Energieversorgung

Bezahlbare Energie

15.03.2017
Über den Ausbau der Stromnetze und seine Folgen diskutierten die Mitglieder des Industrieausschusses der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim bei ihrer Sitzung am 14. März in der Flachglas Wernberg GmbH. In der Region sind derzeit zwei Großprojekte in Planung, der „Süd-Ost-Link“ und der „Ostbayernring“. Beide befänden sich in der „Trassenfindungsphase, wobei diese nicht vor 2020/21 abgeschlossen sein dürfte“, wie IHK-Energiereferentin Christine Götz den Unternehmern berichtete. Mit der Fertigstellung rechnet sie nicht vor 2023 bzw. 2025. Projekte wie diese seien angesichts der Energiewende von Nöten, um die Stromnetze vor dem Kollaps zu bewahren.
Wer Glas verarbeitet, braucht viel Energie. Unternehmen wie die gastgebende Flachglas Wernberg GmbH leiden besonders unter den steigenden Strompreisen. Die Firma zählt zu den größten Glasveredlern in Europa. Seit über 70 Jahren produziert sie Funktionsgläser für den Bau, Fassaden und Schienenfahrzeuge. Eine Besonderheit: Das Unternehmen befindet sich zu 51 Prozent in Mitarbeiterhand. Der Ausschussvorsitzende Stephan K. Fischer zeigte sich bei der Werksführung von der Innovationskraft und Fertigungstiefe des Oberpfälzer Unternehmens beeindruckt.

Chancen durch Digitalisierung

Bei der Sitzung stellte Thomas Genosko, Abteilungsleiter bei der IHK, eine Potenzialstudie der IHKs zur Industrie 4.0 vor. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen in Nordbayern sei der wirtschaftliche Nutzen der Digitalisierung noch unklar. Dabei bestünden Chancen für mehr Effizienz und neue Geschäftsmodelle. Zwar stünde die Industrie in der Region gut da - wie die konjunkturelle Aussprache der Ausschussmitglieder ergab. Doch zögen Gewitterwolken in Form von Populismus und Protektionismus herauf - für die exportorientierte heimische Wirtschaft bedrohlich. Gleichwohl zeigten sich die Mitglieder des Industrieausschusses selbstbewusst. „Schließlich haben sich Unternehmen schon immer Marktveränderungen stellen müssen“, so Ausschussvorsitzender Fischer.