Landkreis Neumarkt - In Neumarkt ticken die Uhren anders

01.11.2005

Ansprechpartner:


IHK Regensburg

Dr. Christian Götz
D.-Martin-Luther-Straße 12, 93047 Regensburg
Telefon 0941/5694-306
E-Mail: goetz@regensburg.ihk.de

Wirtschaftsförderung Landkreis Neumarkt i.d.OPf.
Michael Gottschalk,Michael Endres, Richard Hollweck
Nürnberger Str. 1, 92318 Neumarkt
Telefon 09181/470-0
E-Mail
Gottschalk.Michael@landkreis-neumarkt.de
Endres.Michael@landkreis-neumarkt.de
Hollweck.Richard@landkreis-neumarkt.de

Berlin-Institut bezeichnet den Landkreis Neumarkt als "Boom-Zone".

Woanders wird geklagt - in Neumarkt wird still und leise an Erfolgsgeschichten gearbeitet. Das Bruttoinlandsprodukt ist zwischen 1991 und 2001 um 63 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert im IHK-Bezirk und liegt weit über dem bayerischen Durchschnitt von 41 Prozent. Der Grund hierfür ist nicht nur die stetige Bevölkerungszunahme und der Anstieg der Arbeitsplätze um 27 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Auch die Produktivität der Neumarkter Unternehmen ist weit über dem Durchschnitt gewachsen. Der Zugewinn beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen liegt mit 47 Prozent deutlich über dem bayerischen Durchschnitt und ist wiederum der höchste im ganzen IHK-Bezirk.

Das Berlin-Institut für Weltbevölkerung und globale Entwicklung hat dem Landkreis Neumarkt in einer im Jahr 2004 bundesweit durchgeführten Studie ein Höchstmaß an Zukunftsfähigkeit bestätigt. Mit einem Notendurchschnitt von 2,86 im Ranking mit 440 Kreisen und Städten liegt der Landkreis Neumarkt auf dem 9. Platz und belegt damit im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz.  

Vor allem in den Kategorien Demographie und Wirtschaft konnte der Landkreis stark punkten. Mit der Schulnote 1 wurde der Indikator "Wanderung" auf Grund eines überdurchschnittlich hohen Zuzugs in die Region bewertet. Die mit einbezogene Bevölkerungsprognose für 2020 des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung sagt dem Landkreis eine außergewöhnlich hohe Zunahme an Einwohnern in Höhe von 10 bis 15 Prozent voraus. Die niedrige Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger-Quote wurde ebenso mit der Bestnote honoriert wie die hohe Anzahl an neu fertig gestellten Wohnungen. Mit "gut" bewertet wurden der relativ hohe Anteil junger Frauen in der Bevölkerung und die Gestaltungsquote, die das Verhältnis von kommunalen Schulden zu Steuern und Einnahmen misst. Fazit des Berlin-Instituts: Der Landkreis Neumarkt gehört zur wirtschaftlichen "Boom-Zone".

Praktisch schuldenfrei
Eine andere Erfolgsgeschichte ist die Finanzsituation. Während andere Kommunen oft unter erheblichen Schulden leiden, ist die Situation im Landkreis Neumarkt ganz anders. Die Gemeinden im Landkreis Neumarkt weisen eine durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung von 500 Euro auf. Der Spitzenplatz gebührt dabei der Stadt Neumarkt, die mit einer Verschuldung von ca. 25 Euro je Einwohner praktisch schuldenfrei ist. Wichtigster Aspekt solider Finanzen ist ein einfacher Grundsatz: Gib nur soviel aus, wie du einnimmst. An diese Haushaltsdisziplin hat sich die Stadt Neumarkt in der Vergangenheit gehalten. Nur wenige Städte in Deutschland können das von sich behaupten.

Stadt und Landkreis Neumarkt sowie die Gemeinden sind aufgrund ihrer gesunden Haushalte auch in konjunkturell schwierigen Zeiten noch in der Lage zu investieren und sie tun es auch. In Neumarkt beispielsweise in den Bau des Lothar-Fischer-Museums oder in die geplante Stadthalle, im Landkreis in das Klinikum und in die Schulen.

Mit einer Kontrolle der Ausgaben allein ist es nicht getan, es müssen auch ausreichende Einnahmen vorhanden sein. Eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung und günstige Rahmenbedingungen bei Stadt und Landkreis schaffen auch hier gute Ausgangsbedingungen für das Wachstum bestehender und das Ansiedeln neuer Unternehmen.

Der Mittelstand macht's
Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg Neumarkts ist der gesunde Branchenmix und die starke Stellung des Mittelstandes: Leistungsfähige Unternehmen, die fest in der Region verankert sind, sich aber gleichzeitig auf den internationalen Märkten erfolgreich behaupten. Ein Schwergewicht liegt in der Baubranche mit großen Unternehmen wie Bögl und Klebl aber auch vielen kleinen und mittleren Baufirmen, die sich auf Nischen spezialisiert haben. Über ein Viertel aller im IHK Bezirk im Bau Beschäftigten ist im Landkreis Neumarkt tätig. Der Leistungsfähigkeit der Neumarkter Bauunternehmen ist es zu verdanken, dass trotz der bereits jahrelang andauernden Krise im Bau sie ihre Position behaupten und sogar verbessern konnten.

