Was die bayerischen IHKs wollen: Bildung 2015

01.02.2008

IHK-Service


Forderungspapier der bayerischen IHKs
 

Die bayerischen IHKs haben als Leitfaden für die Landes- und Kommunalpolitik, Ministerien und Schulverwaltungen, Verbände, Interessenvertreter und für die Wirtschaft ein Forderungspapier erarbeitet, das alle Handlungsfelder vom Vorschulbereich bis zur Weiterbildung beleuchtet. „Bildung 2015“ beschreibt die aktuelle Situation in den unterschiedlichen Bildungsbereichen und skizziert notwendige Zielsetzungen. Die Handlungsansätze sind jeweils als konkrete Forderungen formuliert.

Das Forderungspapier finden Sie unter Publikationen.

IHK-Info


IHK-
Bildungsprojekte 2008  

• Herausgabe einer Hauptschulbroschüre (gemeinsam mit der Regierung der Oberpfalz)
• Kooperationsveranstaltungen Hauptschule – Beruf (mit Lehrern und Ausbildern)
• Kongress „Hauptschule und Beruf“
• Unterstützung der Aktion „Lehrer als Azubi“ (in Zusammenarbeit mit der Fa. Azubi Lehrmittel GmbH, Weiden)
• Projekt „Starthilfe“ und Bewerbertrainings (IHK-Außenstellen und Wirtschaftsjunioren Amberg, Cham, Kelheim, Weiden)
• IHK Wirtschaftszertifikat für Gymnasiasten (in Zusammenarbeit mit den Gymnasien Bad Kötzting und Cham)
• Unterstützung des Gründungskonzepts für die der „Regensburg International School“
• Sprachkurs- und Austauschprogramm Tschechisch (in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Cham)
• Ausbildungsmessen für Schulabgänger (Regensburg, Amberg, Waldmünchen, Weiden

Ansprechpartner:
Winfried Mellar, Telefon 0941/5694-260, E-Mail mellar@regensburg.ihk.de

Schüler, Abiturienten und Hochschulabsolventen haben Bildungsdefizite. Dabei ist Bildung die wichtigste Ressource für die Zukunft Deutschlands! Aus diesem Grund will die IHK-Organisation das Zukunftsthema Bildung voranbringen.

Bildung und Wissen sind der Motor für die Innovations- und Leistungskraft der Wirtschaft. Deswegen haben die bayerischen IHKs eine Bildungsoffensive gestartet. Sie fordern von der Politik neue Konzepte, mehr Flexibilität und mehr Geld für Schulen und Hochschulen sowie für die berufliche Ausbildung.

Bildung sichert unsere Zukunft
Im internationalen Vergleich hat Deutschland und auch Bayern bei der Bildung an Boden verloren. PISA- und OECD-Ergebnisse zeigen, dass unsere Schüler, Abiturienten und Hochschulabsolventen beim Wissen, aber auch bei den sozialen und persönlichen Kompetenzen deutliche Defizite haben. Die Wirtschaft spürt die Auswirkungen dieser Probleme im Bildungssystem unmittelbar. Fast die Hälfte der Betriebe klagt über die mangelnde Qualität der Lehrstellenbewerber.

Die Schüler und Hochschüler von heute sind die Fach- und Führungskräfte von morgen. Ihr Wissen, ihr Können, ihre Motivation und ihre Kreativität sind entscheidend für die Leistungskraft unserer Wirtschaft und unseren künftigen Wohlstand. Aus diesem Grund ist es von größter Bedeutung, dass endlich alle Akteure an einem gemeinsamen Strang ziehen und dass die Landespolitik dem Thema Bildung die herausragende Bedeutung zumisst, die ihm tatsächlich zukommen müsste. Die bisherigen Reformen können nur der Anfang gewesen sein. Um zukunftsfähig zu bleiben, brauchen wir mehr als Qualitätsstandards, Ganztagsschulen und verkürzte Studienzeiten. Einzelne Maßnahmen reichen nicht aus, um der bayerischen Wirtschaft ein überdurchschnittlich qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial zu sichern. Hierfür ist eine umfassende Strategie notwendig und der Mut, verkrustete Strukturen aufzubrechen, Ideen zuzulassen, neue Wege zu gehen und die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Bildung ist Gemeinschaftsaufgabe
Das Forderungspapier der IHKs benennt nicht nur die notwendigen Maßnahmen, die die Politik ergreifen muss, sondern bringt auch zum Ausdruck, dass wir alle an einem Strang ziehen müssen, um das Thema Bildung voranzubringen. In der beruflichen Bildung besetzen die IHKs bereits etliche der aufgezeigten Handlungsfelder. Mit dem Pakt für Ausbildung und dem Ausbildungskonzept „Dual mit Wahl“ leistet die IHK-Organisation ihren Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses in Deutschland.

Allerdings ist die Berufsausbildung nur ein Teilaspekt in dem Prozess des lebenslangen Lernens. Qualifizierte Berufsausbildung ist nur möglich, wenn schon im Kleinkindalter und in der Schule ein starkes Fundament von Wissen und Können, Lernbereitschaft, Motivation, Sozialverhalten und Durchhaltevermögen gelegt wurde. Andererseits ist Ausbildung die Basis für lebenslange Weiterbildung, die in unserer Wissensgesellschaft mit immer kürzeren Produktzyklen unverzichtbar ist. Um möglichst jeden zum kontinuierlichen Weiterlernen zu motivieren, brauchen wir attraktive Bildungswege, die eine berufsbegleitende Qualifizierung ermöglichen, Benachteiligungen ausgleichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen.

Ein starkes Land braucht eine starke Bildung
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hat die von den bayerischen IHKs gemeinsam erarbeiteten Forderungen bereits an die Politik übergeben. In seinem Schreiben an den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein betont der BIHK, dass sich Bayerns Bildungspolitik angesichts der steigenden Anforderungen der Arbeitswelt und des demografischen Wandels keinen Stillstand erlauben könne. „Ein starkes Land braucht eine starke Bildung“, schreibt BIHK-Präsident Erich Greipl in dem Brief an Beckstein.

Bildung 2015 – die wichtigsten Forderungen in Kürze

 
  • Bei Kinderkrippen und Kindergärten setzen sich die bayerischen IHKs für ein ausreichendes, flächendeckendes Angebot an Ganztagseinrichtungen ein. Nur so lassen sich Benachteiligungen ausgleichen und Familie und Beruf vereinbaren.
  • Bei den allgemein bildenden Schulen muss das zentrale Ziel nicht Auslese, sondern Förderung sein. Derzeit lassen mangelnde Personal- und Sachausstattung und knappe Finanzen eine individuelle Förderung kaum zu. Die Kammern halten deshalb kleine Lerngruppen, individuelle Betreuung, Förderunterricht, Ganztagsklassen und Schulsozialarbeit für dringend nötig. Dafür müssen die finanzielle und personelle Ausstattung verbessert werden.
  • Bei den Berufsschulen sollte der Schülerrückgang der nächsten Jahre nicht zum Personalabbau, sondern zur Qualitätsverbesserung genutzt werden.
  • Grundsätzlich treten die IHKs für die Durchlässigkeit des Bildungssystems ein. Alle Bildungsbarrieren müssen konsequent abgebaut werden. Insbesondere muss die Benachteiligung der beruflichen Bildung abgeschafft werden.
  • Bei den Hochschulen müssen in Bayern bis 2011 insgesamt 40.000 Studienplätze geschaffen werden, um den doppelten Abiturjahrgang unterzubringen.