Coronavirus

Testen und Zugang für Beschäftigte

Stand: 30.11.2021

1. Corona-Arbeitsschutzverordnung

Nach der Corona-Arbeitsschutzverordnung gilt, dass Unternehmen zweimal wöchentlich Testungen anbieten müssen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel „Corona-Arbeitsschutzverordnung“.
In diesem Fall gilt nach wie vor: Zugelassene Selbsttests sind als Teststandard ausreichend.
Soll eine Testbescheinigung ausgestellt werden, müssen professionelle Antigen-Schnelltests oder Laien-Selbsttests von den Mitarbeitern unter Aufsicht von medizinisch ausgebildetem oder geschultem Personal vorgenommen werden.

2. Welche Tests stehen grundsätzlich zur Verfügung?

PCR-Tests: Diese Tests sind am zuverlässigsten. Sie müssen jedoch von medizinisch geschultem Personal entnommen und im Laborausgewertet werden, was mindestens einen Tag dauert. In Unternehmen sind sie deshalb in der Regel nicht einsetzbar.
PoC-Antigenschnelltests: Es handelt sich um Medizinprodukte, deren Auswertung jedoch kein Labor benötigt. Professionelle Antigenschnelltests können nur durch geschultes Personal abgenommen werden.
Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung (Laientests): Sie können im Einzelhandel erworben werden. Hier finden Sie die Liste der zugelassenen Selbsttests. Auch diese Tests können im Unternehmen im Rahmen beaufsichtigter Tests durch geschultes Personal oder im Rahmen von Selbsttests unter Aufsicht eingesetzt werden.

3. 3G am Arbeitsplatz

Der Zutritt zur Arbeitsstätte ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber nur möglich, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind.
Aufgrund des geänderten Infektionsschutzgesetzes müssen nicht geimpfte bzw. nicht genesene Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeden Arbeitstag bei Betreten der Arbeitsstelle einen Nachweis über einen negativen Corona-Test vorweisen können. Sie dürfen ihre Arbeitsstätte ohne diesen Nachweis nur betreten für die Durchführung eines Tests, den der Arbeitgeber anbietet. 
Soll der Zutritt für Ungeimpfte durch einen Test im Betrieb ermöglicht werden, genügt es dafür nicht, Tests nur auszugeben, die die Arbeitnehmer dann zu Hause machen können. Notwendig dafür ist mindestens ein Selbsttest unter Aufsicht. Dafür ist kein geschultes Personal notwendig.
Möglich sind auch betriebliche Testungen mit geschultem Personal. Testnachweise, die den Zutritt zu anderen Angeboten gewähren (z. B. für den Nahverkehr), dürfen nur bei betrieblichen Testungen ausgestellt werden, die durch geschultes Personal durchgeführt wurden.
Zur Testung durch den Arbeitgeber steht in der Gesetzesbegründung:
Der Arbeitgeber darf seine Beschäftigten nicht auf die kostenlose Bürgertestung verweisen, soweit er nach Arbeitsschutzrecht verpflichtet ist, eine kostenlose Testung anzubieten. Der Beschäftigte ist ansonsten für die Beibringung des Testnachweises (zum Beispiel durch Wahrnehmung eines Bürgertests) verantwortlich. In jedem Fall haben Beschäftigte das Recht, das Angebot ihres Arbeitgebers auf mindestens zwei wöchentliche Testungen gemäß § 4 Abs. 1 der Corona-Arbeitsschutzverordnung anzunehmen.
An den Arbeitstagen, an denen im Betrieb keine Testung stattfindet, muss ein Testnachweis schon beim Betreten der Arbeitsstätte vorliegen. Darum müssen sich nicht geimpfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer selbst kümmern.
Geimpfte oder genesene Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen die entsprechenden Nachweise ständig mit sich führen. Liegt kein Nachweis vor, darf der Zutritt zur Arbeitsstätte nicht erfolgen. 

Was ist eine Arbeitsstätte?

