11.03.2010
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Das Amtsblatt „L 285/10“ der EU bekommen Sie über die Seite http://www.eur-lex.europa.eu/
Ihr Ansprechpartner bei der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim ist
Werner Beck
Telefon 0941/5694 230
E-Mail beck@regensburg.ihk.de
Schlecht isolierten Fenstern oder verschwenderischen Duschköpfen könnte das gleiche Schicksal wie der Glühbirne drohen. Sie verbrauchen zu viel Energie und die EU ist kurz davor, sie per Ökodesign-Verordnung vom Markt zu verbannen.
Duschen, als ob warmer Regen auf Sie niederprasselt. Dank eines neuen Duschkopfs im XXL-Format konnten Sie bisher auch aus jedem noch so alten braungefliesten Wannenbad eine kleine Wohlfühloase zaubern. Solchen Alltagsfreuden droht möglicherweise bald das Aus. Die EU hat den Verschwendern im Haushalt jetzt den Kampf angesagt. Auch der Standby-Modus von Fernseher, Computer und elektrischer Zahnbürste steht auf der Abschussliste der neuen Ökodesign-Richtlinie. Den neuen Vorschriften zufolge darf der Höchstverbrauch zwei Watt nicht übersteigen.
Die Verordnungen würden bis 2020 Einsparungen von rund 190 Terrawattstunden pro Jahr bringen, so viel wie der jährliche Stromverbrauch von Schweden und Österreich zusammen. Die neue Ökodesign- Richtlinie 2009/125/EG ist am 20. November 2009 in Kraft getreten und ersetzt die bisher geltende Richtlinie 2005/32/EG. Mit der Neufassung will die EU die Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit bestimmter Produkte verbessern. Dafür legte die Kommission verbindliche Mindestanforderungen an ihre umweltgerechte Gestaltung fest.
Die EU weiß, was Energie frisst
Insgesamt sind vom Ökodesign aktuell rund 30 Produktgruppen betroffen, für zehn davon wurden bereits Mindeststandards festgelegt. Mit der neuen Richtlinie kann die EU-Kommission nun auch Produkte ins Visier nehmen, die selbst keine Energie benötigen, den Energieverbrauch aber beeinflussen. Fenster und Türen, Duschköpfe und Wasserhähne, aber theoretisch auch viele andere Güter. Entscheiden wird das die Kommission selbst, Planungen zufolge bis spätestens Herbst 2011. Außerdem wird überlegt, ob die Richtlinie ab 2012 noch weiter ausgedehnt werden kann. Dann wären nicht nur Erzeugnisse mit Einfluss auf den Energieverbrauch betroffen, sondern sämtliche anderen Produkte wie Möbel, Kleidung oder Nahrungsmittel.
Vor diesem Hintergrund forderte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben wiederholt Augenmaß bei Ökodesign, sonst drohe das Regulierungschaos. Ein Gegenstand, dessen Nutzung den Verbrauch von Energie in irgendeiner Weise beeinflusse, könne schließlich vieles sein. Die EU-Kommission müsse so schnell wie möglich klarstellen, welche Produkte sie auf ihren Ökodesign-Arbeitsplan setzen wolle, sonst hätten Hersteller und Händler keine Planungs- und Rechtssicherheit. Außerdem, so Wansleben weiter, seien bis jetzt nicht einmal die Auswirkungen der geltenden Richtlinie abzusehen: „Wenn es zukünftig auch Ökodesign-Vorschriften für Sofas, Turnschuhe und Kaugummis gibt, verzetteln wir uns heillos.“
Wirtschaft konkret, Februar 2010