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IHK-Konjunkturbericht Frühjahr 2010 stimmt optimistisch
„Vertrauen und Optimismus in die weitere wirtschaftlichen Entwicklung wachsen.“ Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrsumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, an der sich knapp 400 Unternehmen aus der Region beteiligten. Die Nachfrage aus dem Ausland nimmt zu und verbessert die Auftragslage in der Industrie. Bauunternehmen sind nach längerer Winterpause wieder gut beschäftigt. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt im April nach wie vor robust und hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat noch einmal deutlich verbessert. „Die Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl halten“, heißt es.
Konjunkturklimaindikator zeigt nach oben
„Die Wirtschaft holt auf, auch wenn der Stand von vor der Krise noch nicht erreicht ist“, kommentiert Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg die gegenwärtige wirtschaftliche Situation. Ein Drittel der Unternehmen berichtet über eine verhältnismäßig gute Geschäftsentwicklung in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres. Das Vertrauen in eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung nimmt zu. Nur noch jedes zehnte Unternehmen befürchtet Verschlechterungen. Der Konjunkturklimaindikator zeigt nach oben. Erstmals seit Herbst 2008 beurteilen die befragten Unternehmen im IHK-Bezirk die Geschäftslage insgesamt wieder positiv.Die Arbeitsmarktzahlen verbessern sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen bleiben stabil. Kurzarbeit wird abgebaut. Damit scheint die Krise vorerst überwunden. Allerdings sind Marktbereinigungsprozesse als Folge der Finanzkrise in Umfang und Wirkung noch nicht ganz abgeschlossen.
Störfaktor steigende Kosten
Nur jedes fünfte befragte Unternehmen meldet eine gute Auslastung seiner Kapazitäten. Die daraus resultierenden Überkapazitäten sorgen für einen starken Wettbewerbsdruck und schlechte Preise, vor allem auf den Auslandsmärkten. Dabei bleibt die Auslandsnachfrage eine der wichtigsten Konjunkturstützen.
Vor allem das Asiengeschäft verlief auch während der Krise zufrieden stellend. Einbußen verzeichneten Unternehmen bei Exporten in europäische und osteuropäische Staaten. Auch aus Nordamerika erhielten die Industriebetriebe wieder vermehrt Aufträge. Die Abwertung des Euro als Folge der aktuellen Währungskrise verleiht dem Exportgeschäft zusätzliche Impulse. Andererseits gehen damit Preiserhöhungen für Energie und Rohstoffe einher. Sie dämpfen die Erwartungen an den Ertrag. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen, vor allem Industriebetriebe, rechnet mit steigenden Kosten. Preiserhöhungen könnten sich auch auf das Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger auswirken. Momentan sind die Stimmen aus dem Kreis der Einzelhändler jedoch noch positiv. „Die politische Verunsicherung ist so groß, dass die Leute lieber in Sachwerte investieren als ihr Geld auf der Bank liegen lassen,“ vermutet der Inhaber eines Möbelgeschäfts im Landkreis Schwandorf.
Kurzarbeit sinkt – Investitionen steigen
Der Arbeitsmarkt erweist sich sehr robust. Mit dem Instrument Kurzarbeit gelang es den Unternehmen während der Krise, ihre Belegschaften zu halten. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen im April noch einmal um fast elf Prozent auf 30.400 Personen. Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent und liegt damit im IHK-Bezirk deutlich unter dem Bundeswert von 8,1 Prozent. Stark zurückgegangen ist nach Auskunft der Arbeitsagenturen die Zahl der Kurzarbeiter.
Von den befragten Unternehmen planen 74 Prozent keine Veränderungen ihrer Beschäftigtenzahlen. 14 Prozent wollen ihren Mitarbeiterstamm vergrößern. Jedes dritte Unternehmen plant in Produktinnovationen und Rationalisierung zu investieren oder veraltete Maschinen auszutauschen.
Konjunkturelle Verspätung
Die Bauindustrie rechnet mit steigenden Ausgaben im Wirtschaftsbau, ebenso bei der Modernisierung von Gebäuden, Strassen und Infrastruktureinrichtungen, wogegen die Aktivitäten im privaten Wohnungsbau weitgehend auf Eis liegen. Die Firmengruppe Klebl in Neumarkt hat sich auf den Wirtschaftsbau spezialisiert. Gregor Frank, kaufmännischer Leiter des Unternehmens rechnet – wenn überhaupt – mit einer konjunkturellen Verspätung. „Nach dem phasenversetzten Abschwung kommt derzeit wenig Hoffnung auf einen absehbaren Aufschwung in diesem Segment auf. Der Wirtschaftsbau, insbesondere der Fertigteilbau, leidet immer noch unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise.“
Vom Optimismus in den produzierenden Unternehmen hofft auch die Dienstleistungsbranche zu profitieren. Sie erwartet vor allem aus der konjunkturellen Erholung im Inland zusätzliche Aufträge und hofft auf eine bessere Auslastung ihrer Kapazitäten.