Unternehmerische Verantwortung

Der Ehrbare Kaufmann und CSR

Sich ändernde politische Rahmenbedingungen, etwa zu CSR-Berichtspflichten oder zur Einführung von Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt, genauso wie Kunden und Stakeholder beeinflussen verstärkt das wirtschaftliche Tun. Unternehmen werden aktiv aufgefordert, den gesellschaftlichen Fortschritt verantwortungsvoller und sichtbarer mitzugestalten und umfassend zu ihrem CSR-Engagement zu informieren.

Der Ehrbare Kaufmann – Wenn die innere Haltung das Handeln leitet

Als Ausgangs- und Orientierungspunkt für unternehmerisch verantwortliches Handeln dient das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns.
Das Ethos des Ehrbaren Kaufmanns hat eine lang gewachsene Tradition ausgehend vom mittelalterlichen Italien und der Hanse. Das historische Wertebild des Ehrbaren Kaufmanns von Respekt und Verlässlichkeit bildete damals die Grundlage für vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen. Es entwickelte sich zum Gütesiegel für ehrbares Handeln. Es stand dabei nicht im Widerspruch zu geschäftlichem Erfolg, sondern war eine Voraussetzung dafür.
Ist dieses Leitbild und damit die Werte des Ehrbaren Kaufmanns aber heute noch modern?
Ja, sagen über 90 Prozent der befragten Unternehmen in einer IHK-Studie zum Ehrbaren Kaufmann. Folgende Attribute stehen bei den Befragten der Studie ganz oben:
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Ehrlichkeit,
  • das Vorleben von Werten,
  • Umsichtigkeit und
  • langfristiges Denken.
Für viele Unternehmen sind die Werte des Ehrbaren Kaufmanns nach wie vor wichtiger Bestandteil ihres Handelns und spiegeln ihre innere Haltung wider. Sie sind ein zeitloses Vorbild für ein verantwortungsvolles und nachhaltig angelegtes Unternehmertum. Gleichzeitig zeigen sie Geschäftspartnern, Investoren, Kunden und Mitarbeitern, dass die gemeinsame Arbeit auf Vertrauen basiert. Ein Ehrbarer Kaufmann nimmt die langfristigen Folgen seiner ökonomischen Entscheidungen in den Blick. Der Ehrbare Kaufmann von damals ist somit der verantwortungsvolle Unternehmer von heute.
Die Triebfeder für das Leben von Verantwortung ist dabei nicht selbstloses Handeln, vielmehr steht eine verantwortungsvolle Teilnahme am Wirtschaftsleben für kluges Management, von dem das Unternehmen, aber auch andere profitieren.

Corporate Social Responsibility (CSR) – Und was heißt das nun?


CSR dient Unternehmern dazu, die Haltung des Ehrbaren Kaufmanns für das Unternehmen in der heutigen Zeit zu objektivieren und fruchtbar zu machen. Dabei leben die Unternehmer die Werte für unternehmerische Verantwortung aktiv in ihrem Handeln und geben sie weiter. Der Ehrbare Kaufmann und CSR greifen also direkt ineinander.
CSR ist dabei als Management-Ansatz zu verstehen. Es bietet ein Bündel an Maßnahmen und Instrumentarien zur systematischen Übernahme von Verantwortung im Unternehmen an. Es ist hierbei nicht die soziale Verantwortung von Unternehmen gemeint (z.B. Sponsoring des regionalen Sportvereins), sondern ihre gesamtgesellschaftliche, also auch ihre ökologische und ökonomische Verantwortung. Bei CSR geht es nicht darum, was mit Gewinnen aus unternehmerischer Tätigkeit geschieht, sondern wie Gewinne innerhalb der Wertschöpfungskette erwirtschaftet werden, nämlich nicht auf Kosten anderer.
CSR ist kein einzelnes Projekt, sondern ein langfristiger Management-Prozess, der auf vier Handlungsfeldern aufbaut und sich auf die gesamte Wertschöpfungskette erstreckt:
  • Ökologie
  • Ökonomie
  • Arbeitsplatz und
  • Gemeinweisen

Warum lohnt sich CSR im Sinne des Ehrbaren Kaufmanns?

Unternehmerische Verantwortung als Alleinstellungsmerkmal ausbauen
Die Auseinandersetzung mit unternehmerischer Verantwortung hat nichts mit Verzicht oder Gutmenschentum zu tun, sondern mit langfristigem verantwortlichem Management. Unternehmerische Verantwortung wirkt attraktiv auf potentielle Arbeitnehmer und kann langfristig an Unternehmen binden.
Sowohl im In- als auch im Ausland werden deutschen Unternehmern indirekt mit dem Bild des Ehrbaren Kaufmanns in Verbindung gebracht. Ein deutscher Partner gilt als zuverlässig, verantwortungsbewusst und vertrauenswürdig. Von diesem positiven Bild sollten Unternehmer stärker profitieren und die bereits bestehenden Zuschreibungen als globalen Wettbewerbsvorteil ausbauen – denn Verantwortung lohnt sich.