Neue und modernisierte Ausbildungsberufe

Neuordnung der IT-Berufe

Nach einer ersten Phase der Modernisierung in 2018, die der Stärkung des Themas IT-Sicherheit diente, werden die IT-Berufe jetzt in einer zweiten Phase grundlegend überarbeitet. Für diesen Veränderungsbedarf sind die sich stark wandelnden Anforderungen in den Bereichen Vernetzung, Internet of Things, ... Industrie 4.0 und die damit verbundene Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche die wesentlichen Treiber.
Die neu geordneten IT-Berufe werden zum 1. August 2020 in Kraft treten.

Änderungsverordnung 2018

In einem ersten Schritt wurden Qualifikationen aktualisiert, die besonders dringend angepasst werden müssen. Das sind insbesondere Kompetenzen im Bereich der IT-Sicherheit, aber auch die Stärkung von personalen und sozialen Kompetenzen. 
Hierfür soll eine Änderungsverordnung in den Strukturen der bestehenden Ausbildungsverordnung erlassen werden.
Die Änderungen traten zum 1. August 2018 in Kraft.

Neuordnung 2020

Jetzt steht offiziell fest: Zum 1. August 2020 tritt die Neuordnung bei den IT-Berufen in Kraft.
Nach erfolgtem Sachverständigenverfahren, das bereits im Juli 2019 abgeschlossen wurde, haben sich die entsprechenden Gremien, u.a. BBiB-Hauptausschuss, Bund-Länder-Koordinierungsausschuss mit den dort erarbeiteten Inhalten befasst. Am 5. März 2020 wurden die Verordnungen für die IT-Berufe im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Die Veröffentlichung der Ausbildungsordnungen ist im gleichen Zuge erfolgt – diese finden Sie rechts unter den weiteren Informationen und auf der Internetseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB).
Kurzbeschreibung der wichtigsten inhaltlichen Änderungen:
IT-Systemelektroniker/-innen
Die Berufsbezeichnung des IT-System-Elektronikers bleibt bestehen. Der Qualifikationskatalog wurde an die aktuellen Anforderungen angepasst. Die Bedeutung der Elektro-Kompetenzen wurde durch die Einführung eines Prüfungsfachs, das mindestens mit ausreichenden Leistungen bestanden werden muss (Sperrfach), herausgestellt und somit ausgeweitet.
Fachinformatiker/-innen
Der Fachinformatiker kann nun in vier Fachrichtungen ausgebildet werden.
- Fachrichtung Anwendungsentwicklung
Das Konzipieren und Realisieren kundenspezifischer Softwareanwendungen wird auch weiterhin der Schwerpunkt sein. Der Qualifikationskatalog wurde an die aktuellen Anforderungen an das Berufsbild angepasst.
- Fachrichtung Systemintegration
Die Konzeption und Realisierung von komplexen Systemen der IT-Technik und die Integration von Softwarekomponenten, das Installieren und Konfigurieren vernetzter IT-Systeme sowie die Inbetriebnahme und Wartung von IT-Systemen werden weiterhin Schwerpunkte bleiben. Auch hier wurde der Qualifikationskatalog an die aktuellen Anforderungen angepasst.
- Fachrichtung Digitale Vernetzung (NEU)
Fachinformatiker/-innen der Fachrichtung „Digitale Vernetzung“ arbeiten mit der Netzwerkinfrastruktur und den Schnittstellen zwischen Netzwerkkomponenten und Cyber-Physischen-Systemen. Sie vernetzen und optimieren Systeme und Anwendungen auf IT-Ebene. Sie sichern Daten gegen unerlaubte Zugriffe und vermeiden/beheben Systemausfälle.
- Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse (NEU)
Fachinformatiker/-innen der Fachrichtung „Daten- und Prozessanalyse“ entwickeln, auf der Basis der Verfügbarkeit sowie Qualität und Quantität von Daten, IT-technische Lösungen für zunehmend von Daten angetriebenen digitalen Produktions- und Geschäftsprozessen.
Kaufleute für IT-System-Management (NEU)
Kaufleute für IT-Systemmanagement (vormals IT-Systemkaufleute) sind die klassischen Branchenkaufleute. Als Fachkräfte sind sie Experten für die Vermarktung und das Anbieten von IT-Dienstleistungen (Hardware/Software/Services). Darüber hinaus managen und administrieren sie IT-Systeme und Umgebungen. In das neue Berufsbild sind z.T. Inhalte des „alten“ Informatikkaufmanns eingeflossen.
Kaufleute für Digitalisierungsmanagement (NEU)
Kaufleute für Digitalisierungsmanagement (vormals Informatikkaufleute) sind die branchenübergreifenden Kaufleute. Sie sind Profis im Umgang mit Daten und Prozessen aus einer ökonomisch-betriebswirtschaftlichen Perspektive. Sie machen Informationen und Wissen verfügbar, um aus der zunehmenden Digitalisierung wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen; sie „managen“ die Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf der operativen Ebene.

Für neu abgeschlossene Verträge mit Ausbildungsbeginn ab 1. August 2020 wird eine gestreckte Abschlussprüfung eingeführt.