Trübt Aschewolke den Lichtblick?

04.06.2010

IHK-Tourismusumfrage Winter 2009/2010

Nach einem konjunkturellen Tief im letzten Jahr herrscht in der Tourismusbranche wieder Optimismus. Doch, während die Reiselust bei Privatleuten ungebrochen scheint, buchen Geschäftsreisende  nach wie vor sehr verhalten.

Besser als im Vorjahr beurteilen die Unternehmen der Tourismuswirtschaft ihre Geschäftslage bezogen auf Umsatz- und  Ertragsentwicklung, Investitionen und Beschäftigung. Dies ergab die aktuelle Tourismusumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Allerdings war die vorangegangene Wintersaison aus Sicht der Tourismuswirtschaft ausgesprochen unbefriedigend. Jetzt halten sich positive und negative Einschätzungen für die bevorstehende Sommersaison die Waage. Alle rechnen mit einem stabilen Arbeitsmarkt und einer gefestigten Inlandsnachfrage. Insgesamt haben das Beherbergungsgewerbe, die Gastronomie und die Reiseunternehmen das Krisenjahr 2009 gut überstanden.

Auch im Winter eine Reise wert
Im Jahr 2009 gingen Gästeankünfte und  Übernachtungszahlen im IHK-Bezirk um zwei bis drei Prozent zurück. Einzig die  Stadt Regensburg konnte bei den Gästeankünften positive Zahlen vorweisen. Hier nahm die Zahl der Besucher um etwa sechs  Prozent zu. Im ersten Quartal 2010 verbesserte sich die Situation wieder. Der lange Winter und ausgezeichnete Skisportmöglichkeiten  lockten vor allem in den Landkreis Cham. Um etwa acht Prozent stiegen die Besucherzahlen insgesamt gegenüber den Vergleichsmonaten im Vorjahr wieder an. Ebenso verbesserte sich die Bettenauslastung. Damit verlief die aktuelle Wintersaison in der Wahrnehmung des Beherbergungsgewerbes zwar erfolgreicher als im Vorjahr, insgesamt aber immer noch nicht zufrieden stellend. Die Branche setzt jedoch  auf eine allgemeine Belebung der Konjunktur mit positiven Auswirkungen auf das Tourismusgeschäft.

Gastronomie lebt nicht  nur von Touristen
Aus Sicht der Gastronomie war die Wintersaison – ähnlich wie im Vorjahr – wenig zufrieden  stellend. Die Umsätze konnten gerade  so gehalten werden. Die Aussichten auf  die bevorstehende Sommersaison sind  durchwachsen, lassen aber hoffen, zumal der Sommer als Fest-, Ausflugs- und Open-Air-  Saison ohnehin die umsatzstärkere Jahreszeit  ist. Gastronomen haben hier die Möglichkeit, ihre Marketingaktivitäten gezielt zu entwickeln. Neue Tourismusattraktionen wie  der Hundertwasserturm in Abensberg ziehen Besucher an und stimulieren vor Ort die lokalen  Betriebe. Für das Hotel und Feriendorf St. Hubertus in Schönsee etwa waren hohe Investitionen in das hauseigene Restaurant die richtige Strategie, um das Minusgeschäft aus dem Hotelbetrieb zu kompensieren. „Auch unsere Werbung konzentrieren wir  momentan auf das Restaurant. Die Unternehmen buchen zur Zeit kaum Seminare und Tagungen und der Bustourismus allein reicht nicht, um den Hotelbetrieb auszulasten,“ kommentiert Anita Utz aus Schönsee die Situation und bestätigt: „Die wirtschaftliche  Basis unseres Restaurants bilden die Gäste aus der Region.“ Ohne die Ausrichtung von  Familien- und Betriebsfeiern, Mittagstischen für Berufstätige, von Kaffeetafeln oder Stammtischen könnten die meisten Betriebe kaum überleben. Ebenso stützt die stabile Lage des regionalen Arbeitsmarktes die regionale Gastronomie.

Privatleute buchen wieder im Reisebüro
Deutlich besser verlief die Geschäftsentwicklung  im Reisegewerbe nach Meinung der befragten Reisebüros und -veranstalter. „Seit  Anfang des Jahres steigen die Umsätze wieder,“ bestätigt Karlheinz Späth vom Reisebüro Wolff in Furth im Wald, allerdings seien die Buchungen Geschäftsreisender zurückgegangen. Mehr noch als die konjunkturbedingte Einschränkung von Business Travelers machen die Befragten die verstärkte  Nutzung von Internet und Online-Angeboten für die Umsatzrückgänge verantwortlich. Dagegen nahm die Inanspruchnahme von Reisebüros durch private Urlaubsreisende wieder zu. Die Kunden fassen wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft. Noch nicht absehbar ist jedoch, ob  Aschewolken diese Lichtblicke wieder trüben. Den aktuellen Tourismusbericht der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim finden Sie unter „Downloads“.

Julia Weigl, IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim
Wirtschaft konkret, Juli/August 2010

Service

Ansprechpartner:
Josef Beimler, Tel. (0941) 5694-241
E-Mail: beimler@regensburg.ihk.de
Downloads:
Tourismusbericht Winter 2009/2010