Mobilität im ländlichen Raum

Bewegung im Landkreis

14.03.2017
Das IHK-Gremium Kelheim diskutierte auf seiner Sitzung letzte Woche im neuen Landratsamt mit dem Hausherrn Martin Neumeyer über moderne Mobilität und Wirtschaftsförderung. „Die Wirtschaft im Landkreis ist enorm stark. Sie verdient eine starke Wirtschaftsförderung und kluge Strukturpolitik, damit das so bleibt“, sagte Gremiumsvorsitzender Michael Gammel beim Treffen mit dem Landrat. Der wiederum signalisierte, sein Versprechen einer personellen Verstärkung in diesem Bereich bald einzulösen. Impulse für eine zukunftsgewandte Mobilität gab das Gremium Landrat Neumeyer mit einer Studie an die Hand, mit dem die Vertreter der regionalen Wirtschaft Matthias Groher vom Institut Neue Mobilität beauftragt hatten.
Groher nimmt bei der Vorstellung seiner Studie kein Blatt vor dem Mund: „Ändert sich nichts, droht Ihrem Landkreis eine Mobilitätsarmut.“ Was er damit meint, sei in den Innenstädten, auf den Parkplätzen und Straßen des Landkreises sichtbar. „Das eigene Auto ist das Hauptverkehrsmittel für die Kelheimer Bürger.“ Parallel dazu leiste sich der Landkreis zwar einen klassischen ÖPNV. „Wie in vielen anderen Flächenlandkreisen ist dieser jedoch teuer und ineffizient“, urteilt der Experte. Wegen der guten wirtschaftlichen Lage könne sich der Landkreis dieses ineffiziente Angebot noch leisten, doch ob das immer so bleibe?

Wirtschaft ins Boot holen

Im Blick sollte der ÖPNV des Landkreises nicht nur Schüler und Senioren haben, sondern nach Ansicht des IHK-Vorsitzenden Michael Gammel auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Wirtschaft. Groher wurde vom IHK-Gremium Kelheim beauftragt, Trends und Best Practices für moderne Mobilitätsformen im ländlichen Raum auf den Landkreis Kelheim herunter zu brechen. Schnelle Verbesserungen seien vor allem möglich, wo der bestehende ÖPNV als Rückgrat genutzt werden kann. So sei die Schienenverbindung zwischen Regensburg und Ingolstadt ein gutes Instrument, wenn die An- und Abreise noch verbessert werden kann. Aber auch eine App oder Internetseite könnte dabei helfen, bestehende und neue Angebote besser zu kommunizieren.
Groher vermittelte viele Ideen. Gremiumsvorsitzender Michael Gammel und sein Geschäftsführer Manuel Lorenz machen sich nun daran, konkrete Projektvorschläge zu erarbeiten und Interessierte zu beteiligen. „Gerade Taxi- oder Busunternehmer sind wichtige Partner, ohne die wir nichts bewegen können. Viele der Vorschläge versprechen aber einen wirtschaftlichen Vorteil, deshalb bin ich mir sicher, dass wir sie schnell ins Boot holen können“, prophezeit Lorenz.