14.09.2010
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15.09.2010
Mittelpunkt Mitarbeiter – Ohne Menschenkenntnis geht nichts
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16.09.2010
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Der erste Schritt in die Zukunft – Ihre Nummern für alle Fälle
Ihre Ansprechpartner der IHK Regensburg helfen Ihnen, den Weg aus der Krise zu finden.
IHK-Finanzierungsberatung:
Dr. Reinhard Rieger, Telefon 0941/5694-246
IHK-Existenzgründerberatung:
Gerhard Ertl, Telefon 0941/5694-223
IHK-Außenwirtschaftsberatung:
Dr. Alfred Brunnbauer, Telefon 0941/5694-231
Weiterbildungsberatung bei der IHK-Akademie in Ostbayern GmbH:
Christine Schaffner, Telefon 0941/280899-112
Best-Practice Beispiele
Auch in Ostbayern gibt es Unternehmen, die nicht in das allgemeine Klagelied des Konjunktureinbruchs einstimmen – und dank der richtigen Strategie optimistisch in die Zukunft schauen. Stellvertretend für jene Betriebe stehen zwei Beispiele aus Regensburg und Neumarkt (siehe zweiter Teil des Artikels unter der Überschrift "Starke Zahlen").
Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel, Leere in den Auftragsbüchern: die Zukunftsaussichten für viele Betriebe verdüstern sich. Die IHK Regensburg hat deshalb ihre Aktivitäten gebündelt, um Unternehmen in dieser schwierigen Situation optimal zu unterstützen – mit einem eigenen Konjunkturpaket.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch eine Chance, neue Wege zu gehen und die Zukunft aktiv zu gestalten. In Zeiten, in denen täglich Horrormeldungen über steigende Arbeitslosenzahlen, drohende Unternehmenspleiten und Auftragsflaute die Schlagzeilen beherrschen, blicken auch in Ostbayern viele Unternehmer verunsichert in die Zukunft und suchen Wege aus der Krise. Für viele Ökonomen kommt die Rezession nicht unerwartet: Der sowjetische Volkswirtschaftler Nikolai Kondratjew hat vor rund 80 Jahren seine Theorie der langen Wellen der Konjunktur vorgestellt. Kernaussage: Phasen des wirtschaftlichen Wachstums wechseln sich in regelmäßigen Zügen mit Phasen des wirtschaftlichen Schrumpfens ab.
IHK schnürt eigenes Konjunkturpaket
Für die Unternehmen in der Region ist das ein schwacher Trost. Patentlösungen für den Weg aus der Krise gibt es nicht, allerdings wertvolle Begleiter und Unterstützer auf dem Weg. Darauf konzentriert sich die IHK Regensburg in den kommenden Monaten. „Als Partner der Unternehmen wollen wir die Betriebe maximal unterstützen“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. Die IHK Regensburg hat deshalb ein eigenes Konjunkturpaket geschnürt, das Firmen jenseits der staatlichen Konjunkturprogramme echte Unterstützung bieten soll.
Wirtschaft konkret stellt die wichtigsten Serviceleistungen der IHK Regensburg für Unternehmen vor, die in Schwierigkeiten geraten sind oder neue Wege gehen wollen, um gar nicht erst ins Straucheln zu geraten.
Erobern Sie die Welt – Neue Märkte als Chance
„Die Krise ist eine Chance, sich gegenüber den Wettbewerbern zu behaupten“, ist IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes überzeugt. Besonders wichtig sei die Erschließung neuer Märkte im Ausland. Gerade weil die Exporte so stark eingebrochen sind, wird es hier zu einer Marktbereinigung kommen, glaubt Helmes. Wer sich jetzt richtig positioniert, könne Marktanteile gewinnen und nach der Krise vom steigenden Wachstum profitieren. Die IHK bietet in Zusammenarbeit mit den Auslandshandelskammern, Bayern International und dem Außenwirtschaftszentrum Bayern umfangreiche Informationen zu den einzelnen Ländern sowie konkrete Beratungen (Telefonnummer siehe blauer Kasten rechts).
Basiswissen über neue Märkte erhalten Unternehmerinnen und Unternehmer in regelmäßigen Abständen bei der IHK:
Türkei (23. April), Taiwan und Großbritannien (14. Mai), Ost-West-Forum unter anderem mit Kasachstan (22. Juni).
