Gastronomie-Branche diskutierte in der IHK über betriebliche Ausbildung

22.06.2012

Arbeiten am Image der Gastrobranche (v. l.): Ulrich N. Brandl (Präsident DEHOGA Bayern), Manuela Heizler (Restaurant Seerose, Furth i. W.), Angela Inselkammer (Vizepräsidentin DEHOGA Bayern), Margit Zettl-Feldmann (Hotel Eisvogel, Bad Gögging) sowie Rudolf Maier (Leiter Berufsbildung der IHK Regensburg)

Angela Inselkammer merkt man die Freude an ihrem Beruf förmlich an. Impulsiv erzählt die Chefin vom Brauereigasthof Aying beim Gastgewerblichen Ausbildertag in der IHK Regensburg von einem ihrer 18 Azubis. Der hatte mit Top-Note die IHK-Prüfung abgelegt, „und das wirkt auch nach innen“, weiß die stolze Gastronomin, die als Vizepräsidentin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. viel Engagement in das Image der Branche bei jungen Leuten steckt. „Eine Ausbildung in der Gastronomie ist keine Sackgasse“, betont sie immer wieder gegenüber zweifelnden Eltern und Schülern. Wer heute Restaurant- oder Hotelfachkraft lernt, dem stehe selbst der Weg ins Studium offen. Außerdem: Die deutsche Ausbildung im Hotel- und Gastrobereich genieße international einen hervorragenden Ruf.

Rund 50 Hoteliers und Gastronominnen aus der Region kamen in die IHK, um über Strategien für die Sicherung ihres Fachnachwuchses zu diskutieren. DEHOGA-Bayern-Präsident und Hotelier aus dem Bayerischen Wald, Ulrich N. Brandl, freut sich über den positiven Imagewandel, der seiner Branche in den letzten Jahren gelang. Der Leiter Berufsbildung bei der IHK, Rudolf Maier, bestätigt den Trend: Ostbayern weist stabile Werte bei der Zahl der Ausbildungen im Hotel- und Gastrobereich auf. Damit das so bleibt, müsse weiter am Image justiert werden. Mit dem Gastro-Management-Pass Bayern etwa zeichnet die Branche vorbildliche Ausbildungsbetriebe aus. Die wiederum können damit bei jungen Leuten werben.

Immer am Gast
Für die Entwicklung der Azubis im Betrieb fordert Angela Inselkammer eine wertschöpfende Ausbildung: „Sie sollen fürs Leben lernen.“ Etwa, indem man den Austausch mit einem ausländischen Betrieb ermöglicht. „Für viele ist das etwas ganz Besonderes“, sagt die Gastronomin, die selbst gerade zwei ausgelernte junge Damen für vier Monate nach Irland vermittelt hat. Danach kämen sie wieder in den Betrieb, mit zahlreichen Eindrücken und viel Elan. Noch einen Rat gibt sie den Kollegen: „Gehen sie die Partnerschaft mit einer Schule ein.“ Über Schnupperpraktika habe Inselkammer selbst schon viele Auszubildende für Ihren Betrieb gewinnen können. Ebenso wie Manuela Heizler vom Restaurant Seerose in Furth im Wald. Sie berichtet, wie solch ein Kurzpraktikum aussehen sollte: „Ein Praktikant darf nicht die ganze Zeit in der Spülküche verbringen.“

Kochpraktikanten lernen im Restaurant Seerose etwa Schnitttechniken oder wie man ein Buffet stilvoll vorbereitet. Die Klassenkameraden staunten nicht schlecht, als der servierfertige Teller der Praktikantin per Foto auf Facebook gepostet wurde. Manuela Heizler verspricht sich von dieser Aktion nicht nur Friends und Followers, sondern natürlich auch handfeste Ausbildungsverträge. Der Praktikant sollte auch am Tisch begleitend mithelfen. „Immer am Gast sein“, lautet Heizlers Credo. Denn das gelte schließlich auch fürs spätere Berufsleben.