a) Das Ministerium für Arbeit und Soziales schreibt dazu:
“Arbeitsstätten sind in § 2 Absatz 1 und 2 der Arbeitsstättenverordnung definiert:
Arbeitsstätten sind demnach:
  • Arbeitsräume oder andere Orte in Gebäuden auf dem Gelände eines Betriebes,
  • Orte im Freien auf dem Gelände eines Betriebes,
  • Orte auf Baustellen, sofern sie zur Nutzung für Arbeitsplätze vorgesehen sind.
Zur Arbeitsstätte gehören insbesondere auch:
  • Orte auf dem Gelände eines Betriebes oder einer Baustelle, zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben,
  • Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge, Lager-, Maschinen- und Nebenräume, Sanitärräume, Kantinen, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte.
Nicht zu den Arbeitsstätten im Sinne des § 28b IfSG gehören z. B. Arbeitsplätze im Homeoffice, in Fahrzeugen oder in Verkehrsmitteln.”
b) Was gilt beim Zutritt zu Kunden?
Das Ministerium für Arbeit und Soziales vertritt bei der Auslegung der 3G-Regel die Auffassung, dass diese Anforderungen auch für Arbeitnehmer gelten, die nicht in der eigenen Arbeitsstätte tätig sind, sondern in fremden Arbeitsstätten. Auch hier müsse der Arbeitgeber bei allen ungeimpften und nicht genesenen Arbeitnehmern täglich kontrollieren, ob die erforderlichen Testnachweise vorliegen und dies auch dokumentieren. Dies gilt also auch für Reinigungspersonal, das sich in anderen Gebäuden zur Ausübung der Tätigkeit aufhält, oder für Monteure. Sind diese Personen nicht geimpft oder genesen, muss täglich ein entsprechender Testnachweis beim Zutritt einer fremden Arbeitsstätte vorliegen oder dort zumindest ein Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt werden.
Besonders viele Anfragen erreichen uns in Hinblick auf LKW-Fahrer zur Problematik, ob ein 3G-Nachweis auch bei Zutritt auf fremde Betriebsgelände, z. B. zum Be- und Entladen, notwendig ist. 
Hierzu führt das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus:
“Berufskraftfahrer haben somit auch bei Betreten von Arbeitsstätten anderer Arbeitgeber einen 3G-Nachweis mitzuführen und ihr eigener Arbeitgeber hat das Mitführen zu prüfen. Dies kann z. B. durch von ihm beauftragte Beschäftigte vor Ort geschehen oder indem er sich von seinem Arbeitnehmer den Nachweis in digitaler Form vorlegen lässt. Es ist auch möglich, dass Arbeitgeber eine Vereinbarung treffen, dass Beschäftigte auf dem Gelände des jeweils anderen Arbeitgebers von der entsprechenden Zugangskontrolle erfasst werden.”
Tipps zur praktischen Umsetzung gibt es seitens der Ministerien leider nicht.

Kontroll- und Dokumentationspflicht

Der Arbeitgeber hat das Vorliegen der Impf-, Genesenen- und Testnachweise bei allen Arbeitnehmern zu kontrollieren und zu dokumentieren. Bei den nicht geimpften Beschäftigten müssen die Testnachweise täglich kontrolliert und dokumentiert werden. Die entsprechenden Nachweise sind sechs Monate lang aufzubewahren.
Für die Dokumentation der Testungen im Unternehmen genügt es, Name, Vorname von Aufsichtsführenden und Probanden sowie Datum und Uhrzeit der Probenahme zum Beispiel in einer Tabelle – gegebenenfalls auch digital – zu dokumentieren.
Das neue Infektionsschutzgesetz regelt, dass die für die Dokumentation erforderlichen Daten von allen Beschäftigten auch verarbeitet werden dürfen.
Keine Ausnahmen mehr:
Die bisher in Bayern geltenden Ausnahmen für den Handel und für Betriebe unter 10 Beschäftigte gelten seit Mittwoch, 24.11.2021, nicht mehr. Damit unterliegen  alle Unternehmen der bundesweiten 3G-Regel unabhängig von Branche oder Betriebsgröße.

4. Was gilt derzeit bei besonderen Zugangsregeln (2G, 2Gplus) für Beschäftigte und Betreiber?

Gelten besondere Zugangsregeln in Form von 2G oder 2Gplus, dann müssen auch Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtlich tätige Personen mit unmittelbarem Kundenkontakt die dort jeweils geltenden Impf-, Genesenen- und Testvoraussetzungen erfüllen.

2G (§ 5 der 15. BayIfSMV)

Gilt die 2G-Regel (z. B. Gastronomie, Beherbergung), müssen Beschäftigte, Betreiber, Veranstalter etc., die nicht geimpft oder genesen sind und Kundenkontakt haben, zweimal pro Woche einen negativen PCR-Test vorweisen können.
Achtung: Bei Beschäftigten in der Gastronomie, der Beherbergung und bei körpernahen Dienstleistungen kann statt zweier PCR-Tests pro Woche auch jeden Arbeitstag ein Antigen-Schnelltest gemacht werden.
Besucher, Kunden und Gäste unterliegen aber der 2G-Regelung, d. h. der Zutritt ist nur für Geimpfte oder Genesene möglich.

2Gplus (§ 4 der 15. BayIfSMV)

Gilt als Zugangsbeschränkung die 2Gplus-Regel (z. B. kulturelle Veranstaltungen, Fitnessstudio, Kino), dann müssen Beschäftigte, Betreiber, Veranstalter etc., die unmittelbaren Kundenkontakt haben, zweimal pro Woche einen negativen PCR-Test vorweisen. Ausnahmen gibt es hiervon nicht.
Darüber hinaus gilt für diese Arbeitgeber und Beschäftigte die 3G-Regel am Arbeitsplatz, wobei PCR-Tests grundsätzlich 48 Stunden gültig sind.
Besucher und Kunden unterliegen strengeren Anforderungen. Diese erhalten nur Zutritt, wenn sie geimpft oder genesen sind und zusätzlich einen Test vorweisen können.