Weitere Informationen bei Gisela Obermeier, Telefon 0941/5694-228.
Ihr Weg auf die Messen – mit Unterstützung des Freistaats
Auslandsmessen sind ideale Informations- und Kontaktplattformen. Unternehmen bekommen einen ersten Eindruck über etwaige Absatzmöglichkeiten im jeweiligen Land. Dabei können Sie mit Unterstützung rechnen: Das Messebeteiligungsprogramm des bayerischen Wirtschaftsministeriums organisiert jährlich 40 Auftritte in aller Welt. Mit diesem Programm können Sie sich unter dem gemeinsamen Dach des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und von Bayern International in Zukunftsmärkten präsentieren. Die nächsten Termine sind unter anderem: Industriemesse in Kiew (11. bis 14. April 2009) und Internationale Medizintechnik-Messe in Bukarest (23. bis 25. April 2009). Mehr Informationen unter www.bayern-international.de.
Interessant für den ersten Schritt ins Ausland ist auch die Kooperationsbörse „b2fair“ für internationale Messen. Dort können Sie mit geringem zeitlichen Aufwand neue Partner, Kunden und Lieferanten kennen lernen. Anhand von Firmenprofilen, Angaben über Kooperationswünsche und -angebote suchen Sie sich Ihre potenziellen Partner heraus und vereinbaren ein Treffen. Bereits im Messevorfeld erhalten Sie Ihren persönlichen Terminplan mit Ihren Gesprächsterminen. An einem Tag können Sie dann Ihre Gespräche mit potenziellen Geschäftspartnern führen – strukturiert und organisiert. Mehr Infos unter www.b2fair.de.
Auf dem Weg zu neuen Märkten hilft Ihnen auch das Außenwirtschaftszentrum Bayern, das in Trägerschaft der bayerischen IHKs arbeitet, mit innovativen Informationsveranstaltungen, Kongressen, Kooperationsbörsen im In- und Ausland, Markterschließungspaketen sowie Hilfestellung bei internationalen Aktivitäten durch Auslandskontaktbüros. Mehr Infos unter www.awz-bayern.de.
„Go International“ – Rückenwind beim Auslandsauftritt
Hilfreiche Unterstützung bietet auch das Förderprogramm „Fit für Auslandsmärkte – Go International“. Das Angebot lohnt sich für mittelständische bayerische Unternehmen, die bisher nicht oder nur beschränkt im Auslandsgeschäft tätig waren. Um die Hürden auf dem Weg zu einer erfolgreichen Tätigkeit im Ausland zu überwinden, werden teilnehmende Unternehmen von ehemaligen Managern und Unternehmern begleitet, die über eine langjährige Berufserfahrung im Auslandsgeschäft verfügen.
Mit bis zu 25 Prozent können beispielsweise der Auf- und Ausbau einer Informationsinfrastruktur, eine Geschäftspartnersuche, Beraterleistungen, die Erstellung von Werbeunterlagen, die Umstellung einer Homepage in eine andere Sprache gefördert werden. Bis zu 10.000 Euro Förderung pro Jahr sind möglich. Die IHKs in Bayern haben das Projekt mit auf den Weg gebracht und unterstützen es weiter aktiv.
Wenn es eng wird - das IHK-Finanzierungs-Paket
Der „Runde Tisch Bayern“ und die „Turn Around Beratung“ unterstützen kleine und mittelständische bayerische Betriebe, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.
Runder Tisch Bayern - gemeinsam in die Zukunft
Der „Runde Tisch Bayern“ ist eine Initiative der IHK, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der LfA Förderbank sowie der Handwerkskammer. Gefördert wird die Begleitung des Unternehmers vor Ort durch erfahrene und unabhängige Unternehmensberater. Das Unternehmen selbst muss lediglich die Fahrtkosten in Höhe der gesetzlichen Kilometerpauschale für Dienstreisen bezahlen.
Wenn Sie Interesse haben, sollten Sie sich direkt an die IHK Regensburg wenden (Ihr Ansprechpartner: Dr. Reinhard Rieger, Telefon 0941/5694-217). Bei günstiger Prognose vermittelt die IHK einen von der KfW Unternehmeragentur geprüften, unabhängigen Unternehmensberater, um ein Stärken-/Schwächenprofil Ihres Unternehmens und konkrete Sanierungsschritte zu entwickeln. Bestätigt diese Expertendiagnose Rettungschancen, werden Gläubiger und Schuldner unter Moderation der IHK an den „Runden Tisch“ geholt, um ein tragfähiges Sanierungskonzept zu entwickeln.
