IHK-Vollversammlung

Digitalisierung treibt Händler

27.04.2017
Zum Einzelhandel in der digitalisierten Welt positionierte sich die Vollversammlung der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim bei ihrer Sitzung im Innovationszentrum Bau der Firma Max Bögl in Sengenthal im Landkreis Neumarkt. „Händler und Kommunen stehen durch die Digitalisierung und dem daraus folgendem Innovationsdruck vor großen Herausforderungen“, erklärte IHK-Präsident Gerhard Witzany.

Innenstädte stärken

Mit drastischen Umbrüchen der Geschäftsmodelle sieht sich der regionale Einzelhandel konfrontiert. Sinkende Besucherfrequenzen in den Innenstädten und der E-Commerce fordern zum Handeln auf. „Zur Attraktivität einer Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort trägt eine lebendige Innenstadt entscheidend bei. Der Handel spielt dabei eine zentrale Rolle“, fügt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes einem Positionspapier der IHK hinzu. Welchen Beitrag die Politik hier leisten kann, macht die IHK-Vollversammlung mit diesem Papier deutlich. Sie fordert eine Stadt- und Raumentwicklung, die die Innenstädte als Handelsstandort stärkt. Investitionen des Staates sollen Digitalisierungsstrategien des lokalen Einzelhandels befördern. Rechtliche Rahmenbedingungen, sollen für einen fairen Interessensausgleich zwischen Handelspartnern sorgen und Rechtssicherheit gewährleisten. Präsident Witzany ist zuversichtlich: „Um den Handel ist uns nicht bange, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Händler die Digitalisierung vorantreiben.“

Nachfolge sichern

Bei rund einem Drittel der Unternehmen in der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim steht in den nächsten zehn Jahren die Nachfolge an, das ergab eine Studie der IHK Regensburg. Die meisten Unternehmer suchen einen Nachfolger aus Altersgründen, sie sind dann meist schon 67 Jahre alt. „Es ist überraschend, dass sich 60 Prozent der Unternehmer, die älter als 55 Jahre sind, noch nicht mit der Nachfolge beschäftigt haben“, weist Dr. Reinhard Rieger von der IHK Regensburg auf die Dringlichkeit der Nachfolge hin. Besonders da immer weniger Familienmitglieder für die Nachfolge bereit stünden. Eine gelungene Übergabe sollte von langer Hand geplant werden, zeigen die Beispiele aus der Praxis. Ebenso brisant ist, dass 69 Prozent der Unternehmen keinen Notfallplan haben, falls der Chef plötzlich ausfällt. Mit einem umfangreichen Informationsangebot und individuellen Beratungen will die IHK die Unternehmen bei diesen unternehmerischen und persönlichen Fragen unterstützen. „Wir haben uns mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und der Hans-Lindner-Stiftung zu den Nachfolge-Lotsen zusammengeschlossen, um möglichst alle Unternehmen in der Region zu erreichen“, erklärt Rieger. Die erfolgreiche Nachfolge sei schließlich nicht allein ein Problem des Unternehmens, in der Summe sichere sie auch die Leistungsfähigkeit der regionalen mittelständischen Wirtschaft.

Neues Mitglied gewählt

Dr. Rudolf Gingele legte sein Amt in der IHK-Vollversammlung nieder. Er hatte sich 2016 aus dem Vorstand der Sparkasse Regensburg zurückgezogen. Zu seinem Nachfolger wählte die Vollversammlung der IHK Albert Lorenz, den Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Bad Abbach-Saal.