IHK-Gremium Cham

Gemeinsam auf Kurs

18.11.2019
Über standortpolitische Zukunftsthemen und Herausforderungen für die regionale Wirtschaft diskutierten die Mitglieder des IHK-Gremiums Cham zu Gast im Natur- und Wellnesshotel Brunner Hof in Arnschwang. Gremiumsvorsitzender Dr. Alois Plößl begrüßte bei der Sitzung Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Die Wirtschaft in der Region Cham habe sich in den letzten 10 Jahren sehr gut entwickelt – nicht zuletzt deshalb, weil die vielen innovativen Unternehmen entsprechende Rahmenbedingungen vorfänden, betonte Plößl. „Vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten ist es nun wichtig, den Blick auf das eigene Unternehmen, die eigene Region sowie die eigenen Institutionen und Netzwerke zu richten, um den Wirtschaftsraum wettbewerbsfähig aufzustellen.“ Eine große Stärke sei dabei der konstruktive Austausch zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Diesen Kurs gelte es beizubehalten. 

Sorgenkind digitale Infrastruktur

Konkrete Themen waren der Status quo der digitalen Infrastruktur sowie die Weiterentwicklung des Bildungsstandortes. „Vor allem für die starke Tourismusbranche in der Region ist ein flächendeckendes Mobilfunknetz von entscheidender Bedeutung“, sagte Gremiumsmitglied Stefan Huber, Geschäftsführer der Hubermedia GmbH. Telefonieren vor Ort gleiche oft einem Glücksspiel, bestätigte Gastgeber Andreas Brunner. Man könne das Urlaubern im führenden Tourismus-Standort in Ostbayern mit mehr als zwei Millionen Gästeübernachtungen pro Jahr nicht zumuten. Landrat Löffler bezeichnete die damalige Vergabe des Netzausbaus an die Privatwirtschaft als Kardinalfehler. Gerade ländliche Gebiete seien dadurch beim Ausbau häufig im Nachteil. Aus diesem Grund habe sich der Landkreis entschieden, den Ausbau des Breitbandnetzes über ein leistungsfähiges Kommunalunternehmen eigenwirtschaftlich umzusetzen. Die Ausschreibung laufe derzeit. 

Wissen bündeln

Seit 2012 ist Cham regionaler Hochschulstandort mit zwei Studiengängen im Bereich der Ingenieurwissenschaften. „Die Investition in Bildung und Innovation ist entscheidend für unsere Region“, steht für Löffler fest. Es sei der richtige Weg gewesen, die neue Berufsschule direkt neben den Technologie Campus zu bauen, denn „die beiden Bildungswege Studium und duale Ausbildung nähern sich immer weiter an“, so Gremiumsgeschäftsführer Richard Brunner. Der Technologie Campus und das Digitale Gründerzentrum Cham seien Innovationstreiber und für die Industrie in der Region zentrale Partner sowohl für die Ausbildung von akademischen Fachkräften als auch für Technologie- und Innovationsprojekte im Bereich Mechatronik. Um den Studienort Cham zukunftsfähig zu machen, appellierte Löffler auch an die Wirtschaft: „Die Ansiedlung neuer Studiengänge beispielsweise im Bereich Künstliche Intelligenz oder additive Fertigung ist kein Selbstläufer. Wir brauchen die regionalen Unternehmen, die in der Auftragsforschung oder bei Förderprojekten mit den Institutionen vor Ort zusammenarbeiten, um Kompetenzen zu bündeln und ihre überregionale Bedeutung zu stärken.“