Bayern-Čechy - Ausgabe 01|02

Im Dialog stark

Die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie wirken sich nach wie vor stark auf die deutsch-tschechische Zusammenarbeit aus. Was man voneinander in den letzten eineinhalb Jahren lernen konnte und welche Herausforderungen für den offenen Verkehr von Waren, Arbeitnehmern, Kultur und Gesellschaft weiterhin gemeistert werden müssen, darüber diskutierte Mitte Oktober in Westböhmens Metropole die Pilsner Runde, bestehend aus Vertretern von Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Arbeitsagenturen, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in München sowie der Deutschen Botschaft in Prag.
„Die Partnerschaft vor allem im grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum Bayern-Tschechien erwies sich in der Pandemie, trotz mitunter geschlossener Grenzen, als äußerst professionell, vertrauensvoll und robust“, stellten Tschechiens Generalkonsulin Kristina Larischová und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes fest. Die Wirtschaft auf beiden Seiten hatte sich im Herbst 2021 wieder gut erholt, jetzt gelte es nach vorne zu blicken und neue Ziele für den Grenzraum ins Auge zu fassen – trotz fortschreitender Corona-Pandemie – hieß es.
Gruppenbild der Pilser Runde
Die Pilsner Runde traf sich in Westböhmens Metropole zum Dialog. © Konplan s.r.o
Die Partner trafen sich in der Firma Konplan s.r.o, einem der größten Ingenieurbüros in Pilsen mit mehreren hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, angesiedelt direkt neben dem Campus der Westböhmischen Universität. Konplan ist ein Tochterunternehmen der Krones AG aus Neutraubling und ein Beleg für den Erfolg bayerischer Investitionen in Tschechien. „Viele bayerische Unternehmen sind zuverlässige Arbeitgeber und aktive Investoren in der Region Pilsen“, so Helmes. Gerade in den letzten Jahren hätten zahlreiche Niederlassungen expandiert. Aktuell sehen die Wirtschaftvertreter massive Investitionen in digitale Produktion sowie Forschung und Entwicklung. „Im grenzüberschreitenden Dialog suchen Unternehmen nach gemeinsamen Wegen, um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit mit ökologischer und sozialer Verantwortung zu verbinden, mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung“, würdigte Helmes das Engagement. Die Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze kämpfen derzeit mit einem enormen Fachkräftemangel, getrieben von der negativen demografischen Entwicklung. Die Lösung suchen sie unter anderem in der Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte, für diese fehlt aber oftmals die entsprechende Infrastruktur. Die Unternehmen in der Region Pilsen fordern von Tschechiens Politik eine verstärkte Unterstützung für den Bereich der beruflichen Ausbildung. Die Mitglieder der Pilsner Runde waren sich einig, dass man die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor allem im Bereich des Technologietransfers und der Hochschulzusammenarbeit weiter ausbauen möchte. „Pilsen und die Oberpfalz gehören zusammen zu den wirtschaftsstärksten Grenzregionen in Europa. Unser gemeinsames Ziel muss sein, das Profil dieser Innovationsregion weiter zu schärfen und zu vermarkten“, schloss Helmes die Runde.
IHK vor Ort in Pilsen
Bei allen Fragen zu wirtschaftlichen Themen im Nachbarland hilft das gemeinsame Regionalbüro Pilsen der IHK Regenburg für Oberpfalz / Kelheim und der Deutsch-Tschechischen IHK gerne weiter.