Verkehr und Logistik

Berufskraftfahrerqualifikation und -prüfung

Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer, die beruflich Güter oder Personen mit Kraftfahrzeugen befördern, haben zusätzlich zur Führerscheinausbildung eine besondere Qualifizierung nachzuweisen.
Betroffen ist Fahrpersonal von Fahrzeugen im Güterkraftverkehr mit einer Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE oder von Fahrzeugen im Personenverkehr mit einer Fahrerlaubnis der Klassen D1 D1E, D, DE mit mehr als acht Fahrgastplätzen.
Die Kraftfahrerqualifikation basiert auf EU-Recht. Aktuell ist dies die RICHTLINIE (EU) 2018/645 vom 18. April 2018, die noch in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Ziel der europäischen Vorschrift ist eine Qualitätssicherung für den Beruf des Kraftfahrers sowie die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer und die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Der Gesetzgeber erhofft sich durch die verpflichtende Qualifizierung die Entwicklung eines defensiven Fahrstils sowie eines rationellen Kraftstoffverbrauches.
Ausgenommen sind nach § 1 Abs. 2 BKrFQG unter anderem Beförderungen mit Kraftfahrzeugen
  • zur Beförderung von Material oder Ausrüstung, das der Fahrer oder die Fahrerin zur Ausübung des Berufs verwendet, sofern es sich beim Führen des Kraftfahrzeugs nicht um die Hauptbeschäftigung handelt
  • zur nichtgewerblichen Beförderung von Personen oder Gütern zu privaten Zwecken
Ende Dezember 2016 hat das Änderungsgesetz zum Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG) die Voraussetzungen für eine stärkere Überwachung und Kontrolle der Schulungen und der Schulungsveranstalter geschaffen. Dazu sind auch die Grundlagen für eine entsprechende Sanktionierung – Bußgelder, Untersagung der Tätigkeit, Widerruf der Anerkennung - formuliert worden. Die Termine der Schulungen müssen der überwachenden Stelle spätestens fünf Werktage vorher gemeldet werden.
Darüber gibt es die Möglichkeit, für so genannte Grenzgänger, die ihren Wohnsitz im EU-Ausland haben, in Deutschland beschäftigt sind und hier ihre Weiterbildung absolvieren, diese in einem separaten, von einer deutschen Behörde ausgestellten Fahrerqualifizierungsnachweis zu dokumentieren. Außerdem wurde die Schweiz den EU-Ländern und den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes gleich gestellt.
In der Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung (BKrFQV) ist ein verbindliches Muster für die Teilnahmebescheinigung an den Schulungen hinterlegt. Diese ist "dem Teilnehmer oder der Teilnehmerin auszuhändigen". Darüber hinaus ist "die Teilnehmerzahl für ... die Grundqualifikation und die Weiterbildung auf höchstens 25 Personen je Unterricht zu beschränken". Auch die Anforderungen an die Weiterbildung der Lehrkräfte sind konkretisiert.  Diese müssen alle vier Jahre  insgesamt 24 Stunden Fortbildung nachweisen.
Details zu dieser Thematik erhalten Sie unter „Weitere Informationen“ sowie beim Bundesamt für Güterverkehr.
Beratung und Auskunft erhalten Sie bei Andreas Jerouschek.
Zur Prüfung Grundqualifikation Berufskraftfahrer melden Sie sich bitte über unser Online-Formular an.
Musterprüfungen finden Sie als Download unter "Weitere Informationen".
Das Verkehrsgewerbe sieht sich aktuell einem immer größer werdenden Problem der Fahrerknappheit gegenüber und unternimmt vielfältige Bemühungen, die Attraktivität der Arbeitsbedingungen zu steigern.
Nähere Informationen dazu:
Für entsprechende Qualifizierungsmaßnnahmen: Erwerb des Führerscheins, Grundqualifikation/Weiterbildung (beispielsweise über das Qualifizierungschancengesetz) gibt es auch spezifische Fördermöglichkeiten.
Kontaktieren Sie dazu auch Ihre Arbeitsagentur.
Die BAG-Förderprogramme für Unternehmen des Güterkraftverkehrs stellen Mittel für die Berufskraftfahrerausbildung (die sowohl den Führerschein als auch die Grundqualifikation beinhaltet) zur Verfügung. Auch Sprachkurse und weitere Maßnahmen sind über diese Programme förderfähig.