Freinhandelsabkommen

Neue "Spielregeln" bei Freihandelsabkommen USMCA

Die anhaltende Coronakrise hat das neue Freihandelsabkommen USMCA (United States, Mexico, Canada Agreement) in den Hintergrund gedrängt, die USA und Mexiko sind gleichermaßen besonders hart von der Pandemie getroffen. Mehrere Industriezweige, darunter auch Automobilbetriebe in den USA, haben angesichts dessen für einen Aufschub plädiert. Doch nach Angaben der Regierung von US-Präsident Trump soll das Abkommen zum 1. Juli 2020 in Kraft treten.
Die Bedeutung des nordamerikanischen Wirtschaftsraumes ist besonders groß, denn schließlich vereinen die drei Länder 28 Prozent des weltweiten BIP und 16 Prozent des Welthandels.
Die alten NAFTA-Regeln wurden überarbeitet und deutlich modernisiert, höhere Standards bei Arbeitsrecht und Umweltschutz wurden implementiert, schärfere Regeln für die Pharmabranche ausgehandelt. Mit neuen Kapiteln zu E-Commerce, Energie, KMU, Korruptionsbekämpfung und Wettbewerb wurden nach Ansicht der Vertragsparteien internationale Maßstäbe für den Freihandel gesetzt.
Die neuen „Local – Content“- Regularien könnten bayerische Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, allen voran Firmen aus dem Automobilsektor, denn mit USMCA wurden für sie deutlich strengere Ursprungsregeln als bisher vereinbart. Um weiterhin zollfrei PKWs unter den drei Ländern zu versenden, muss die lokale Wertschöpfung zukünftig 75 Prozent betragen. Das sind 12,5 Prozent mehr als im “alten” NAFTA-Abkommen. Zusätzlich müssen je nach Fabrikationsmodell bis zu 45 Prozent der Bauteile aus Regionen innerhalb Nordamerikas stammen, in denen ein Durchschnittslohn von 16 US-Dollar pro Stunde gezahlt wird.
Für Unternehmen bedeutet dies ihre Lieferketten neu aufzustellen und entsprechende Zulieferer in den USA und Kanada zu suchen. Der Einkauf von günstig produzierten Teilen in anderen Märkten ist dann ohne die Aufgabe der Zollfreiheit nicht mehr möglich.