IHK-Akademie in Ostbayern
Logo DIHK Logo AHK
Jahreslogo 2010
Neue  Wege - Neue Welten
Wir sind Europa

Zusatzmenü

Home Ihre IHK Ansprechpartner Region Datenbanken & Börsen Detailsuche Newsletter Podcast Presse

Login Startseite

Veranstaltungen

[weitere Veranstaltungen]

Artikel

Fit for Work 2010 – Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung
[mehr]
ECO-Post - Ausgabe Februar 2010 erschienen
[mehr]
[weitere Artikel]

Publikationen

Wiko-Artikelserie "Mobilität ist Zukunft"
[mehr]
Mobilität ist Zukunft
[mehr]
Handel(n) für die Zukunft?
[mehr]
[weitere Publikationen]

 

Weiden in der Oberpfalz – Lebenswertes Wirtschaftszentrum im Herzen Europas

Ansprechpartner:


IHK-Geschäftsstelle Weiden
Wolfgang Eck
Brenner-Schäffer-Str. 26
92637 Weiden
Telefon 0961 48195-13
E-Mail eck@regensburg.ihk.de

Wirtschaftsförderung Stadt Weiden
Stephan Jarmer
Dr.-Pfleger-Str. 15, 92637 Weiden
Telefon 0961 81-8003
E-Mail Stephan.Jarmer@weiden-oberpfalz.de

Stefan Müller
Dr. Pfleger-Straße 15, 92637 Weiden
Telefon 0961 81-8004
E-Mail Stefan.Mueller@weiden-oberpfalz.de

Die Max-Reger-Stadt sieht sich selbstbewusst als Tor zum Osten und ist Heimat mehrerer Global Player. In Weiden – dem Handels- und Wirtschaftszentrum der nördlichen Oberpfalz – lässt es sich außerdem gut leben. Von Kultur über Sport bis zum Einkaufsbummel hat die 42.000-Einwohner-Stadt alles. Das Jahr 1241 gilt als der Geburtstag von Weiden. Am Schnittpunkt zweier bedeutender Handelsstraßen - der „Goldenen Straße“ in Ost-West-Richtung und an der „Magdeburger Straße“ von Süden nach Norden - entwickelte sich die Stadt als Handels- und Umschlagplatz. Der mittelalterliche Handelsplatz erlitt jedoch große Rückschläge durch zwei Stadtbrände, den Dreißigjährigen Krieg und die Pest. Erst Ende des 18. Jahrhunderts erholte sich die Stadt wieder davon.

Porzellan trug den Namen Weiden in die Welt
Der eigentliche Aufschwung der Stadt begann 1863, als Weiden an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Industrie- und Gewerbebetriebe, die Weiden bekannt gemacht haben, wurden gegründet und bestehen heute noch. Sie prägten und bestimmten seit der Jahrhundertwende das Bild und die Struktur der Stadt.
Im Jahr 1881 war das Gründungsjahr der heutigen Porzellanfabrik Gebr. Bauscher Weiden, eine Tochter des Hutschenreuther-Konzerns (heute BHS-tabletop AG). Das Hotelporzellan dieses Werkes hat den Namen Weiden in die Welt getragen. Im Jahre 1910 schließlich gründete Christian Seltmann eine Porzellanfabrik in Weiden, die heute vom Urenkel des Firmengründers geführt wird. Fabriken in der Nachbarschaft, die „Königlich privilegierte Porzellanfabrik Tettau“ und Manufakturen in den neuen Bundesländern gehören inzwischen zu Seltmann Porzellan.

Eisenbahner und Textilien schrieben Weidener Wirtschaftsgeschichte
Die Gründung der Flachglas-AG geht auf das Jahr 1891 zurück. Bis zum Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stellten die „Gloserer“ hochwertiges Tafelglas her. Sie prägten den Stadtteil „Moosbürg“ bis zur Verlagerung der Produktion in den benachbarten Landkreis Neustadt. Heute werden in Moosbürg Kunststoffprodukte für den Fahrzeugbau gefertigt. Das 1896 eingeweihte Eisenbahnausbesserungswerk (1896: Königlich Bayerische Staatseisenbahn – Centralwerkstätte Weiden) hatte den Ruf Weidens als „Eisenbahnerstadt“ begründet. Mit der Einweihung des PFA-Werkes (Partner für Fahrzeugausstattung) 1989 ging diese fast 100-jährige Ära zu Ende. Der Name „Eisenbahnerstadt“ lebt heute von der Geschichte und der Weiterführung des PFA-Werkes durch die „Stadler Rail“, Werk Weiden.
Den Reigen der Weidener Großbetriebe vervollständigt das im Jahre 1907 gegründete Textilversandhaus Witt. Qualität und Preis der angebotenen Textilien haben bewirkt, dass nach den Großeltern und Eltern auch deren Kinder treue Stammkunden von „Witt-Weiden“ sind. Nach einer wirtschaftlichen Berg- und Talfahrt des Versandhauses übernahm 1987 der Otto-Konzern das Zepter. Seitdem verläuft die Entwicklung sehr positiv: Heute arbeiten im Werk 1.900 Beschäftigte, die einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Euro erwirtschaften.

