Wenn die Psyche auf den Job schlägt

01.09.2010

IHK-Seminar zu betrieblichem Gesundheitsmanagement

Burnout, Depression und Sucht gehören zu den psychischen Erkrankungen, die heute die meisten Fehltage verursachen. Für deutsche Unternehmen heißt das: 50 Millionen Krankentage und ein Produktivitätsverlust von mindestens acht Milliarden Euro jährlich. Das ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs, weil psychische Störungen nicht immer als solche diagnostiziert werden.

Im vergangenen Jahr mussten 417 Männer und 492 Frauen aus der Oberpfalz wegen einer psychischen Erkrankung frühzeitig in Rente gehen, meldete kürzlich die Techniker Krankenkasse. Damit stieg die Zahl durch seelische Krankheiten verursachter Frühberentungen in den letzten drei Jahren bei den Männern um 13 und bei den Frauen sogar um mehr als 60 Prozent. Auch die Verordnung von Antidepressiva nahm in diesem Zeitraum um 16 Prozent zu.

Die meisten Unternehmen sind auf diese besorgniserregende Entwicklung nicht vorbereitet, Führungskräfte für den Umgang mit psychisch kranken Mitarbeitern nicht ausreichend geschult und unsicher, wie sie sich richtig verhalten sollen.

Gemeinsam mit den Experten des Zentrums für Disease-Management der Psychiatrischen Klinik der Technischen Universität München wird die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim am 4. Oktober in Amberg über verschiedene Möglichkeiten, wie Unternehmen auf solche Herausforderungen reagieren können, informieren. Sie werden konkrete Empfehlungen zum Umgang mit psychisch kranken Mitarbeitern geben, als auch gesundheitsfördernde präventive Maßnahmen und Kampagnen zur betrieblichen Gesundheit vorstellen.

Gerade mit einem strukturierten betrieblichen Gesundheitsmanagement können Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen in der Belegschaft abgebaut werden. Neben Best-Practice-Beispielen wird ein deutschlandweites Workshop-Programm der TU München vorgestellt. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.cfdm.de/works. Allesamt praxisnahe Hilfestellungen für Führungskräfte, Betriebsärzte, Betriebsräte und Mitarbeiter in den Personalabteilungen.

Dr. Christian Weigl vom Institut für Gesundheit und Management in Sulzbach-Rosenberg wird an Beispielen aus Unternehmen in der Region aufzeigen, wie ein aktives betriebliches Gesundheitsmanagement umgesetzt werden kann.