Weitere Schwergewichte sind der Bereich Elektrotechnik mit den Firmen Dehn + Söhne GmbH + Co. KG und Pröpster GmbH, der Maschinen- und Anlagenbau mit Firmen wie die Hans Huber AG, die Automobil-Zulieferer mit Delphi Deutschland GmbH, die Holzindustrie mit der Pfleiderer AG, Kunststoffe mit PE-Kunststofffabrik Woffenbach GmbH und Bock GmbH & Co. KG, Metallbearbeitung mit Müller Präzisionsteile GmbH und RFP Metallbearbeitung GmbH sowie pflanzliche Heilstoffe mit der Bionorica AG. Neben diesen großen Unternehmen gibt es auch noch innovative kleine und mittlere Unternehmen wie die Licht & Metall GmbH &Co. KG, die den Schriftzug auf der Allianz Arena gemacht hat, oder die Fruth Innovative Technologien GmbH die mit modernsten Verfahren komplexe Kleinserien herstellt und natürlich IT-Dienstleister wie die ECS Engineering Consulting + Solutions GmbH, Schwarz Computer Systeme GmbH oder die simple fact AG die weit über die Region ihre Produkte und Dienstleistungen vertreiben.

Teil der Metropolregion Nürnberg und Nordbayern
Der Landkreis Neumarkt ist eine Teilregion der in diesem Jahr ausgerufenen Metropolregion Nürnberg und Nordbayern. Die Nürnberger Unternehmen waren gerade früher wichtige Arbeitgeber für die Bürger Neumarkts. Auch heute noch pendeln viele zum Arbeiten oder Einkaufen nach Nürnberg. Bis 2009 soll die Stadt Neumarkt sogar an das Nürnberger S-Bahn Netz angebunden werden.

Trotzdem hat sich das Bild gewandelt. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl derer, die nach Neumarkt pendeln um 30 Prozent gestiegen, während die Auspendler nur um 13 Prozent zulegten. Dies ist umso bemerkenswerter, da mittlerweile zahlreiche Nürnberger in den Landkreis Neumarkt ziehen, aber weiterhin pendeln und in Nürnberg arbeiten. Diese Entwicklung belegt die Attraktivität des Landkreises als Wohn- und Arbeitsort. Der Landkreis Neumarkt bringt als gleichberechtigter Partner in die Metropolregion nicht nur Arbeitsplätze ein, sondern leistungsfähige Unternehmen und eine solide Wirtschaftsstruktur.

Gestalten statt verwalten
Die Behörden und politisch Verantwortlichen im Landkreis Neumarkt handeln nach der Devise: Weg vom reinen Verwalten - hin zu aktiver Gestaltung. Gemeinsam erarbeiteter Handlungsrahmen ist das Wirtschaftsförderungskonzept und das integrierte Entwicklungsleitbild "Zukunft Landkreis Neumarkt". In der Umsetzung verfügen die Kommunen über ein entscheidungsschnelles, flexibles Kompetenznetzwerk aus Kreisentwicklungsabteilung, regionaler Innovationsagentur REGINA GmbH mit Regionalmanagement sowie begleitenden Partnern. Einrichtungen und Instrumente wie das Baukompetenzzentrum oder die Kreisentwicklungsgesellschaft REGINA tragen zum Image des Landkreises Neumarkt als eine der Zukunftsregionen in Deutschland bei.

Kultur- und Freizeitparadies
Der Landkreis Neumarkt liegt in der Tourismus-Region Bayerischer Jura und bietet mit einer Vielzahl von Golfanlagen, Reiterhöfen, Tennisplätzen, schön gelegenen Campingplätzen, Natur-, Frei- und Hallenbädern ideale Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Urlaub. Üppige Wiesen, der Wald, die schroffen Jurakalkfelsen, die Tropfsteinhöhlen und die vielen idyllischen Flusslandschaften samt kulturhistorischem Ludwig-Donau-Main-Kanal prägen die Landschaft. Untermalt wird das durch traditionelles Brauchtum wie der jährliche Rossmarkt in Berching, der Chinesenfasching in Dietfurt und das Tillyfest in Breitenbrunn.

Große Baumeisterfamilien und Künstler wie die Gebrüder Asam oder Christoph Willibald Gluck lebten oder wirkten im Landkreis und hinterließen zahlreiche Kunstdenkmäler, Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster. Hochkarätige Konzertveranstaltungen mit internationaler Besetzung - insbesondere im Kulturhaus Reitstadl Neumarkt - machen Neumarkt zu einem überregionalen Zentrum für klassische Musik. Eine Vielzahl von Museen zeugen von der wechselvollen Geschichte aber auch von zeitgemäßem künstlerischen Schaffen.

Was Neumarkt auszeichnet erlebt man vor allem in Gesprächen. In Neumarkt sind sowohl die Bürger als auch die Unternehmer überwiegend optimistisch. Sie sehen sich selbst in einer dynamischen Wachstumsregion, die für die Zukunft gut gerüstet ist.

Wirtschaft konkret, November 2005