Fit for Work 2010 – Förderprogramm der Bayerischen Staatsregierung
[mehr]ECO-Post - Ausgabe Februar 2010 erschienen
[mehr]ECO-Post - Ausgabe Januar 2010 erschienen
[mehr][weitere
Artikel]
"Ausbildung aktuell" - Regelmäßige Informationen für Ausbilder
[mehr]Wiko-Artikelserie "Mobilität ist Zukunft"
[mehr]Mobilität ist Zukunft
[mehr]
[weitere Publikationen]
Weitere Informationen zu den Praxisstudiengängen oder anderen Angeboten der IHK-Akademie finden Sie
unter www.ihk-wissen.de oder bei
Elmar Dobner, Telefon 0961/ 398 982-224
E-Mail dobner@ihk-wissen.de.
Eine Erkenntnis setzt sich in der deutschen Bildungslandschaft immer stärker durch: Die Verbindung aus Theorie und Praxis macht den Start in ein erfolgreiches Berufsleben viel leichter. Wirtschaft konkret stellt die dualen Ausbildungsmodelle der IHK-Akademie in Ostbayern vor.
Es existieren zahlreiche Varianten, die betriebliche Ausbildung und theoretischen Unterricht verbinden. Diese Angebote eignen sich nicht nur für Realschulabsolventen, sondern auch für Abiturienten. Sie bieten den Unternehmen neue Möglichkeiten für die Nachwuchsförderung. Je nach Modell findet der theoretische Unterricht direkt im Anschluss an die gewohnte Berufsschule statt oder in Form einer Blockschulung in den Räumen der IHK-Akademie. Begonnen wurde 1995 mit dem ersten Praxisstudiengang zum Eurokaufmann.
Eurokaufleute
Der Praxisstudiengang Eurokaufmann/-frau ist eine Mischung aus kaufmännischer, außenwirtschaftlicher und Fremdsprachenausbildung im dualen System. Die Teilnehmer erwerben die Abschlüsse als Bürokaufmann/- frau und Industriekaufmann/-frau IHK sowie als geprüfter Fremdsprachenkorrespondent IHK in Englisch, Französisch und auf Firmenwunsch auch in Spanisch. Teilnehmer müssen über Abitur, Fachabitur oder einen vergleichbaren Abschluss verfügen.
Fremdsprachen im Büro
Um das Angebot zu erweitern, bietet die IHK-Akademie seit 2006 Absolventen eines mittleren Bildungsabschlusses den Fremdsprachenkorrespondenten IHK in Verbindung mit den Berufen Bürokaufmann/-frau, Bürokommunikationskaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau an. Diese Kombination von Aus- und Weiterbildung findet in Kooperation mit den zuständigen Berufsschulen statt. Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, zusätzlich zur Ausbildung den IHK-Abschluss als geprüfte/r Fremdsprachenkorrespondent/ in IHK in Englisch zu erwerben. Mit dem neuen Doppelmodell reagiert die IHK-Akademie auf die zunehmende Nachfrage der Unternehmen, Absolventen des mittleren Bildungsabschlusses fundierte Fremdsprachenkenntnisse für die betriebliche Praxis anzubieten.
Praxisstudium Technik
Auch für technische Berufe gibt es seit Herbst 2007 attraktive Praxisstudiengänge. In viereinhalb Jahren erlernen die Teilnehmer nicht nur Ausbildungsberufe aus Mechatronik, Elektrotechnik oder Metall, sondern erwerben zusätzlich den Abschluss zum Industriemeister/ in Mechatronik IHK, Elektrotechnik IHK oder Metall IHK. Das Praxisstudium kombiniert die Vorteile beider Qualifizierungen: die Praxisnähe der dualen Ausbildung und die Fähigkeit gleichzeitig die kompletten Lerninhalte eines Industriemeisters vermittelt zu bekommen. Diese befähigen nach der Aus- und Weiterbildung zu Fach- und Führungsaufgaben. Die Teilnehmer im Praxisstudium Technik sollten mindestens über einen guten Realschulabschluss verfügen.
Bachelor of Arts Betriebswirtschaft
Für kammerzugehörige Firmen besteht seit Herbst 2009 die Möglichkeit, kaufmännische Ausbildung und Bachelor bei der IHK-Akademie in Kombination zu buchen. Betriebe, die einen „Bachelor in spe“ einstellen wollen, bieten dem Studenten einen Ausbildungsplatz an und sind bereit, die betrieblichen Ausbildungsinhalte innerhalb der Praxisphasen im Unternehmen umzusetzen. Geeignete Bewerber müssen über die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife verfügen, leistungsbereit, engagiert und belastbar sein.
Möglichkeiten zum Aufstieg
Darüber hinaus eröffnen die dualen Studiengänge der IHK-Akademie Ostbayern ihren Absolventen weitere Optionen auf der Karriereleiter: Weiterbildungen zum/r Betriebswirt/ in IHK oder zum/r Technischen Betriebswirt/ in IHK, zum Master of Science (M. Sc.) oder mit dem Bachelor den direkten Zugang zu den Masterangeboten der Hochschulen in Deutschland und ganz Europa. „Wir registrieren eine verstärkte Nachfrage unserer Unternehmen nach den dualen Ausbildungsmodellen und wollen unser Angebot auch in Zukunft erweitern, um ein noch größeres Spektrum abdecken zu können“, sagt IHK-Akademiegeschäftsführer Thomas Skowronek.
Positive Erfahrungen
Viele Unternehmen berichten von positiven Erfahrungen mit der Kombination mehrerer Ausbildungen, zum Beispiel beim Eurokaufmann: „Für uns als Unternehmen ist die Verbindung aus Fremdsprachen und Vertriebswissen beim Eurokaufmann optimal“, sagt beispielsweise Cornelia Uschold, Personalreferentin bei Constantia Hueck Folien in Pirk (Landkreis Neustadt an der Waldnaab). Der Spezialist für Verpackungen ist in vielen Ländern aktiv, unter anderem in den USA, Belgien und Frankreich. „Gerade bei einer kaufmännischen Qualifikation mit guten Sprachkenntnissen hat vorher eine wirkliche Lösung gefehlt“, sagt die Personalreferentin.
Auch Europoles, international agierender Hersteller von Stahl-, Beton- und Kunststoffmasten mit Sitz in Neumarkt, setzt auf Eurokaufleute. „Wir generieren bereits über 30 Prozent unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands, Tendenz steigend“, sagt Personalreferentin Nicole Sude. Deshalb beschäftige das Unternehmen aktuell in seinen Niederlassungen in Frankreich und Spanien zwei Absolventinnen in dieser Fachrichtung. „Darüber hinaus bilden wir derzeit vier Eurokauffrauen aus, die während ihres beruflichen Werdegangs bereits im Oman, Frankreich und England tätig waren“, sagt Sude.
Jens Henning
Wirtschaft konkret, März 2010