EU-Vietnam-Abkommen

Zollpräferenzen bei der Einfuhr - gemäß bilateralem FHA oder einseitigem APS?

Die gemäß Anhang 2-A Abschnitt A Nr. 3 im Rahmen des bilateralen Freihandelsabkommen (FHA) EU-Vietnam von der EU angewendeten Zollsätze sollen auf keinen Fall höher sein, als die vor In-Kraft-Treten von der EU unilateral gewährten Zollsätze im Rahmen des APS. Das bedeutet: Im schlechtesten Fall bleibt der niedrigere APS-Zollsatz solange bestehen, bis der Stufenabbau den FHA-Zollsatz unter den APS-Zollsatz drückt. EU-Importeure erfahren somit keine Verschlechterung.
Nach den zurzeit vorliegenden Informationen arbeitet die EU-Kommission noch an einer Umprogrammierung im TARIC, um per automatischem Abgleich zu gewährleisten, dass tatsächlich der jeweils günstigere Zollsatz zum Tragen kommt, unabhängig davon, ob bei der Einfuhr ein Präferenznachweis gemäß APS (REX-Erklärung auf der Rechnung, Form A) oder ein Präferenznachweis gemäß FHA (EUR.1, Erklärung auf der Rechnung) vorgelegt wird.
Bis zur Umsetzung eines automatisierten Abgleichs zwischen dem APS-Zollsatz und dem FHA-Zollsatz auf Seiten des Zolls empfehlen wir, dass die Unternehmen im Zweifel selbst prüfen, welcher Zollsatz der günstigere ist und dementsprechend auf die zugehörigen Nachweise und Kodierungen für die Zollanmeldung achten.
Die mit Blick auf das FHA zu verwendenden Nachweise und Kodierungen entnehmen Sie bitte der ATLAS Info Nr. 0067/20 (ohne Gewähr).
Die mit Blick auf das APS zu verwendenden Nachweise und Kodierungen entnehmen Sie bitte der ATLAS Info Nr. 0047/17 (ohne Gewähr).
 
Quelle: Generalzolldirektion