Pressemeldung

Standort im Verbund stärken

„Die Krise verlangt vielen von uns alles ab“, sagte Bernd Fürbringer, Vorsitzender des Nordoberpfälzer Gremiums der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, bei dessen virtueller Sitzung. Umso wichtiger sei es aktuell, sich für bestmögliche Rahmenbedingungen einzusetzen, um trotz und nach der Krise Wachstumsimpulse für die Unternehmen zu schaffen.

Loyale Nordoberpfalz

Die Ergebnisse der IHK-Standortumfrage 2020 für die Nordoberpfalz sind für die Arbeit des Gremiums ein wichtiger Seismograf, um in den Dialog mit den Kommunen und Regionalpolitik zu treten. „Insgesamt bewerten die Unternehmen die Region mit der Schulnote 2,4“, berichtete IHK-Bereichsleiterin Standortpolitik Sibylle Aumer. Die Ergebnisse zeigen: Die Nordoberpfalz punktet vor allem hinsichtlich ihrer Umwelt- und Lebensqualität und der Loyalität der Mitarbeiter. „Unser Pfund ist unsere Stammbelegschaft. Wer einmal zu unseren Unternehmen und in die Region gefunden hat, verlässt sie kaum wieder“, unterstrich Fürbringer. Die Nordoberpfalz sei ein Arbeits- und Wohnort mit Wohlfühlfaktor. Demgegenüber steht der Mangel an beruflich Qualifizierten und Auszubildenden. Um hier entgegenzuwirken und für die Region zu werben, wünschen sich die Betriebe ein gemeinsames Fachkräftemarketing der Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie der kreisfreien Stadt Weiden. „Eine Zusammenarbeit der drei Gebietskörperschaften ist auch hinsichtlich der Wirtschaftsförderung anzustreben, um Anliegen zu bündeln den Standort im Verbund zu stärken. Hier sind erste wichtige Schritte gemacht“, berichtete IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder von gemeinsamen Treffen der Verantwortlichen.
Während die Anbindung an überregionale Verkehrsnetze bei den Unternehmen punktet,  finden sich bei der digitalen Infrastruktur hinsichtlich Mobilfunk und Breitband noch deutliche Lücken. Auch das Fehlen von Gewerbeflächen bereitet den Umfrageteilnehmern Sorgen. Dabei gaben 34 Prozent der befragten Unternehmen an, in den nächsten fünf Jahren erweitern zu wollen. Auch wenn derzeit die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Betriebe nicht endgültig abzuschätzen sind, unterstrich Fürbringer: „Wir brauchen Entwicklungsflächen für die Wirtschaft.“ Weiteren Handlungsbedarf sehen die Unternehmen bei der Dauer von Genehmigungsverfahren.

Hygiene beginnt im Kopf

Für Gesellschaft wie Wirtschaft gilt es, die Corona-Krise bestmöglich zu überstehen. Für Gastredner Prof. Dr. Karl Heinz Dietl, Chefarzt am Klinikum Weiden, geht beides Hand in Hand, denn „wenn die Wirtschaft kaputt geht, kann auch die hochmoderne Medizin nicht erhalten werden“. Für den Weg aus der Krise gebe es keine Patentlösung, klar sei für Dietl aber, dass das Infektionsgeschehen nicht rein medizinisch, sondern nur in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik und Wirtschaft bekämpft werden könne. „Infektionszahlen müssen auch in den Betrieben klein gehalten werden“, appellierte Dietl, „Hygiene beginnt im Kopf“. Wenn Hygienekonzepte strikt eingehalten werden, sei dies ein entscheidender Gewinn in der Bekämpfung der Pandemie.
(18.02.2021)