Konjunkturpaket

Wie Ostbayerns Wirtschaft wieder in Fahrt kommt

04.06.2020
Rund 130 Milliarden schwer ist das am 3. Juni nach zähem Ringen beschlossene Konjunkturpaket des Bundes im Kampf gegen die Auswirkungen der Coronakrise auf die Wirtschaft. „Die Corona-Pandemie fordert auch Ostbayerns Unternehmen. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung enthält viele Impulse zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen. Jedoch kommt es jetzt darauf an, dass die Betriebe schnell von den in Aussicht gestellten Hilfen profitieren, und dass die staatlichen Planungsverfahren bei den angekündigten Investitionen in den Infrastrukturausbau beschleunigt werden“, bewertet der Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, Dr. Jürgen Helmes, die vorgestellten Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur. 46 Prozent der Unternehmen in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim berichteten bei der IHK-Konjunkturumfrage im Mai über stornierte Aufträge. Am stärksten betroffen waren der Tourismus mit 96 Prozent Auftragsrückgang und die Industrie mit minus 51 Prozent.
Wichtige Elemente des Konjunkturpakets sind aus Sicht der IHK die Ausweitung des Verlustrücktrags sowie die zusätzlichen Hilfen für besonders stark betroffene Unternehmen. „Vor allem die Überbrückungshilfen für Firmen mit Liquiditätsschwierigkeiten sind wichtig, um eine Insolvenzwelle und Beschäftigungsverluste abzumildern“, erklärt Helmes. Auch die Entlastung bei der EEG-Umlage stütze die Liquidität der heimischen Wirtschaft. Als „zukunftsgerichtet“ bezeichnet die IHK die angekündigten steuerlichen Begünstigungen bei der degressiven Abschreibung und der Forschungsförderung, weil das für die Firmen Investitionsanreize schaffe.
Damit die öffentlichen Haushalte auf lange Sicht wieder von umfassenden Gewerbesteuereinnahmen profitieren können, sollten Bund, Länder und Kommunen jetzt durch staatliche Investitionen für die Firmen Aufträge generieren. Investitionen in Verkehrsinfrastruktur und Mobilität, in eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, in Technologie sowie in die Bildungs- und Innovationslandschaft seien sinnvolle Maßnahmen. „Dennoch kommt es bei der Umsetzung nicht nur auf das Geld an“, gibt Helmes zu bedenken. „Denn die in Aussicht gestellten Investitionsmittel in Infrastrukturmaßnahmen können nur dann eine konjunkturbelebende Wirkung entfalten, wenn die Planungsverfahren schnell umgesetzt werden.“