Damit es wieder aufwärts geht - Turn Around Beratung
Bescheinigt der „Runde Tisch“ den Unternehmen gute Fortführungschancen, können Sie bei der KfW Mittelstandsbank die Turn-Around-Beratung beantragen. Dieser Antrag muss von der IHK befürwortet werden und spätestens vier Wochen nach Beendigung des „Runden Tisches“ der KfW vorliegen. Der Unternehmer wählt einen von der KfW Unternehmeragentur vorgeschlagenen Berater aus und schließt mit diesem einen Beratungsvertrag. Der Unternehmer erhält zu den Beratungskosten einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent. Das maximal vereinbarte Beraterhonorar darf 750 Euro pro Tag nicht überschreiten. Der Zuschuss ist auf zehn Beratungstagewerke begrenzt.
Gemeinsam mit der LfA - Sprechtage für die Unternehmen
Zusätzlich bietet die IHK Informationen zu allen Fragen rund um die Finanzierung an. Dazu gehören auch die Finanzierungssprechtage, die die IHK Regensburg gemeinsam mit der LfA Förderbank organisiert. Dort erhalten Sie Informationen zu möglichen Fördermittel für Forschung, Innovation und Wachstum – aber auch zu günstigen Darlehen, um Finanzierungsengpässe zu überbrücken. Die Bayerische Staatsregierung hat erst vor kurzem die Zinssätze im Mittelstandskreditprogramm nochmals gesenkt.
Die nächsten Termine:
22. April in der IHK-Geschäftsstelle Weiden (Anmeldung: Gabriela Schmalzreich, Telefon 0961/48195-11, schmalzreich@regensburg.ihk.de),
27. Mai 2009 in der Handwerkskammer Regensburg (Anmeldung: Bettina Bink, Telefon 0941/7965-238, bettina.bink@hwkno.de) und 24. Juni im IHK-Servicecenter Neumarkt (Anmeldung: Sandra Huber, Telefon 09181/ 32078-0, hubers@regensburg.ihk.de).
Weiter mit IHK-Weiterbildung - warum Qualifikation so wichtig ist
Der Blick auf die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens ist auch beim Thema Weiterbildung von zentraler Bedeutung. „Der Unternehmer muss sich jetzt fragen, wo sein Unternehmen in fünf Jahren stehen soll“, sagt Thomas Skowronek, Geschäftsführer der IHK-Akademie in Ostbayern. Auch hohe Förderungen von der Agentur für Arbeit sind möglich. Mehr dazu erfahren Sie bei der IHK-Akademie in Ostbayern, in der Wirtschaft-konkret-Ausgabe März 2009 oder auf der Webseite der IHK: www.ihk-wissen.de.
Starke Stimme in der Politik - was die IHK noch für die Unternehmen tut
Die IHK hilft den Unternehmen nicht nur mit ihrem direkten Service. Um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, berät sie auch die Politik. Dazu gehören Vorschläge und Kritik zur Steuerpolitik für ein besseres und wirtschaftsfreundlicheres Steuersystem genauso wie die Benennung konkreter Engpässe beim Verkehr für eine funktionierende Infrastruktur.
In einem Brief an Innenminister Joachim Herrmann hat die IHK hierzu die Umsetzung konkreter Fernstraßenprojekte mit Baurecht empfohlen. Dazu gehören der Bau der B15 neu und der Ausbau der B85/B20. Gerade im Hinblick auf die beschlossenen und geplanten Konjunkturpakete der Bundesregierung fordert die IHK, das Geld sinnvoll zu investieren. „Allzu oft verpufft Geld in wirkungslosen Maßnahmen“, sagt Dr. Helmes. „Priorität haben Investitionen in Infrastruktur und Bildung.“
Klebl setzt weiter auf Wachstum
Ob das neue weltgrößte IKEA-Logistikzentrum in Dortmund, die großen Verteilzentren deutscher Lebensmitteldiscounter, deutsche Fußballstadien oder ein 35.000 Quadratmeter großes Möbelhaus in München: Auf Großbaustellen der Bundesrepublik kommen Beton-Fertigteile des Neumarkter Bauunternehmens Klebl zum Einsatz. Der Familienbetrieb hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der Marktführer für konstruktive Beton-Fertigteile in Deutschland entwickelt.
