Coronavirus

Schnelltests in Unternehmen

Testangebotspflicht für Unternehmen

Das Bundesarbeitsministerium hat mit der neu gefassten Corona-Arbeitsschutzverordnung (gilt ab 01. Juli 2021) die Testangebotspflicht für Unternehmen bestätigt und verlängert. Arbeitgeber müssen demnach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht ausschließlich von zuhause aus arbeiten, mindestens zweimal pro Kalenderwoche einen Corona-Test anbieten. Gleichzeitig ist es den Mitarbeitern freigestellt, sich selbst zu testen. Die Verordnung gilt bis zum 10. September 2021.
§ 4 Abs. 2  der Verordnung stellt klar, dass Testangebote nicht erforderlich sind, soweit der Arbeitgeber durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellt oder einen bestehenden gleichwertigen Schutz nachweisen kann. Die Begründung führt hier aus, dass Beschäftigte, bei denen ein Nachweis der vollständigen Impfung oder Genesung von einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, vom Testangebot ausgenommen werden können. Die Gefährdungsbeurteilung sollte aber festlegen, ob ein Testangebot dennoch sinnvoll sein kann, um das Risiko der Einschleppung von COVID-19 in den Betrieb weiter zu vermindern.

Nach wie vor gilt:
  • Zugelassene Selbsttests sind als Teststandard ausreichend.
  • Selbsttests müssen von den Mitarbeitern nicht unter Aufsicht, während der Arbeitszeit oder am Arbeitsort durchgeführt werden.
  • Für die Arbeitgeber bestehen keine Dokumentationspflichten zu den Testergebnissen oder den getesteten Personen

Welche Tests stehen zur Verfügung?

PCR-Tests: Diese Tests sind am zuverlässigsten. Sie müssen jedoch von medizinisch geschultem Personal entnommen und im Labor ausgewertet werden, was mindestens einen Tag dauert. In Unternehmen sind sie deshalb in der Regel nicht einsetzbar.
PoC-Antigenschnelltests: Es handelt sich um Medizinprodukte, deren Auswertung jedoch kein Labor benötigt. Professionelle Antigenschnelltests können nur durch geschultes Personal abgenommen werden.
Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung, sogenannte Selbsttests. Sie können im Einzelhandel erworben werden. Hier finden Sie die Liste der zugelassenen Selbsttests. Auch diese Tests können im Unternehmen eingesetzt werden.

Testnachweise und testgebundende Angebote

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat einen Muster-Testnachweis veröffentlicht, mit dem negative Testergebnisse den Zugang zu testgebundenen Angeboten (Einzelhandel, Gastronomie, Beherbergung, etc.) ermöglichen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass in diesem Zusammenhang Antigen-Selbsttests unter Aufsicht lediglich vor Ort an den testgebundenen Angeboten den Zugang ermöglichen. Sollten betriebliche Testergebnisse im Rahmen des Arbeitsschutzes den Zugang zu testgebundenen Angeboten ermöglichen, ist der Test von geschultem Personal durchzuführen oder zu beaufsichtigen.

Nachweispflichten des Arbeitgebers

Als Nachweis für das Testangebot dienen Belege für die Beschaffung von Tests oder auch schriftliche Vereinbarungen über die Testung mit Dritten (Med. Dienstleistern, Apotheken, usw.). Diese Nachweise sind bis zum 10. September 2021 aufzubewahren.

Kann ein Unternehmen die Mitarbeiter zum Test verpflichten?

Der Arbeitgeber kann Tests grundsätzlich nicht einseitig anordnen. Die Anordnung von Tests durch den Arbeitgeber ist allerdings möglich, wenn der Arbeitnehmer im Arbeitsverhältnis Kontakt zu besonders Schutzbedürftigen hat, z. B. bei Arbeitnehmern in Altenheimen oder im Pflegedienst.
Kostenlose Webinare: Wie organisiere ich Schnelltests im Unternehmen  
An mehreren Terminen können Sie an drei kostenlosen Webinaren der DIHK-Bildungs-GmbH teilnehmen.

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