BIHK-Spitzentreffen mit Wirtschaftsministerin Aigner

Ausbildungs-Scouts zeigen phänomenales Engagement

08.05.2017
Mit dem Projekt „AusbildungsScouts“ stärkt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) seit Anfang 2016 das Image der Berufsausbildung bei den Schülern im Freistaat. Eine positive Zwischenbilanz des vom bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten Projekts haben heute Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und BIHK-Präsident Eberhard Sasse gezogen. „Mehr als 1.000 Azubis sind bislang im Projekt zu Scouts geschult worden und haben bereits mehr als 18.000 Schülern an über 300 Gymnasien sowie Mittel- und Realschulen in ganz Bayern bei der Berufsorientierung geholfen. Im Gepäck haben sie dabei wichtige Botschaften über die Vielfalt der Lehrberufe und die guten Karrierechancen mit einer Ausbildung“, berichtete Sasse beim BIHK-Spitzentreffen mit der Ministerin in Regensburg.
Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner sagte: „Der Fachkräftemangel belastet die Wirtschaft zusehends. Alleine im letzten Jahr konnten bayernweit rund 12.000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Es ist mir daher ein großes Anliegen, für die betriebliche Ausbildung als ersten Schritt für eine erfolgreiche berufliche Karriere zu werben. Mit der Kampagne ‚Elternstolz‘ oder den Ausbildungs-Scouts haben wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft bereits sehr erfolgreich für eine Lehre bzw. Ausbildung geworben. Dieses Engagement wollen wir fortsetzen, um die betriebliche Ausbildung als gleichwertiges berufliches Sprungbrett neben der universitären Ausbildung zu etablieren.“
Die Ausbildungs-Scouts werden jeweils in Zweier-Teams in die bayerischen Klassenzimmer geschickt. Bis Mitte 2018 sollen rund 100.000 Schüler im Freistaat erreicht werden und bis zu 3.000 Azubis am Projekt teilnehmen. Grund für die Aktion ist der fehlende Fachkräftenachwuchs in vielen Betrieben: Die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge im Freistaat im Bereich Industrie, Handel und Dienstleistungen ist im Jahr 2016 erneut leicht gegenüber dem Vorjahr gesunken – auf 53.180. Gleichzeitig blieben 2016 bayernweit mehr als 12.000 Lehrstellen unbesetzt. 2008 hatten noch knapp 60.000 Jugendliche eine Ausbildung im IHK-Bereich begonnen, der insgesamt für rund 60 Prozent der Ausbildungsverhältnisse im Freistaat steht.
„Der demografische Wandel und die Akademisierung verschärfen den Mangel an Nachwuchs in der Ausbildung auch in den nächsten Jahren. Gleichzeitig denken viele Jugendliche überhaupt nicht an einen Lehrberuf als möglichen Start ihrer Karriere“, sagte Sasse. „Deswegen sind die Ausbildungs-Scouts mit ihrem phänomenalen Engagement Gold wert für die Betriebe – genau wie unsere gemeinsame Kampagne ‚Elternstolz‘. Wir können nicht genug Werbung für die Ausbildung machen. Sie ist eine tragende Säule unseres wirtschaftlichen Erfolgs in Bayern. Wir begrüßen es deswegen sehr, dass sich in unseren heutigen Gesprächen eine Verlängerung des Projekts über 2018 hinaus abgezeichnet hat“, so der BIHK-Präsident.
Weitere Themen beim Meinungsaustausch der Präsidenten und Hauptgeschäftsführer aller neun bayerischen IHKs mit der Ministerin waren der Stand der Energiewende in Bayern, die Digitalisierung sowie die Integration von Flüchtlingen in Arbeit oder Ausbildung.