sie wollen nachhaltigen Einzelhändlern eine Plattform bieten, auf der sie ihre Waren anbieten und Kunden erreichen können. „Einfallsreiche und in der Praxis umsetzbare Geschäftsmodelle, kreativer Austausch und viele neue Kontakte – das ist die Bilanz dieser StartUP Factory“, freute sich Dr. Thomas Diefenthal. IHK-Gründungsberaterin Daniela Klemm lobte das Format als Einstieg ins Unternehmertum: „In den vergangenen Jahren entwickelten sich aus der Veranstaltung bereits erfolgreiche Gründungsgeschichten.“ Beispielsweise Anybill mit einer Lösung für digitale Kassenbons oder die HANS Brainfood GmbH mit nachhaltigen Lebensmitteln, die vor allem auf Hanf als Nahrungsmittel setzen, sind als ehemalige Teilnehmer der StartUP Factory diesen Schritt bereits gegangen.