Stadtmarketing

Online in die Orte

05.04.2017
Erstmals trafen sich die Stadtmarketing-Organisationen und Werbegemeinschaften der Region zum Erfahrungsaustausch in der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Die Experten diskutierten über Online-Plattformen und was sie gegen Leerstände in den Innenstädten tun können.
Seit Jahren steigen die Marktanteile des Online-Handels, insbesondere bei Produkten, die man üblicherweise in der Innenstadt kaufen würde - zum Beispiel Bekleidung und Schuhe. „Die neue 1-AA Lage werden Händler künftig nicht in der Innenstadt finden, sondern auf dem mobilen Endgerät“, erklärte E-Commerce-Experte Dr. Ernst Stahl vom Institut Ibi Research. Das Internet solle regionaler werden. Dienstleiter und Händler eines Ortes könnten den Kunden Online-Services anbieten und sie gleichzeitig in ihre Geschäfte locken - zum Beispiel, indem man sich auf einem regionalen Online-Portal etwas bestellen und die Ware dann im Laden abholen kann. Gute regionale Online-Plattformen bieten nach Ansicht des Experten Stahl den Kunden einen Mehrwert, zum Beispiel liefern sie Informationen darüber, was vor Ort gerade kulturell geboten ist oder wo man etwas Essen und Trinken kann. Solch einen Ansatz verfolge ein Infoportal unter dem Label „Einkaufsstadt Neumarkt“, wie Roland Kittel, Geschäftsführer vom Stadtmarketing in der Pfalzgrafenstadt, berichtete. Auch die Stadt Mainburg erarbeitete ein eigenes Portal: „Mainburg kann virtuell erkundet werden“, sagte Stadtentwicklerin Elke Plank. Das Online-Angebot umfasse neben Informationen zu Gastronomie, Handel und Industrie Informationen zu Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten.

Leben in die Innenstadt bringen

Um wieder mehr Frequenz in die Städte zu bringen, sollten Leerstände beseitigt werden, waren sich die Experten einig. Was Werbegemeinschaften tun können,  adressierte Stadtplaner Dr. Stefan Leuninger an die Teilnehmer: „Es ist nicht Ihre Aufgabe Baumaßnahmen durchzuführen. Sie sollten solche Maßnahmen begleiten und verbindliche Konzepte einfordern.“ Strukturelle Veränderungen im öffentlichen Raum und die Verantwortung für das Thema Leerstand lägen schließlich bei den Kommunen.
„Die Ortszenten in Ostbayern sind unterschiedlich, ihre Herausforderungen und Lösungen die gleichen“ fasste Stadtentwicklungsexperte Dr. Matthias Segerer von der IHK zusammen. Es werde nicht bei dem einen Erfahrungsaustausch zum Thema bleiben, versprach er und lieferte Diskussionsstoff für eine Neuauflage des Treffens, von der Sonntagsöffnung bis hin zu öffentlichem WLAN. Auch gemeinsame Aktionen über mehrere Standorte hinweg, die die Bedeutung der lokalen Gewerbetreibenden hervorheben, kann sich die IHK vorstellen.