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Sparsame Gäste - gefräßige Energiekosten

IHK-Tourismusumfrage Sommerhalbjahr 2008

Gastwirte und Hoteliers in der Region sind mit dem Sommergeschäft 2008 unzufrieden und rechnen mit rückläufigen Umsätzen. Nur die Reisebranche verzeichnet tendenziell ein leichtes Plus. Dies ist das Ergebnis der aktuellen IHK-Tourismusumfrage, an der sich 100 Unternehmen der Hotellerie, der Gastronomie und des Reisegewerbes beteiligten.

Die Lage der gesamten Tourismuswirtschaft hat sich gegenüber der Vorjahressaison deutlich verschlechtert. Nur noch 20 Prozent erwarten, dass sich die Geschäfte positiv entwickeln werden. Im vergangenen Jahr waren es noch 40 Prozent. Auch ist der Anteil der Betriebe, die in der kommenden Saison eine schlechtere Entwicklung befürchten, von 15 auf 38 Prozent gestiegen. Besonders negativ schätzen die Gastwirte ihre Lage ein. Besser lief es in der Reisebranche. Reiseunternehmen meldeten gegenüber dem Vorjahr einen gleich bleibenden Geschäftsverlauf. Doch auch sie stellen sich auf sinkende Umsätze ein. In den Hotels gingen die Übernachtungen um etwa ein Prozent zurück. Die Zahl der Gäste blieb zwischen Januar und August annähernd konstant.

Reiseunternehmen: hochwertige Touristik punktet
Bei Reiseunternehmen blieb in der abgelaufenen Sommersaison die Zahl der Buchungen insgesamt auf dem hohen Niveau des Vorjahrs. Tendenziell haben Auslandsreisen und hier insbesondere Geschäftsreisen zugenommen. Trotz des erforderlichen Sparzwangs der Betriebe macht sich hier offensichtlich die gestiegene Internationalisierung der Unternehmen im IHK-Bezirk bemerkbar, die mit einer zunehmenden Reisetätigkeit ins Ausland verbunden ist. Allerdings sind Privatreisende zurückhaltender bei ihren Buchungen. Entsprechend vorsichtig bewerten Reiseunternehmer ihre Erwartungen für die kommende Saison. Der insgesamt noch gute Geschäftsverlauf wird sich ihrer Meinung nach in der nächsten Saison nicht fortsetzen. „Das Mittelfeld bricht weg“, weiß Gabriele Ulbrich, die sich mit ihrem Reisebüro in Regensburg auf hochwertige Touristik spezialisiert hat. Das eigene Unternehmen ist deswegen gut aufgestellt.

Gastwirte: Atemnot trotz Rauchverbot
Relativ deutlich fallen die rückläufigen Umsätze in der Gastronomie aus. Die „Stammtischgastronomie“, also traditionelle Wirtschaften und Kneipen, ist davon besonders betroffen und macht unter anderem das Rauchverbot für die Umsatzeinbußen verantwortlich. Für die Zukunft erwarten die Wirte deutlich geringere Einnahmen. Bei Johann Bruischütz von der Gaststätte Prinzregent Luitpold in Waldsassen spielt das Rauchverbot keine große Rolle. „Viele Gäste sind froh, dass im Speiselokal nicht mehr geraucht wird.“ Ihn drücken viel mehr die hohen Energiepreise, die immer bedrohlichere Ausmaße annehmen. „Das muss erst einmal erwirtschaftet werden“, klagt der Gastwirt. Die Preise im Hotel- und Gaststättengewerbe bleiben stabil. Noch werden die gestiegenen Kosten nicht an die Kunden weitergegeben. Eine effizientere Energienutzung ist sicher ein Weg zu besseren Erträgen.

Kunden geben weniger aus
Für Übernachtung und Verpflegung geben Touristen und Geschäftsreisende bereits jetzt weniger Geld aus. Für die kommende Wintersaison rechnen Gastronomie und Beherbergungsgewerbe mit einer weiteren Verschlechterung. Touristen suchen gezielt nach günstigen Angeboten und finden sie bei Billiganbietern und Low-Budget-Hotels. Konstanze Fehr vom Hotel Weidenhof in Regensburg relativiert den Abwärtstrend, den die Umfrageergebnisse nahe legen. Sie nennt das Referenzjahr 2007 der diesjährigen Umfrage einen „positiven Ausrutscher“. Papstbesuch und die Ernennung Regensburgs zur Welterbestadt der UNESCO führten 2007 zu hohen Gästezahlen in Stadt und Region. Heuer sei man letztlich wieder auf den Stand von 2006 gerutscht. „Wäre ja schön gewesen, wenn es so weitergegangen wäre“, kommentiert Fehr.

Die steigenden Energiepreise und der verschärfte Wettbewerb reduzieren auch in der Hotellerie die Gewinne. Noch stellen Hoteliers und Gastwirte keine Mitarbeiter aus. Die Beschäftigtenzahl der Branche bleibt voraussichtlich stabil.

Service

Ansprechpartner:
Josef Beimler, Tel. (0941) 5694-241
E-Mail: beimler@regensburg.ihk.de
Downloads:
Tourismusbericht Sommer 2008