Coronavirus

Verdächtige Zertifikate für Schutzausrüstung

Die European Safety Federation (ESF) hat eine Übersicht verdächtiger Zertifikate veröffentlicht. Masken, die unter diesen Zertifikaten in Umlauf gebracht werden entsprechen somit wohl nicht den geforderten Standards.

Zusätzlich sind die durch den chinesischen Staat als vertrauenswürdig eingestuften chinesischen Hersteller im Internet für PSA und für medizinische Schutzmasken bzw. dort auch für andere Schutzausrüstung aufgeführt. Das Verzeichnis der ESF (laufend aktualisiert) finden Sie hier.
Grundsätzlich gilt:
Eine geprüfte und zugelassene Maske erkennt man am CE-Kennzeichen, gefolgt von der vierstelligen Kennziffer der Benannten Stelle (z. B. CE0121) und der Nennung der angewandten Norm EN 149:2001, A1:2009 bzw. EN 149:2009-08 auf dem Produkt und der Verpackung.
FFP-Masken enthalten als Angabe zusätzlich den Hinweis auf die entsprechende FFP-Klasse sowie auf der Verpackung Hinweise zur Lagerung etc.
Mund-Nasen-Schutz („Operationsmasken“) enthält neben der Norm EN 14683:2019+AC:2019 bzw. EN 14683:2019-10 oder EN 14683:2019-6 die Angabe der Typklasse.
Eine Prüfung aller Benannten Stellen, gegliedert nach der Kennziffer der Stelle, ist über eine EU-Datenbank (NANDO) möglich. Die Kennziffer muss zu einer in der Datenbank auffindbaren Stelle gehören, die laut der Datenbank PSA bzw. Medizinprodukte prüfen darf. Trifft dies nicht zu, ist das CE-Kennzeichen bzw. die Konformitätserklärung nicht korrekt.
Letztendlich kann eine Prüfung, ob ein Zertifikat von einer Prüfstelle ausgestellt wurde, durch den Besuch der Internetseite der ausstellenden Stelle evtl. auch online bzw. per E-Mail erfolgen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Zertifikat damit einer gültigen CE-Konformitätserklärung entspricht.
Vorliegende CE-Konformitätsbewertung ohne Zweifel
Wenn an der vorliegenden CE-Konformitätsbewertung (Konformitätserklärung und CE-Kennzeichen an den Produkten) für Persönliche Schutzausrüstung oder für Medizinprodukte keine Zweifel bestehen, kann das Produkt vom Importeur oder Händler in Verkehr gebracht werden. Das ist bspw. dann der Fall, wenn ein zugelassenes Prüfinstitut die Ware geprüft hat (in der EU: Benannte Stellen für PSA bzw. für Medizinprodukte (Link nicht nur für Schutzmasken!)) und die oben genannten Angaben vorhanden sowie Fälschungen ausgeschlossen sind.
Vorsicht: Betrugsversuche / Schutzmasken-Spam-E-Mails
Betrugsversuche beinhalten:
  • Angebote mit gefälschten Zertifikaten
  • Angebote von Zulieferern ohne dass diese über die beschriebenen Produkte oder die angegebene Menge verfügen,
  • Angebote von Waren minderer Qualität,
  • Angebote von Waren, die nicht den geforderten Standards entsprechen, oder
  • Ähnliche unseriöse Angebote.
Schutzmasken und verschiedene andere Produkte der desinfizierenden Hygiene sind knapp. Das nutzen Cyberkriminelle aus, um verunsicherte Nutzer schlicht zu betrügen. Es häufen sich E-Mails mit Verkaufsangeboten, denen nach Zahlungseingang jedoch kein Versand folgt.
Die Betreffzeilen der E-Mails suggerieren stets ein neues Produkt oder ein sehr knappes Produkt mit geringem Lagerbestand verfügbar zu haben. Nutzer sollen sich möglichst sofort entscheiden, bevor der Vorrat aufgebraucht ist. Das verleitet offenbar viele Nutzer zum Kaufvorgang.