07.02.2012
IHK-Seminar „Werbung und Marketing – kostengünstig und zielführend“ in Cham
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08.02.2012
Zolltechnische Abwicklung von Exportgeschäften incl. ATL@S-Ausfuhr
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10.02.2012
Amberger Patenttag
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[weitere Veranstaltungen]
Aktionstag am 26. April soll zur Erweiterung des Berufsspektrums von Schülern beitragen
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DIHK-Umfrage: Weltwirtschaft 2012 - Wachstum in unruhigem Fahrwasser
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Verleihung des IHK-Personalmanagement-Awards 2012 am 13. Februar
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Leitfaden zum Aufbau eines systematischen Innovationsmanagements
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Wachstum sichern mit Fachkräften
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Fachkräfte sichern
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Ideenklau hat Hochkonjunktur. Nicht nur die Großen, auch kleine und mittelständische Unternehmen fallen Produktpiraten zum Opfer. Häufig kann der Kunde das gefälschte Produkt kaum vom Original unterscheiden. Der Gesetzgeber versucht diesem Trend mit einem Maßnahmenbündel zum Schutz von geistigem Eigentum zu begegnen. Mit einer Ausstellung und zahlreichen Veranstaltungen informiert die IHK Regensburg über Möglichkeiten, sich vor Produktpiraten zu schützen - als Hersteller und als Kunde.
Hätten Sie’s gewusst? Der mit Kussmündern übersäte Frosch hat mit dem echten Froschkönig aus dem Grimmschen Märchenschatz nichts zu tun. Er ist eine platte Fälschung. Ein echter Froschkönig wird nicht geküsst, dafür ist er viel zu ekelig. Eine echte Prinzessin wirft den Frosch vor lauter Abscheu an die Wand. Allen Unkenrufen zum Trotz verwandelt sich nur das Original nach einem heftigen Aufprall in einen Prinzen…
Immer mehr Unternehmen klauen Ideen und sichern sich damit märchenhafte Gewinne.
Der Gelackmeierte
Plagiateure schädigen den Hersteller des Originals. Der ist der Gelackmeierte. Er investierte in Testreihen mit unterschiedlichen Materialien, führte Kundenbefragungen durch und näherte sich so der optimalen Umsetzung seiner Idee. Wenn nun die schicke Pfeffermühle des angeblich renommierten Herstellers nach ein paar Tagen rostet, wird häufig die vermeintlich produzierende, in Wahrheit jedoch geschädigte Firma zur Rechenschaft gezogen. Sie zieht gleich zwei Mal den schwarzen Peter. Initiativen, die über solche Machenschaften informieren, mehren sich. Zu ihnen gehören der Aktionskreis für Marken- und Produktpiraterie (Wirtschaft konkret berichtete) und die Aktion Plagiarius. Die vergibt alljährlich auf der Frankfurter Messe Ambiente einen Anti-Preis.
Aufklärung und Hilfe
Der Plagiarius ist ein Zwerg mit einer langen goldenen Nase. Diese Auszeichnung steht für unlauteres Handeln und unverdienten Gewinn. Was so witzig daherkommt, ist kein Scherz. Weil besonders betroffen, erklärt der Fachverband Armaturen im Verband der Maschinen – und Anlagenbauer (VDMA) den Kampf gegen Produktpiraterie zu seinen Hauptzielen. Alle Initiativen haben sich auf die Fahnen geschrieben, im Plagiatsfall zu helfen, Anwälte zu empfehlen, über Präventivmaßnahmen zu informieren und aufklärend darzustellen wie schädlich das Plagiieren für Unternehmen, Wirtschaft, aber auch für jeden Einzelnen ist. Gemeinsam mit der IHK zeigt die Aktion Plagiarius vom 6. bis 27. März 2009 eine Auswahl der dreistesten Fälschungen aus der Welt der Wirtschaft.
Darunter etwa eine Waschtischarmatur der Firma Dornbracht in italienischem Design, plagiiert von einem polnischen Hersteller, der das edle Stück auseinander nahm, die einzelnen Teile abgoss und mit billigeren Materialien nachbaute. Für Produktentwicklung und Design zahlte er keinen Cent. Beim Kopieren von technischem Know-how erschleicht sich der Plagiateur doppelten Gewinn.
