Corona-Pandemie

Bayerische Repräsentanz in Mexiko: Lagebericht Juli 2020

Bei den kumulierten Corona-Fällen liegt Mexiko auf dem amerikanischen Kontinent nach den USA, Brasilien, Peru knapp hinter Chile. Bei rund 130 Millionen Einwohnern erscheint eine Zahl von rund 275.000 Infizierten eher gering.
Grund zur Sorge gibt die hohe Sterblichkeit der COVID-19-Patienten in Mexiko: Mit knapp 33.000 Toten liegt die Sterberate bei 12 Prozent und damit deutlich über den Werten der anderen amerikanischen Länder und dem weltweiten Durchschnitt von 4,7 Prozent .
Die Zahl der täglich neu Infizierten bewegt sich in den letzten Wochen zwischen 5.000 und 6.000. Ein merklicher Rückgang zeichnet sich bislang nicht ab. Aufgrund des Verlaufs der Kurve der Neuinfektionen ist davon auszugehen, dass die Pandemiesituation noch länger anhalten wird.
Als die mexikanische Regierung Mitte Mai das Konzept der "Rückkehr zur neuen Normalität" vorgestellt hatte, glaubte man, der Höhepunkt der Pandemiekurve sei erreicht. Leider haben sich diese Erwartungen nicht erfüllt so dass bislang 15 Bundesstaaten als Hochrisikogebiete und 17 als Risikogebiete eingestuft sind.
Gleichzeitig werden nach mehr als 3 Monaten massiver Einschränkungen der öffentlichen Lebens bei den Menschen und in der Wirtschaft die  Erschöpfungserscheinungen immer deutlicher. Der Druck nach einer Lockerung steigt und allmählich wird diesem auch nachgegeben. Hierin liegt neben dem bisher ausgebliebenen massiven Überspringen der Infektionswelle aus den USA
das größte Risiko.
Seit dem 18. Mai zählt die Automobilindustrie in ihrer gesamten  Wertschöpfungskette zu den systemrelevanten Branchen.
Zahlreiche Unternehmen haben die Möglichkeit zum Hochfahren der Produktion genutzt. Allerdings zeigten sich bei der Handhabung große Unterschiede zwischen den Bundesstaaten. Der Prozess des Hochfahrens gestaltet sich weitaus komplexer als dies ursprünglich aussah. Die Erholung der Automobilindustrie in Mexiko und weiterer exportorientierter Branchen hängt ganz entscheidend von der Entwicklung der Wirtschaft in den USA ab.
Das Inkrafttreten von USMCA am 1. Juli beendet zwar eine lange Phase der Unsicherheit und eröffnet Perspektiven. Ohne eine wirtschaftliche Erholung in den USA entfaltet USMCA keine Wirkung.
Die Folgen der Corona-Krise auf die mexikanische Wirtschaft und Bevölkerung werden immer deutlicher. Die Wertschöpfung ist im Vorjahresvergleich dramatisch eingebrochen, für dieses Jahr wird ein Rückgang des BIP von 10% erwartet.
Über eine Million sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze gingen bereits verloren. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit und Einkommen liegt bei rund 12 Millionen, was einer Arbeitslosenquote von 21% entspricht.
Nennenswerte staatliche Hilfen für Unternehmen gibt es in Mexiko nicht. Die mexikanische Regierung spart vielmehr gegen die Krise an und hat für 2020 ihre Ausgaben deutlich gekürzt. Den Unternehmen in Mexiko ist bewusst, dass sie auf sich gestellt sind und ihnen die zentrale Rolle zur Überwindung der Krise zufällt.
Weitere Informationen finden Sie im Lagebericht und der Graphik zur Entwicklung der Pandemie unter “Weitere Informationen”.
Quelle und Kontakt:
Christian Weber
Repräsentant des Freistaats Bayern für Mexiko und Zentralamerika
Leiter Repräsentanz Mexiko – Bayern International
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