Klebl gehört mit seinem Jahresumsatz von 2008 von rund 365 Millionen Euro und seinen rund 1.100 Mitarbeitern zu den zwanzig größten deutschen Bauunternehmen. Die Strategie des Familienunternehmens aus der Oberpfalz: „Die Kombination aus Präzision und Zuverlässigkeit, aus Tradition und Moderne sowie der gezielte Einsatz qualifizierter Mitarbeiter auf den Baustellen macht uns so erfolgreich“, sagt Wolfgang Kelch, Geschäftsführer der Klebl Baulogistik GmbH.
Mitten in der Wirtschaftskrise setzte Klebl jetzt ein Zeichen und erwarb ein zusätzliches Fertigteilwerk in Rinteln in Niedersachsen. Damit erweitert Klebl die Kapazität seines nun sechs Werke umfassenden Produktionsverbunds auf 470.000 Tonnen/Jahr, mehr als je zuvor. Klebl setzt seit den 90er Jahren erfolgreich auf ein Wachstum gegen den Trend. Während der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe zwischen 1995 und 2008 um die Hälfte zurückging, stieg das Klebl-Ergebnis um 66 Prozent.
Geheimnis und Strategie des Erfolgs auch in schwierigem Fahrwasser: „Wir suchen ständig nach Innovationen und neuen Methoden“, sagt Geschäftsführer Kelch. Dazu gehöre beispielsweise die Entwicklung eines modernen und leistungsfähigen Schalungsbaus. Dabei werden die Schalungen nicht mehr vor Ort, sondern von Fachleuten zentral geplant und hergestellt. „Just in time“ werden sie beim Empfänger direkt auf der Baustelle oder im Fertigteilwerk angeliefert. Auch bei der Ausbildung geht Klebl neue Wege: Gemeinsam mit der Fachhochschule Regensburg hat das Neumarkter Unternehmen einen eigenen Studienschwerpunkt „Fertigteilbau“ entwickelt, den inzwischen zwei Jahrgänge erfolgreich abgeschlossen haben.
Süßer Senf von Händlmaier – ein Renner auch in Krisenzeiten
Auch wenn manchen die Wirtschaftskrise auf den Magen schlägt: Der Appetit auf den süßen Senf aus bayerischer Produktion ist den Feinschmeckern auf der ganzen Welt in Zeiten der Finanzkrise offensichtlich nicht vergangenen. Der Weltmarktführer Händlmaier in Regensburg vermeldet sogar neue Produktionsrekorde für den deftig-süßen Weißwurstbegleiter. „Der Senf ist eben krisensicher“, sagt Tilman Müller, Marketingleiter der Luise Händlmaier Senffabrikation in Regensburg-Haslbach.
Der süße Senf hat es heute weit über den Weißwurstäquator zu Berühmtheit gebracht. In über sechzig Ländern der Welt steht der dunkelbraune, grobkörnige Bayern-Senf inzwischen in den Regalen der Delikatessenhändler. Sogar in Japan und China finden immer mehr Gourmets Geschmack an der urbayerischen Spezialität. Zum Geheimnis des Erfolgs gehört aber noch mehr: Händlmeier hat sich nicht nur auf das eine bekannte Produkt verlassen: Viele neue Kreationen wurden entwickelt – vom Bio-Senf bis zur afrikanischen Masai-Sauce.
Händlmaier hat seinen Umsatz in den letzten 15 Jahren verzehnfacht. 2008 steigerte der Senfhersteller sein Betriebsergebnis nochmals um fast 20 Prozent. Auch 2009 soll das Geschäft mit dem Senf weiter brummen, trotz weltweiter Wirtschaftskrise. Ingesamt fünf Millionen Euro will Händlmaier-Urenkel Franz Wunderlich in die Modernisierung der Produktionshallen bis Ende des Jahres investieren. Rund ein Dutzend neue Mitarbeiter hat der „Senfkönig“ in den letzten beiden Jahren eingestellt. 2009 soll die heute 60-köpfige Betriebsmannschaft nochmals um sechs neue Mitarbeiter erweitert werden.
Jens Henning
Wirtschaft konkret, April 2009