Geistiges Eigentum oder Freeware
„Ich schaffe nichts Neues, sondern ich folge nur den Überlieferungen" – dieser Kernsatz konfuzianischer Philosophie muss vielfach als Antwort herhalten, wenn gefragt wird: „Warum kopieren chinesische Betriebe alles, was ihnen unter die Nase kommt?“ Doch auch in China gibt es ein Urhebergesetz und das folgt seit 2001 internationalen Standards. Das Handelsblatt titelte kürzlich: „MAN gewinnt Plagiatstreit in China“. Dabei ging es um den MAN-Bus vom Typ Starliner. Motor, Inneneinrichtung und Fahrgestell wurden in China mit deutlich minderwertigeren Materialien nachgebaut. 350.000 Euro kostet das Original. Für den Nachbau verlangen die Chinesen nicht einmal ein Drittel. Bis MAN den Plagiatsprozess gewonnen hatte, vergingen fast vier Jahre.
Ein Großeinsatz des Zolls zum Schutz von Patent- und Geschmacksmusterrechten erfolgte unmittelbar nach der Eröffnung der letztjährigen Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. Beim größten Einsatz des deutschen Zolls auf einer Messe stürmten 220 Zollbeamte die Hallen und stellten nach mehreren Stunden Arbeit fünf Lkw-Ladungen mit Fernsehapparaten, MP3- und DVD-Playern, Navigationsgeräten, Mobiltelefonen und Notebooks sicher.
Patent – Gebrauchsanweisung für Fälscher
Streiten ist teuer und bindet Energie im Unternehmen. Nicht jeder kann und will Arbeitszeit und Geld investieren um Produktpiraten das Handwerk zu legen. Die „Herding GmbH Filtertechnik“ aus Amberg ist seit 30 Jahren auf die Entwicklung und den Bau von Filteranlagen spezialisiert. Für Firmengründer Walter Herding ist etwa die Anmeldung eines Patents nur ein Steinchen im großen Mosaik des Schutzschilds gegen Nachahmer. Der Unternehmer gibt auch zu bedenken, dass ein Patent in vielen Fällen nicht geeignet ist, um Firmen-Know-how zu schützen. Jeder informiert sich über Trends in der eigenen Branche und selbstverständlich über die neuesten Entwicklungen der Konkurrenz. Wenn ein Patent erst einmal veröffentlicht ist, ist es für jeden zugänglich. „Bei mindestens 80 Prozent aller Patente finde ich einen Weg, das Patent nicht 100-prozentig zu kopieren und leicht abgewandelt funktioniert es trotzdem“, versetzt sich Herding in die Lage des Plagiateurs. Auf der anderen Seite ist der gut beraten, ein Patent anzumelden, der Lizenznehmer akquirieren möchte. Auch mit Lizenznehmern hat Walter Herding seine Erfahrungen gemacht, als er vor zehn Jahren welche in China suchte. Für das erste Projekt hat er die Partner in China angelernt, eine zweite Kooperation auf der Basis eines Lizenzvertrags gab es nicht mehr. „Das haben die Chinesen dann alleine gemacht, ohne uns…“ Herding hat aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt. Firmen-Know-how zu schützen ist für ihn einer der komplexesten Bereiche in der Unternehmensführung überhaupt. Wichtig ist, den richtigen Schutz für das eigene Produkt zu finden. „Dieser Schutz besteht nur sehr selten aus einer einzigen Maßnahme“, weiß Herding.
Tabletten aus Ziegelstaub
Ideendiebe bedrohen vor allem den Mittelstand und kosten die deutsche Wirtschaft jährlich 30 Milliarden Euro und rund 70.000 Jobs. 2007 haben Zollbeamte mehr als 79 Millionen gefälschter Produkte beschlagnahmt und sichergestellt.
Nicht nur der Wirtschaft schaden Nachahmer immens, sondern auch den Endverbrauchern. Medikamente stehen bei Produktfälschern hoch im Kurs: Antibiotika, Krebsmittel oder Tabletten gegen hohe Cholesterinwerte. Das Potenzmittel Viagra ist ein besonderer Favorit der Fälscher. Die Rekonstruktion der Bestandteile eines beschlagnahmten Herzmittels ergab eine Mischung aus Ziegelstaub, gelber Farbe zur Markierung von Fahrbahnen und Möbelpolitur, um die Farbe des Originalpräparates möglichst genau zu treffen.
Julia Weigl, IHK Regensburg