Gefahrgut für Fahrer

Gefahrgutfahrer

Die ADR-Schulungsbescheinigung

Grundlage für die Schulung der Gefahrgutfahrer ist das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR), konkret das Kapitel 8.2.
Fahrzeugführer, die gefährliche Güter befördern, benötigen einen „Gefahrgutführerschein“, die ADR-Schulungsbescheinigung. Diese Bescheinigung wird mit Passfoto ausgestellt, das bei der Schulung vorgelegt werden muss.
Man unterscheidet zwischen Fahrern von
  • Fahrzeugen, mit denen gefährliche Güter in festverbundenen Tanks oder Aufsetztanks mit einem Fassungsraum von mehr als 1 m³ befördert werden
  • Batterie-Fahrzeugen mit einem Gesamtfassungsraum von mehr als 1 m³
  • Fahrzeugen, mit denen gefährliche Güter in Tankcontainern, ortsbeweglichen Tanks oder MEGC mit einem Einzelfassungsraum von mehr als 3 m³ auf einer Beförderungseinheit transportiert werden
und Fahrern, die gefährliche Versandstücke bzw. Güter in loser Schüttung (Schüttgüter) befördern, und zwar
  • in - mit orangefarbenen Tafeln - kennzeichnungspflichtigen Mengen
In jedem Fall ist ein Basiskurs mit anschließender Prüfung verpflichtend. Hierdurch werden die nötigen Kenntnisse zur Behandlung aller Gefahrgüter im Versandstück- oder Schüttgutbereich mit Ausnahme von Sprengstoffen und Gegenständen, die Sprengstoffe enthalten (Gefahrgutklasse 1) sowie radioaktiven  Stoffen (Gefahrgutklasse 7) vermittelt. Ein Basiskurs umfasst 19 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Dies entspricht in der Regel einem Umfang von 2,5 Tagen.
Kenntnisse im Umgang mit den Gefahrgutklassen 1 und 7 werden in den entsprechenden Aufbaukursen vermittelt. Diese können erst nach einem zuvor bestandenen Basiskurs belegt werden und umfassen jeweils weitere acht Unterrichtseinheiten, also inklusive Prüfung etwa einen Tag.
Fahrer von Tankfahrzeugen und gleichgestellten Fahrzeugen (s.o.) müssen zusätzlich zum Basiskurs einen Aufbaukurs Tank absolvieren. Dieser erstreckt sich über 13 Unterrichtseinheiten, was inklusive Prüfung einem Umfang  von etwa 1,5 Tagen entspricht.
Die ADR-Schulungsbescheinigung hat eine Gültigkeit von fünf Jahren . Für die Verlängerung der Gültigkeit ist eine Auffrischungsschulung erforderlich. Diese kann bis zu einem Jahr vor Ablauf erfolgen, ohne dass Gültigkeitszeit verloren geht. Die ADR-Schulungsbescheinigung wird dann wieder ab dem Ablaufdatum verlängert. Eine Auffrischungsschulung umfasst alle Inhalte des Basiskurses sowie aller Aufbaukurse und kann daher von jedem Gefahrgutfahrer genutzt werden. Die Kursschwerpunkte orientieren sich am Vorwissen und dem Bedarf der Kursteilnehmer. Der Zeitaufwand beträgt zwölf Unterrichtseinheiten, also inklusive Prüfung etwa 1,5 Tage.
Wenn die Gültigkeit der ADR-Schulungsbescheinigung überschritten wird, ist keine Verlängerung durch eine Auffrischungsschulung mehr möglich. In diesem Fall muss erneut ein Basiskurs sowie eventuelle Aufbaukurse absolviert werden.
Die IHK-Prüfungsgebühren für den Erwerb der ADR-Schulungsbescheinigung betragen 75,00 Euro für die Basiskurs- und die Auffrischungsprüfung und 75,00 Euro für die Prüfung nach einem Aufbaukurs. Die Lehrgangsgebühren legt jeder Veranstalter für sich selber fest. Die Kosten für eine Wiederholungsprüfung betragen 75,00 Euro.

Anmeldung zur Wiederholungsprüfung

Sie können sich hier zur Wiederholungsprüfung für Gefahrgutfahrer anmelden.

Anerkannte Lehrgangsveranstalter

ADR-Schulungen können ausschließlich von Veranstaltern durchgeführt werden, die von der IHK anerkannt sind. Dies garantiert eine bundesweit einheitliche und hohe Qualität der Ausbildung für Gefahrgutfahrer.  Im Zentrum des Anerkennungsverfahrens steht die Qualifikation des/der Referenten. In Bayern findet hier immer auch ein Gutachter-Gespräch vor der IHK statt.
Als Vorbereitungsmaßnahme verweisen wir auf ein entsprechendes Angebot der IHK Reutlingen
Folgende Veranstalter sind im Bezirk der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim für Erst- und Auffrischungsschulungen anerkannt:
  • TÜV Süd Akademie GmbH
    Im Gewerbepark C 35, 93059 Regensburg
    Tel. 0941 46406-0, Fax 0941 46406-20
    Schulungsstätten in: Amberg, Cham, Regensburg, Neumarkt, Sulzbach, Rosenberg, Weiden
    Versandstück-/Schüttgut-, Tanktransport inkl. Explosiv-Stoffe
  • Verkehrsausbildungszentrum i.d.Opf
    Nabburger Str. 1, 93057 Regensburg
    Tel. 0941 7985133, 0172 8289318
    Schulungsstätten in: Regensburg, Amberg, Sulzbach-Rosenberg,
    Weiden, Cham, Schwandorf
    Versandstück-/Schüttgut-, Tanktransport inkl. Explosiv-Stoffe
  • Drivers Point GmbH
    Dr.-Gessler-Str. 10a, 93051 Regensburg
    Schulungsstätte in: Regensburg
    Versandstück-/Schüttgut-, Tanktransport inkl. Explosiv-Stoffe & Radioaktive-Stoffe

Unterweisungspflicht für Fahrzeugführer ohne ADR-Schulungsbescheinigung

Gemäß ADR unterliegen auch Fahrzeugführer einer Unterweisungspflicht, die keine ADR-Schulungsbescheinigung benötigen. Dies betrifft:
  • Beförderungen von gefährlichen Gütern, bei denen keine Kennzeichnungspflicht mit orangefarbenen Tafeln besteht
  • Kleinstmengenbeförderer, beispielsweise Kleintransporteure oder Kurierdienste
Der Inhalt der Unterweisung muss hierfür eine Einführung , eine aufgabenbezogne Unterweisung sowie eine Sicherheitsunterweisung umfassen. Die Dauer sowie ein Zeitintervall sind nicht konkret festgelegt. Die Unterweisung muss dokumentiert und sowohl vom Arbeitgeber, als auch vom Arbeitnehmer aufbewahrt werden. Bei Vorschriftenänderungen ist die Unterweisung in regelmäßigen Abständen durch Auffrischungen zu ergänzen.

Zur Sicherstellung einer angemessenen Unterweisung empfiehlt die IHK Regensburg die Teilnahme an einem ADR-Basiskurs. Die Fahrzeugführer erhalten hierdurch alle erforderlichen Informationen, eine ADR-Schulungsbescheinigung für 5 Jahre und sind in dieser Zeit auf dem gleichen Kenntnisstand wie Fahrzeugführer, die gemäß ADR einer Schulungspflicht unterliegen.