Heute ist Weiden ein Tor zu den östlichen Nachbarn
Zwischen 1914 und 1945 wurde die wirtschaftliche Entwicklung in Weiden durch die beiden Weltkriege und die dazwischen liegende Weltwirtschaftskrise bestimmt. In den folgenden fünfeinhalb Jahrzehnten kennzeichnen drei Zeitabschnitte die weitere Entwicklung:

  • Als Folge des Zweiten Weltkriegs stagnierte die Wirtschaft, denn Weiden lag im „Zonenrandgebiet“ und nahe am „Eisernen Vorhang“. Langsam beginnt der Wiederaufbau.
  • Die Monostrukturen Glas und Porzellan werden ab den siebziger Jahren überwunden – durch neue Industrie- und Gewerbegebieten mit mittelständischen Betrieben.
  • Weiden stabilisiert sich seit der Wiedervereinigung 1989, der Grenzöffnung nach Osten und der EU-Osterweiterung auf hohem Niveau.

In den letzten Jahrzehnten haben sich gerade Industrie und Gewerbe stark gewandelt. Die Monostrukturen Glas und Porzellan wurden nach und nach abgebaut und durch Unternehmen in den Branchen Maschinenbau, Kunststoffbe- und -verarbeitung sowie Mikroelektronik ergänzt.

Heimat mehrerer „Global Player“
Marken wie „Bauscher“ und „Seltmann“ mit hochwertigem Hotel- und Haushaltsporzellan sind „Global Player“, „Witt-Weiden“ und die „Philatelie“ der Deutschen Post AG haben sich einen Namen als Handelshaus oder Dienstleister und Logistiker gemacht. Präzisionsteile von der Formel 1 bis zum 3-Liter-Auto werden bei Hör-Technologie gebaut und Kameraobjektive für den weltweiten Filmmarkt bei „Vantage“ in Weiden entwickelt. Deutschlands größte Werkstatt und Autoersatzteilkette, die Firma Autoteile Unger (ATU), hat ihren Sitz in Weiden.

Weiden – auch eine Stadt zum Verlieben
Kultur, Sport, Einkaufserlebnis, Genuss, und Lebensfreude – all das findet man in Weiden. Die Altstadt überrascht mit einem vielfältigen Angebots in allen Bereichen und begeistert mit dem Charme der prächtigen Renaissance-Häuser. Beeindruckend ist auch das Alte Rathaus inmitten der Fußgängerzone. Ob sportliche Betätigung in der Sauna- und Thermenwelt oder im kulturellen Bereich – Weiden hat alles. Angefangen bei den Weidener Galerien, Museen, den Serenaden im Max-Reger-Park, den Max-Reger-Tagen oder den Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstagen bis hin zu den Weidener Literaturtagen. Ganze Scharen von Autoren haben seit dem Start der Weidener Literaturtage 1985 die Stadt kennen und schätzen gelernt.

Führungskräfte für die heimische Wirtschaft
Mit dem reichen Angebot an „weichen Standortfaktoren“ will Weiden Führungskräfte anwerben und halten. Denn die Mitarbeiter sind das Potenzial erfolgreicher Unternehmen. Geringe Ausfallzeiten und Einsatz sind ein Zeichen für die Motivation der Mitarbeiter und ihre Identifikation mit den Unternehmen. Viele besitzen den sprichwörtlich bekannten „Oberpfälzer Fleiß“ und sind sehr bodenständig. Die Fachhochschule Amberg-Weiden, vor zehn Jahren gegründet, trägt ihren Teil dazu bei. Oft ist die FH in vielen Hochschulrankings in der absoluten Spitze zu finden. Was noch viel wichtiger ist: Vier von fünf Absolventen gehen als Nachwuchsführungskräfte direkt in heimische Unternehmen. Mit den Studiengängen Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen und dem neuen Studiengang „European business und language studies“ ist der Weidener Teil der FH sehr international ausgerichtet. Mit rund 2.000 Studierenden hat die FH das ursprüngliche Ausbauziel schon jetzt erreicht.
Dazu kommt eine in den letzten Jahrzehnten gewachsene Infrastruktur, die fast keine Unternehmerwünsche offen lässt und mit der Fertigstellung der A6, der Renaissance der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag, die lückenlose Verbindung nach Osten herstellt.

Zwei von drei Beschäftigten arbeiten heute im Dienstleistungssektor
Trotz des starken produzierenden Standbeins mit den weltbekannten Unternehmen der Glas- und Porzellanindustrie war Weiden eigentlich nie eine typische Industriestadt. Von den rund 29.000 Beschäftigten im Jahr 2005 sind zwei Drittel im Dienstleistungsbereich einschließlich Handel und ein Drittel im produzierenden Bereich tätig.
Weiden ist heute das Handels- und Dienstleistungszentrum der nördlichen Oberpfalz. Vom „Tante-Emma-Laden“ bis zum Fachgeschäft und von Kaufhäusern bis zum Einkaufszentrum gibt es alles. Das Dienstleistungsgewerbe entwickelte sich gerade in den letzten Jahren in besonderem Maße und „High-Tech“ ist auch in Weiden kein Fremdwort. Mit der Errichtung der Fachhochschule ist ein Bindeglied zwischen Ausbildung und Wirtschaft entstanden.
Die Positionierung Weidens zwischen Ost und West wird von vielen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verbindungen getragen. Weiden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von der „Zonenrand-Stadt“ zu einer weltoffenen, die Grenzen überwindenden Stadt im Herzen Europas entwickelt. Weiden hat seinen Platz als Handels- und Dienstleistungsdrehscheibe im neuen Europa gefunden und will diesen selbstbewusst und zukunftsorientiert stärken.

Eine Anekdote zum Abschluss: Wie erkennt man einen Weidener außerhalb der Stadtgrenzen, egal ob er sich in einem Hotel oder in einer Gaststätte befindet? Er dreht seine Tasse, Untertasse oder seinen Teller um und prüft, ob er von Bauscher oder Seltmann Porzellan speist. Experten sprechen auch vom „Weidener Griff“.

Wirtschaft konkret, Januar 2006